Wirtschaft

700 von 763 Maschinen am Boden Lufthansa fliegt auf Sparflamme

Ausgedünnter Flugplan, Kurzarbeit und ausfallende Dividende: Die Lufthansa reagiert mit drastischen Maßnahmen auf die sich ausweitende Corona-Krise. Es herrsche ein "ungekannter Ausnahmezustand" sagt Vorstandschef Spohr. Staatliche Hilfe schließt er nicht aus.

Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Coronakrise noch stärker zusammen als bisher bekannt. Bis 19. April fänden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, teilte der Dax-Konzern bei der Vorlage der Jahresbilanz in Frankfurt am Main mit. Rund 700 von 763 Flugzeugen des Konzerns blieben vorläufig am Boden. Fernverbindungen bietet die Lufthansa vorerst nur noch ab Frankfurt am Main und dreimal pro Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich an. In München sollen nur noch Kurzstreckenflüge des Ablegers Cityline abheben. Die Maschinen sollen vorwiegend Deutsche aus dem Ausland zurückholen.

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Zu einer Prognose für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr sah sich Vorstandschef Carsten Spohr weiterhin nicht in der Lage. "Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Weltwirtschaft und auch unser Unternehmen in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt", sagte der Manager. Die Folgen könne derzeit niemand absehen. "Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann."

Dieser außergewöhnlichen Situation müsse der Konzern "mit drastischen und zum Teil schmerzhaften Maßnahmen begegnen", sagte Spohr. Beschäftigte müssten in Kurzarbeit gehen, die Dividende falle aus, und der Vorstand verzichte auf 20 Prozent seiner Grundvergütung.

Spohr hatte bereits vergangene Woche in einer Videobotschaft an die Beschäftigten erklärt, staatliche Hilfe werde womöglich gebraucht. Die Lufthansa werde in allen Heimatmärkten mit den Regierungen darüber sprechen. Die belgische Tochter Brussels Airlines hat den Staat bereits um Finanzhilfe gebeten, nach Medienberichten um 200 Millionen Euro.

"Die Lufthansa Group ist finanziell gut gerüstet"

Im vergangenen Jahr sank der Gewinn des Unternehmens das zweite Jahr in Folge. Der Konzerngewinn halbierte sich fast auf 1,2 Milliarden Euro, während der Umsatz um 2,5 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro kletterte. Die bereinigte operative Marge sank auf 5,6 von acht Prozent. Als Gründe führte die Lufthansa höhere Treibstoffkosten, eine schwächere Nachfrage wegen des Konjunkturabschwungs und Preisdruck durch den scharfen Wettbewerb in Europa an. Darunter litt vor allem die Billigflugtochter Eurowings, die weiter Verlust schrieb, wenn auch deutlich weniger als im Vorjahr.

"Die Lufthansa Group ist finanziell gut gerüstet, um auch einer außergewöhnlichen Krisensituation wie der jetzigen zu begegnen", erklärte der Dax-Konzern. Die Finanzverschuldung der Airline beläuft sich auf 4,3 Milliarden Euro. In gleicher Höhe verfügt die Lufthansa aktuell über liquide Mittel. Zusätzlich gebe es eine Kreditlinie über 800 Millionen Euro. "Weitere Mittelaufnahmen befinden sich aktuell in Umsetzung."

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/rts

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