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Schwerer Abschied von Windows XP Viele deutsche Firmen sind leichtsinnig

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Windows XP hat auf Firmenrechnern nach dem 8. April nichts mehr zu suchen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Eine Umfrage ergibt, dass noch in vielen deutschen Unternehmen veraltete Rechner mit Windows XP stehen, obwohl Microsoft das Betriebssystem ab dem 8. April nicht mehr unterstützt. Besonders leichtsinnig sind mittelständische Firmen.

Am 8. April beendet Microsoft endgültig den Support für das fast 13 Jahre alte Windows XP. Danach gibt es keine Updates für die Software mehr, nur noch neue Virensignaturen für das hauseigene Schutzprogramm Security Essentials. Nicht nur weil Microsofts Virenwächter alles andere als zuverlässig schützt, leben ab diesem Zeitpunkt XP-Nutzer sehr gefährlich. Das Risiko, dass Viren und Trojaner das System infizieren, ist dann immens hoch.

Besonders Unternehmen sollten daher so schnell wie möglich handeln, rät der Branchenverband Bitkom. Angreifer könnten nach dem Support-Ende noch leichter die Sicherheitslücken bei Windows XP nutzen, um in das Unternehmensnetzwerk einzudringen und von dort aus weiteren Schaden anzurichten. Alles in allem steige das Risiko von Systemfehlern und Ausfällen der IT-Systeme, was hohe Kosten verursachen könne.

Einige wollen gar nicht umrüsten

Doch wie eine aktuelle Umfrage von "TecChannel" unter rund 700 IT-Entscheidern und -Spezialisten von mittelständischen Unternehmen ergeben hat, gibt es in deutschen Firmen immer noch sehr viele Computer, auf denen Windows XP läuft. In einem Viertel der an der Studie beteiligten Unternehmen stehen demnach noch veraltete Rechner, in knapp fünf Prozent der Unternehmen läuft Windows XP sogar auf allen Computern. Etwa ein Drittel der Mittelständler mit veralteter IT wollen noch bis zum 8. April umstellen, 22 Prozent erst danach. "Erschreckend" nennt "TecChannel", dass 27 Prozent der XP-Firmen keine Migrationspläne haben.

Großunternehmen sind offensichtlich weit umsichtiger. Bei Microsofts Kunden laufe der Umstieg auf Hochtouren, von 500 Unternehmen seien noch 22 Risikokandidaten, sagte der deutsche Windows-Chef Jakob Gürtler am 12. Februar. Insgesamt seien zwischen elf und 30 Prozent von insgesamt 60 Millionen Rechnern in deutschen Unternehmen betroffen. Auch Microsoft macht sich vor allem noch wegen der vielen XP-Rechner in mittelständischen Unternehmen Sorgen. Bei Firmen mit fünf bis 250 Mitarbeitern gebe es die Befürchtung, dass die Migration auf ein aktuelles Betriebssystem zu spät erfolge, sagte Gürtler.

Windows 7 beliebter als Windows 8

Die Firmen, die aufrüsten, setzen laut "TecChannel" zu 65 Prozent auf Windows 7, nur 13 Prozent wollen auf Windows 8 upgraden. 21 Prozent werden Microsoft komplett den Rücken kehren und beispielsweise auf Linux umsteigen.

Die Umfrage hat auch deutlich gemacht, warum viele kleine und mittelständische Unternehmen so lange an Windows XP festgehalten haben oder immer noch nicht wechseln möchten. Sie verwenden eigene Programme oder Software von Drittherstellern, die unter einer neuen Windows-Version nicht laufen. Jeweils ein Drittel nannte auch fehlende technische und personelle Ressourcen sowie die Kosten als Grund.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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