Technik

Die Show muss weitergehen Quo vadis, Apple?

Steve Jobs ist tot und er ist nicht zu ersetzen. Wie geht es mit Apple weiter? Nun, auch wenn das iPhone 4S die Hoffnung auf ein neues Über-Smartphone nicht erfüllen kann, macht Apple mit ihm genau den richtigen Schritt. Es sollte nicht versuchen, den gierigen Fans und Medien ständig völlig neue Produkte zu präsentieren. Jetzt gilt es, Steve Jobs' Erbe konsequent weiterzuentwickeln.

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Steve Jobs setzte Maßstäbe.

(Foto: dpa)

Ohne Steve Jobs gäbe es keinen iPod, kein iPhone und kein iPad. Der Apple-Gründer hatte die große Gabe, zu wittern, welche Produkte der Markt will. Er wusste, welche Erfindungen und Innovationen erfolgreich sein können und welche Geräte bei den Nutzern keine Chance haben. Steve Jobs war ohne Übertreibung ein Jahrhundert-Talent. "Er wird wahrscheinlich für die nächsten 100 Jahre als der beste Unternehmensführer unserer Zeit in Erinnerung bleiben", sagte Apple-Mitbegründer Steve Wozniak im Interview mit dem Finanznachrichtendienst "Bloomberg". Apple wird ihn nicht ersetzen können. Und es sollte es auch nicht versuchen.

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(Foto: dpa)

Natürlich lechzen Fans und Medien nach spektakulären neuen Produkten. Und auch die Anleger wollen, dass Apples Aktie durch weitere Verkaufsrekorde in immer schwindelerregendere Höhen steigt. Wenn es nach ihnen geht, befriedigt Apple diese Gier wenigstens einmal im Jahr. Aber ist dies übehaupt möglich? Wäre es schlau von Apple, dem enormen Druck von Nutzern, Medien und der Börse (weiter) nachzugeben? Wohl kaum. Vermutlich hat auch Steve Jobs erkannt, dass es Zeit wird, den Fuß etwas vom Gas zu nehmen. Apple kann nicht alle paar Jahre ein iPod, iPhone oder iPad vorstellen. Ebenso wenig kann es seine Erfolgsprodukte ständig neu erfinden. Schon gar nicht ohne Jobs.

iPhone 4S war der richtige Schritt

Tim Cook und seine Manager haben mit dem iPhone 4S deshalb alles richtig gemacht. Sie haben ein großartiges Smartphone noch besser gemacht. Statt das Risiko einzugehen, übereilt ein iPhone 5 mit großem Display und neuem (Metall-) Gehäuse vorzustellen, das vielleicht nicht perfekt ist, haben sie ein Telefon präsentiert, das so gut funktioniert wie kein anderes. Die vergleichsweise bescheidenen Antennen-Probleme des iPhone 4 haben gezeigt, welche Konsequenzen ein größerer Fehler haben könnte.

Wenn Apple ein ganz neues Smartphone im kommenden Frühjahr - oder auch später - vorstellt, wird es ihm garantiert auch aus den Händen gerissen. Die Konkurrenz schläft zwar nicht, kocht aber auch nur mit Wasser. Das Gleiche gilt für das iPad oder Mac-Rechner. Es ist kaum anzunehmen, dass ein anderes Smartphone oder Tablet Apples Geräte abhängt, wenn der Branchenführer das Entwicklungstempo etwas herausnimmt. Wahrscheinlicher ist, dass Samsung, HTC & Co. eine Atempause begrüßen und selbst einen Tick kürzertreten würden. Und letztendlich liegt es auch im Interesse der Nutzer, ausgereifte Geräte zu bekommen, statt sich mit hakeligen Beta-Produkten herumzuärgern. Das heißt nicht, dass Apple aufhören soll, außergewöhnliche Produkte zu schaffen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Es sollte sich damit nur mehr Zeit lassen.

Schließt endlich Frieden!

Die Besinnung nach Steve Jobs' Tod könnte Apple auch dazu nutzen, den hässlichen Patentkrieg mit Google und seinen Herstellern zu beenden. Die vielen Klagen und Gegenklagen machen nur die Anwälte reich, nutzen aber weder Apple noch einem seiner Gegner. Im Gegenteil: Das zähe Ringen um jedes noch so kleine Patent verbraucht viele Ressourcen, die in der Entwicklung fehlen, bremst Innovationen aus und verärgert die Nutzer. Zuletzt hieß es, Steve Jobs habe den Streit nicht gewollt. Und selbst wenn einige Apple-Manager anderer Meinung sein mögen, sollten sie nicht vergessen: Steve Jobs wusste genau, was gut für Apple ist.

Quelle: n-tv.de

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23.04.09