Technik

Günstig, vielseitig, kompakt Reisezooms sind perfekte Urlaubsbegleiter

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Auf Reisen tut es gut, wenn man nicht mehr als ein Objektiv mitschleppen muss.

(Foto: imago stock&people)

Ein Reisezoom-Objektiv hat viele Vorteile: Es ist kompakt, leicht und günstig und fast allen Situationen gewachsen. Die Alleskönner haben zwar auch Schwächen, sind in vielen Fällen aber trotzdem erste Wahl.

Sogenannte Reisezoom-Objektive tragen ihren Namen nicht umsonst, denn sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den meisten anderen Wechsel-Linsen: Sie sind recht leicht und kompakt und decken einen großen Brennweitenbereich ab. Damit sind sie ideal fürs knappe Reisegepäck, denn sie ersetzen gleich mehrere Objektive. Und sie sind viel günstiger als eine Komplett-Ausrüstung mit hochwertigeren Linsen.

Was ist ein Reisezoom?

Was aber ist überhaupt ein Reisezoom? Eine klare Definition gibt es nicht, für gewöhnlich fallen in die Kategorie aber Objektive mit besonders großem Spielraum bei der Brennweite. Das beginnt häufig bei weitwinkligen 16, 18 oder 20 Millimetern und geht nicht selten bis weit in den Telebereich oberhalb der 200 Millimeter. Damit decken diese Objektive deutlich mehr ab als zum Beispiel die Standard-Zooms, die gerne im Kit mit einer neuen Kamera verkauft werden - ideal für den Urlaub.  

Doch bei anspruchsvollen Fotografen und Profis sind diese Super-Zoom-Objektive schlecht angesehen und als "Suppen-Zoom" verschrien. Warum? Die Allrounder schneiden in einzelnen Disziplinen notgedrungen schlechter ab als hochspezialisierte Profi-Linsen. Im Vergleich haben Reisezooms besonders an den Bildrändern und bei langen Brennweiten eine schlechtere Abbildungsleistung, sind weniger scharf und detailtreu und weniger lichtstark.

"Immerdrauf"

Mehr als eine Bildqualität in der guten Mittelklasse darf man von den kompakten Alleskönnern nicht erwarten - dafür haben sie gerade im Urlaub einen unschlagbaren Vorteil: Ein Reisezoom ist ein klassisches "Immerdrauf", das sich für fast alle Motive eignet. Und die beste Kamera ist bekanntlich die, die man immer dabei hat.

Vor dem Kauf sollte man aber auf einige Details achten. Am wichtigsten ist der Brennweitenbereich. Wer gerne Architektur und Panoramen knipst und das große Ganze ins Bild holt, braucht ausreichend Weitwinkel - Brennweiten von 15 bis 20 Millimeter lassen genug Spielraum. Wer weit Entferntes gerne nah heranzieht, Tiere knipst oder architektonische Details ins Bild holt, braucht genug Tele-Brennweite. 150 bis 200 Millimeter dürfen es gerne sein, manche Superzooms gehen sogar bis 300 Millimeter.

Auch ein Blick auf die maximale Blendenöffnung lohnt sich. Die nimmt bei Reisezooms mit zunehmender Brennweite meistens ab. Üblich sind Objektive mit Blende f/3.5 - 5.6, etwas weniger lichtstarke Linsen bringen es zum Beispiel auf f/3.5 - 6.3. Je kleiner die Zahl, desto größer die Blende und desto lichtstärker das Objektiv - meistens aber auch teurer.  

Unerlässlich - und bei den meisten Reisezooms zum Glück mit an Bord - ist ein optischer Bildstabilisator. Nicht nur bei Aufnahmen mit wenig Licht sorgt er für scharfe Bilder, auch bei längeren Belichtungen am Tag oder bei Aufnahmen im Tele-Bereich ist er nützlich. Denn je länger die Brennweite, desto schneller versauen schon winzige Wackler das Bild.

Erschwingliche Preise

Aktuelle Superzooms mit ansprechender Bildqualität kosten zwischen 400 und 750 Euro, es gibt sie für alle gängigen Systeme mit wechselbaren Objektiven. In der Ausstattung unterscheiden sie sich oft nur unwesentlich und die Linsen von Drittherstellern wie Sigma oder Tamron sind bei geringeren Preisen oft gleichauf mit den Marken-Modellen.

Ein guter Allrounder für digitale Spiegelreflex-Kameras (DSLR) mit APS-C-Sensor ist das Sigma 18-250 mm f/3.5-6.3 DC Makro OS HSM, das aktuell schon ab rund 280 Euro mit verschiedenen Anschlüssen zu haben ist - für Canon, Nikon, Pentax, Sigma und Sony. Von Tamron gibt's das ungefähr gleichwertige 18-270 mm f/3.5-6.3 Di II VC PZD für rund 270 Euro. Ein flexibler Begleiter mit etwas mehr Tele ist das Tamron 16-300mm f/3,5-6,3 Di II VC PZD Macro für aktuell rund 500 Euro. Pluspunkt hier: die Naheinstellgrenze von 39 Zentimetern, dank der auch gute Makrofotos gelingen.

Für Canon-Spiegelreflex-Kameras mit APS-C-Sensor eignen sich das Canon EF-S 18-200 mm f/3.5-5.6 IS mit 11-fachem Zoom für rund 470 Euro oder das Canon EF-S 18-135 mm f/3.5-5.6 IS USM mit weniger Brennweite für rund 350 Euro. Nikon hat mit dem Nikon AF-S DX Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 G ED VR II ein gutes Reisezoom im Angebot, das aktuell rund 630 Euro kostet. Deutlich günstiger, aber auch weniger flexibel ist das Nikon AF-S DX Nikkor 18-105 mm f/3.5-5.6 G ED VR für rund 250 Euro. Für Sony-DSLRs gibt es das Sony DT 18-135 mm f/3.5-5.6 SAM für aktuell rund 390 Euro oder, mit etwas mehr Spielraum, das Sony DT 18-250 mm f/3.5-6.3 für rund 480 Euro.

Für spiegellose Systemkameras (DSLM) gibt es ebenfalls eine Reihe von reisetauglichen Linsen, allerdings ist hier die Auswahl (noch) geringer als bei den DSLRs. Pluspunkt: Per Adapter kann man bei DSLMs von Canon oder Nikon auch die DSLR-Objektive verwenden. Von Sony gibt's zum Beispiel das Sony E 18-200 mm f/3.5-5.6 OSS für rund 660 Euro. Das Tamron 14-150 mm f/3.5-5.8 DI 3 passt an alle Micro-Four-Thirds-Systeme, zum Beispiel von Panasonic oder Olympus. Derzeit ist es ab rund 400 Euro zu haben. Olympus hat außerdem das M Zuiko DIGITAL ED 14-150 mm f/4.0-5.6 II für rund 520 Euro im Angebot, von Panasonic gibt's das Lumix G Vario 14-140 mm f/3.5-5.6 Asph OIS für rund 430 Euro.

Quelle: n-tv.de