Technik

Verkaufsbilanz von Samsungs Smartwatch Galaxy Gear Erfolg oder Reinfall?

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Samsungs Galaxy Gear wurde in vielen Kritiken negativ bewertet.

(Foto: kwe)

Samsung wehrt sich gegen einen Bericht, die Smartwatch Galaxy Gear sei ein Ladenhüter. Die Verkaufszahlen hätten die Erwartungen sogar übertroffen, teilt das Unternehmen mit.

Stimmt eine Meldung von "BusinessKorea", wäre Samsungs Galaxy Gear ein großer Flop. Nur 50.000 Smartwatches habe das Unternehmen seit dem Marktstart vor zwei Monaten verkauft, steht in dem Bericht, der sich auf Quellen in der Industrie beruft. Das entspräche 800 bis 900 Stück pro Tag. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Smartwatch lange Zeit nur mit dem teuren Phablet Galaxy Note 3 arbeitete, wären diese Zahlen katastrophal.

Samsung hat umgehend auf den Bericht reagiert und Zahlen veröffentlicht, die in einem anderen Extrem sehr erstaunlich sind. Man habe bereits 800.000 Geräte verkauft, steht laut Reuters in einer Stellungnahme des Unternehmens. Damit seien die eigenen Erwartungen übertroffen worden, teilt das südkoreanische Unternehmen mit und kündigt an, die PR-Trommel für die Galaxy Gear vor Weihnachten noch kräftiger zu rühren.

Verkauft oder ausgeliefert?

Auch wenn angesichts der aktuell schon massiven Werbung selbst nach schlechten Kritiken und einem holprigen Verkaufsstart die Zahlen von "BusinessKorea" nicht plausibel scheinen, dürfte auch Samsung die Realität etwas beschönigen. Die Uhr wird oft in Verbindung mit einem Galaxy Note 3 oder in anderen Aktionen angeboten und vermutlich würde sie zum Preis von 300 Dollar oder Euro alleine weniger gut verkauft. Außerdem könnte es sich bei den 800.000 Geräten eigentlich um an den Handel ausgelieferte Smartwatches handeln, die zu einem guten Teil erst noch verkauft werden müssen. Ein Flop dürfte die Galaxy Gear für Samsung aber so oder so nicht sein. Schließlich ging es bei der Computeruhr in erster Linie darum, den Massenmarkt für solche Geräte zu öffnen und der Konkurrenz - vor allem Apple - zuvorzukommen.

Im gleichen Licht müssen die Angaben von "BusinessKorea" zum Galaxy Round gesehen werden. Das Smartphone mit gebogenem Display wurde vor allem vorgestellt, um den einheimischen Rivalen LG die Schlagzeilen zu stehlen. Dass kaum jemand das zu dicke und schwere Gerät haben möchte, kann Samsung verkraften - schließlich produziert es nur 50.000 Stück für den einheimischen Markt. Ärgerlich wäre es für den Konzern aber, wenn LG mit seinem innovativeren G Flex erfolgreicher wäre.

Quelle: ntv.de, kwe