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Spielewelt schaut auf neue Konsole Microsoft zeigt die Xbox One

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Microsoft zeigt seine neue Spielkonsole Xbox One in edlem schwarzen Design, inklusive technischer Details. Dabei demonstriert das Unternehmen die eindrucksvolle Sprach- und Gestensteuerung und wie Social TV per Skype-Videokonferenz funktioniert. Noch in diesem Jahr will der US-Konzern mit einem multimedialen Rundumschlag die Wohnzimmer weltweit dominieren. Steven Spielberg hilft dabei.

Technische Daten der "Xbox One"

- CPU mit acht Kernen

- 8 Gigabyte Arbeitsspeicher

- 500 Gigabyte Festplatte

- Blu-Ray-Laufwerk

- Wireless LAN 802.11n

- HDMI Ein- und Ausgang

- USB 3.0

- Spracherkennung im Standby-Modus

Mit einer neuen Xbox forciert Microsoft den Wettbewerb bei Spielkonsolen. Rund acht Jahre nach dem Marktstart der Xbox 360 im Jahr 2005 soll die neue Spielkonsole noch vor dem Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen. "Später in diesen Jahr", hieß es bei der offiziellen Ankündigung in Redmond. Der Name des neuen Geräts: Xbox One.

In der Präsentation an seinem Firmensitz zeigte Microsoft das Design, die Technik und das Gesamtkonzept der Konsole. Dabei versucht der Konzern mit aller Macht, seine Konsole als Multimedia-Zentrum im Wohnzimmer zu etablieren. Direkt fällt auf, dass die geschwungenen Formen der Xbox 360 der Vergangenheit angehören. Die neue Xbox One hat klare Kanten und kommt in glänzendem Schwarz. Sie setzt das Redesign anderer Microsoft-Produkte wie Windows oder auch des Firmenlogos also fort.

"All in One", "Alles in Einem", das ist die Überschrift der neuen Konsole. Die Abteilungschefs von Microsoft gaben sich auf der Bühne die Klinke in die Hand – im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit Gesten lässt sich die Xbox ebenfalls steuern. So können wie bei einem Smartphone Elemente auf dem Bildschirm hin- und hergeschoben werden. Das ist wichtig, da die Hardware echtes Multitasking ermöglicht. Während links eine Fernsehsendung läuft, – etwa Fußball – kann der Nutzer rechts daneben eine Skype-Videokonferenz mit Freunden führen: Social TV ohne Zusatzgerät.

Wecken per Stimme

 Ist die Xbox One im Standby-Modus, kann sie per Sprachsteuerung geweckt werden ("Xbox, on"), erkennt die Stimme des jeweiligen Sprechers und meldet ihn mit dessen Nutzerkonto an. Die Nutzung von zweiten Bildschirmen wie Smartphones und Tablets beim Spielen baut Microsoft über die Software SmartGlass weiter aus. 300.000 Server will der Konzern weltweit betreiben, um den Online-Dienst Xbox Live ruckelfrei zu halten. "Das ist genauso viel Rechenpower wie im Jahr 1999 auf der gesamten Welt", witzelte einer der Präsentatoren. Filme, Musik, Spiele und Savegames sollen komplett in der Cloud abrufbar sein.

An die Xbox lässt sich per HDMI-Eingang auch eine Fernseh-Set-Top-Box anschließen. Per Sprachsteuerung kann der Kanal gewechselt, zwischen Fernsehen, TV-Programm und Spiel hin- und hergeschaltet werden. Dabei funktioniert auch das "Bild im Bild"-Prinzip. So können per Internet Explorer Videos geschaut werden, während daneben weiter das Fernsehprogramm läuft. Ein Nutzer könnte dann zum Beispiel während des Fernsehens einfach die Einladung zu einem Spiel annehmen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, führt Microsoft derzeit auch Gespräche mit TV-Kabel-Betreibern wie Time Warner Cable, damit die Xbox künftig die Set-Top-Box fürs Fernsehen komplett ersetzen könnte.

Um die neue Hardware zu unterstützen, schöpft der US-Konzern auch in Sachen Inhalte aus dem Vollen. Ein Paukenschlag war die Ankündigung von Steven Spielberg, der eine Fernsehserie in Microsofts Halo-Universum produziert. 15 exklusive Spieletitel soll es für die Xbox One im ersten Jahr geben, davon acht komplett neue Franchises. Eines davon ist "Quantum Break" von Remedy Entertainment, bekannt durch Spiele wie Max Payne oder Alan Wake. Jeglicher neue Download-Content für das neue "Call of Duty: Ghost" wird exklusiv zuerst auf der Xbox verfügbar sein. Call of Duty ist die erfolgreichste Computerspielreihe überhaupt. Electronic Arts, Publisher der Fifa-Reihe, kündigte zudem eine enge Partnerschaft mit Microsoft an.

Auf der Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles werden dann in rund drei Wochen weitere neue Spiele vorgestellt. Dabei ist vor allem eines spannend: Welche Exklusivtitel kann Microsoft präsentieren?

Kein Online-Zwang

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Der neue Controller - etwas schlanker, alle Knöpfe an ihrem bisherigen Platz.

(Foto: REUTERS)

Die neue Xbox wird nicht zwingend eine Internet-Verbindung erfordern, wenn nur offline gespielt wird. Eine mögliche "Online-Pflicht" war im Vorfeld von Nutzern massiv kritisiert worden. Es hieß, Microsoft könnte damit verhindern wollen, dass Nutzer gebrauchte oder selbst kopierte Spiele auf der Konsole installieren und abspielen. Microsoft habe sich in dieser Frage eindeutig nach den Wünschen der Nutzer gerichtet, berichtet das Technologie-Blog "Ars Technica" unter Berufung auf eine interne E-Mail an alle Mitarbeiter. Wer etwa nur über eine Blu-ray-Disc ein Spiel spielen oder Fernsehen schauen wolle, solle dies mit der neuen Xbox auch unabhängig von einer Internet-Verbindung tun können.

In den Startlöchern ist auch die Playstation 4, die Sony bereits vorgestellt hat – zumindest in Teilen, denn die Konsole selbst war nicht zu sehen, sondern nur der neue Controller sowie einige Trailer zu kommenden Titeln. Die werden neben der unterschiedlichen medialen Einbindung ins Wohnzimmer – mit Film- und Musikstreams und anderen Angeboten – den entscheidenden Unterschied machen. Denn beide Konsolen basieren auf dem gleichen technischen Grundprinzip, der X86-Prozessorarchitektur, wie sie auch der PC verwendet.

Branche im Umbruch

Die Gesamtbranche der digitalen Spiele befindet sich derweil in einem massiven Strukturwandel; auch deshalb ist es für Microsoft wichtig, sich zukunftsfähig zu präsentieren. Neue Tablets und leistungsfähige Smartphones haben sich zunehmend als beliebte Spieleplattform etabliert. Inzwischen gibt es neben den grafisch und technisch aufwendigen Spielen für Konsole und PC einen Markt mit einer Vielzahl mobiler Gelegenheitsspiele.

Auch Nintendo, der Dritte im Bunde der großen Spielkonsolenhersteller, lag mit seinen Verkäufen der neuen Wii U, die das Unternehmen im November auf den Markt gebracht hatte, unter den Erwartungen. Mit einem weltweiten Umsatz von 27 Milliarden Dollar sei der Konsolen-Markt aber weiter sehr erfolgreich, schreibt der als Major Nelson bekannte Microsoft-Mitarbeiter Larry Hryb in einem neuen Blog zur Xbox. "Mehr Menschen als jemals zuvor spielen heute Videospiele."

Von den 65 Milliarden Dollar, die weltweit für Spiele ausgegeben werden, entfallen nach Angaben von Microsoft inzwischen aber auch 8 Milliarden Dollar auf die relativ neue Kategorie der Browserspiele, die am PC gespielt werden, ebenfalls 8 Milliarden entfallen auf Spiele für Handhelds und 10 Milliarden Dollar auf Spiele für Tablets.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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