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Bildungsstreik 2.0 Studentenprotest organisiert sich im Web

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Rund 50.000 Studenten, Schüler und Auszubildende haben heute nach Angaben des Netzwerks Bildungsstreik bundesweit gegen Reformen an Universitäten und Schulen protestiert. Die Universitäten in Bonn, Braunschweig und Nürnberg-Erlangen seien besetzt, sagte einer der Sprecher des Netzwerks, Philipp Tassev. In Berlin seien 12.000 Demonstranten auf die Straße gegangen, in München hätten sich 10.000 an einer Kundgebung beteiligt.

Wer einen Blick in die besetzten Hörsäle werfen möchte, kann dies per Live-Stream tun. In den frühen Morgenstunden, kann man dort die Studenten beobachten, wie sie, in ihre Schlafsäcke gehüllt, friedlich schlummern.

Kräftig organisiert wird dagegen bei unsereunis.de und bildungsstreik.net, den beiden großen Portalen des Streiks. Und trotzdem verlieren sich viele Informationen im Dickicht der Sozialen Netzwerke, wie Facebook oder den einzelnen Protestseite der Hochschulen.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

So kommen wenige der im Web 2.0 geplanten Aktionen wirklich in der realen Welt an. Schlafende Studenten "protestieren" in den Sälen der Unis, Schüler machen einen Fahrradkurso. Erzwingt man so Verändernung?

Die Studierenden wollen Nachbesserungen an der sogenannten Bologna-Reform, mit der die Studiengänge in Europa angeglichen und vergleichbar gemacht werden sollen. In der Kritik stehen vor allen die Bachelor- und Masterstudiengänge. So ist beispielsweise trotz der angestrebten Vergleichbarkeit ein Wechsel von Studienorten oft schwierig, weil häufig jede Universität die Studiengänge verschieden ausgestaltet.

Es gibt aber auch Gegenbewegungen: Unter dem Motto "Studieren statt Blockieren", formieren sich bei Facebook Gruppen, die ein Ende der Hörsaalbesetzungen fordern.

 

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Netzreporter Moritz Wedel

 

 

 

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Quelle: ntv.de