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Geld für Atommüll-Lagerung AKW-Betreiber sollen 23 Milliarden einzahlen

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Die Endlagerung von Atommüll wird erst ab 2050 ein Thema - das Geld der AKW-Betreiber soll bis dahin zinsbringend angelegt werden können.

(Foto: dpa)

Die Lagerung von Atommüll kostet Milliarden. Weil sich die Energieversorger teilweise in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, fordert die Regierungskommission eine Absicherung: Die AKW-Betreiber sollen gut 23 Milliarden in einen Fonds einzahlen.

Die vier Atomkonzerne sollen nach dem Willen der Regierungskommission die vollen Kosten für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll auf einen staatlichen Fonds übertragen. Sie sollten 23,34 Milliarden Euro überweisen, heißt es aus Verhandlungskreisen. Darauf habe sich die 19-köpfige Kommission einstimmig geeinigt. Die Bundesregierung muss noch zustimmen.

Die Summe setze sich aus den Rückstellungen der Konzerne sowie einem entsprechenden Risikoaufschlag von 6,14 Milliarden Euro zusammen, um Mehrkosten aufzufangen. Dieser Risikosaufschlag war bis zuletzt heftig umstritten. Die Unternehmen pochten auf einen niedrigere Summe, Teile der Kommission dagegen auf eine höhere.

Claudia Kemfert, Energieexpertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), sieht in der Forderung ein gutes Geschäft für die AKW-Betreiber. Im Interview mit n-tv sagte sie zur Empfehlung der Regierungskommission, dass sich die Konzerne damit quasi freikaufen könnten - sie hätten ja sonst sehr viel höhere Kosten zu tragen. "Das bedeutet eben auch, dass die Gesellschaft die restlichen Kosten zahlen muss. Für die Gesellschaft ist dies ein schlechter Deal."

Die Endlagerung wird aber erst ab 2050 ein Thema. Das in den staatlichen Fonds eingezahlte Geld der Konzerne soll bis dahin zinsbringend angelegt werden. Ferner will die Kommission vorschlagen, dass die Unternehmen die Stilllegung und den Rückbau der Atommeiler übernehmen und dafür unbegrenzt haften. Die Vorschläge sollen am Nachmittag vorgestellt werden.

Eon, RWE, EnBW und Vattenfall befinden sich derzeit teilweise in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dies und interne Umstrukturierungen der Konzerne hatten zu Befürchtungen geführt, es könnten keine Rücklagen für die Lagerung des Atommülls übrig bleiben. Deswegen wurde vorgeschlagen, das Geld in einen öffentlichen Fonds zu überführen.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP/rts

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