Wirtschaft

Übernahme möglich Lufthansa schielt auf Condor

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Condor gehört derzeit Thomas Cook.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Lufthansa plant den Ausbau ihrer Billig-Airline Eurowings. Deshalb strebt der Dax-Konzern nach einer Partnerschaft mit der Ferienfluglinie Condor. Sogar ein vollständiger Erwerb von Condor ist nicht auszuschließen.

Die Lufthansa strebt Unternehmensinsidern zufolge eine Partnerschaft oder Übernahme der deutschen Ferienfluglinie Condor an. Verhandlungen mit dem britischen Reisekonzern Thomas Cook, zu dem Condor gehört, liefen seit Monaten, sagten Insider. Im Kern gehe es darum, dass die Lufthansa mit der 46 Flugzeuge großen Condor ihre eigene Billig-Airline Eurowings möglichst schnell ausbauen will, hieß es. Im Ergebnis könnten die Verhandlungen zu einer Marketing-Kooperation führen, bei der die Lufthansa Flugkapazitäten von Condor einkaufe. Möglich sei am Ende aber auch eine Kapitalbeteiligung oder eine komplette Übernahme der 4000 Mitarbeiter starken Airline.

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Bei einem Kauf will die Lufthansa offenbar kaum Geld auf den Tisch legen. "Aufgrund der 800 Millionen Euro Schulden von Condor, die die Lufthansa voraussichtlich übernehmen müsste, wird es bei einer Übernahme nur einen symbolischen Preis geben", sagte einer der Insider. Zudem müsse Condor bald seine Boeing-Langstreckenflotte erneuern.

Die Verhandlungen, die schon mindestens seit Januar laufen, könnten auch noch scheitern. Ein erster Anlauf sei im vergangenen Sommer wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen abgesagt worden. Lufthansa, Condor und Thomas Cook wollten sich dazu nicht äußern.

Mit der in Frankfurt ansässigen Condor fliegen im Jahr gut sieben Millionen Passagiere. Im jüngsten Geschäftsjahr summierte sich der operative Gewinn auf 56 Millionen Pfund (71 Millionen Euro).

Lufthansa auf Einkaufstour

Condor ist nicht die einzige Fluglinie, die die Lufthansa derzeit im Visier hat. Um Eurowings voranzubringen, verhandle der Konzern auch mit den Eignern der skandinavischen SAS, hatten zwei mit den Planungen der Lufthansa vertraute Personen vor einer Woche gesagt. Zudem werde über den Kauf eines Aktienpakets von 55 Prozent an Brussels Airlines mit den Besitzern gesprochen. 45 Prozent an der belgischen Gesellschaft hält die Lufthansa bereits.

Eurowings ist der neue Billig-Ableger der Lufthansa und so konzipiert, dass noch weitere Fluglinien dazukommen können. Die Eurowings-Flotte solle auf 220 bis 230 Flugzeuge wachsen von derzeit knapp 90, damit die Gesellschaft mit den Marktführern Ryanair und Easyjet mithalten könne, hatte einer der Quellen gesagt.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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