Wirtschaft

Möglicher Atom-Kompromiss Anleger greifen bei RWE- und Eon-Aktien zu

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Sich ein paar deutsche Versorger-Aktien schnappen - das wollen heute einige Anleger.

Es zeichnet sich ein Ausweg für die deutschen Energiekonzerne aus dem Atommüll-Streit ab - wenn auch ein teurer. Doch für Anleger scheint selbst der Milliarden-Kompromiss mit dem Bund besser als alles andere: Die Aktien der Versorger legen ordentlich zu.

Ein von der Atomkommission vorgeschlagener Kompromiss zur Finanzierung der Atommüll-Lagerung hat die Aktien der deutschen Versorger angetrieben. Die Papiere von RWE stiegen um vier Prozent auf 12,91 Euro, die Titel von Eon kletterten knapp drei Prozent auf 9,33 Euro.

Die Atomkommission des Bundes hatte sich nach monatelangen Verhandlungen nach Angaben von Teilnehmern auf einen Vorschlag zur Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls verständigt. Für 23,3 Milliarden Euro können sich demnach die AKW-Betreiber von den Kostenrisiken der Abfall-Lagerung freikaufen, sagten Mitglieder des Gremiums.

Eon und RWE seit Jahren unter Druck

"Das liegt im unteren Bereich der Schätzungen", sagte ein Börsianer. Im Gespräch waren zuvor zwischen 22 und 26 Milliarden Euro. Ein anderer Händler kommentierte: Das sei besser als befürchtet. Zudem helfe den Aktien, dass der Beschluss der Kommission mit 19 Mitgliedern aus gesellschaftlichen Gruppen den Angaben zufolge einstimmig ausgefallen sei.

Die Papiere der beiden großen deutschen Energieversorger sind im Zuge der Energiewende ordentlich unter die Räder gekommen. RWE-Aktien haben in den vergangenen drei Jahren mehr als die Hälfte an Wert verloren, einen Großteil davon 2015. Ebenfalls trübe sah es bis zuletzt bei Eon aus: Die Aktie hat im vergangenen Jahr fast 40 Prozent eingebüßt.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ