Wirtschaft

"Wir klären schonungslos auf" Neuer VW-Chef erklärt Ernst der Lage

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"VW steht vor nie dagewesenen Herausforderungen."

(Foto: dpa)

Der Abgas-Skandal erschüttert Volkswagen bis ins Mark. Konzernchef Müller will beim schwierigen Weg raus der Krise die Belegschaft mitnehmen. Derweil setzt die EZB offenbar den Ankauf einiger VW-Anleihen vorübergehend aus.

Der neue Volkswagen-Vorstandschef Matthias Müller hat den weltweit rund 600.000 Beschäftigten des Konzerns eine umfassende Aufklärung des Abgas-Skandals zugesichert. "Wir klären jetzt schonungslos auf", heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter, aus dem das "Handelsblatt" zitiert.

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Zusammen mit Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh weist Müller auch auf den Ernst der Lage hin. "Unser Unternehmen steht vor nie dagewesenen Herausforderungen", betonen beide. Man werde alles tun, um das Vertrauen der Kunden, Partner, Investoren und der gesamten Öffentlichkeit Stück für Stück zurückzugewinnen.

Neben der Aufklärung werde es eine der wichtigsten Aufgaben sein, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder vorkommen könne. "Dazu werden wir die strengsten Compliance- und Governance-Standards der gesamten Branche entwickeln und umsetzen. Auch hier müssen wir in Zukunft Maßstäbe setzen."

EZB reagiert auf Abgas-Skandal

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat offenbar den Ankauf einiger Volkswagen-Anleihen vorübergehend ausgesetzt. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, nahm die EZB Ende vergangener Woche einige von Volkswagen Financial Services begebene forderungsbesicherte Anleihen vorübergehend von ihrem Anleihekaufprogramm aus. Laut dem Informanten will sich die Notenbank zunächst einmal die aktuelle Entwicklung anschauen.

Hintergrund dieses Schritts ist unter anderem der Umstand, dass angesichts des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen von VW voraussichtlich höhere Finanzierungskosten auf das Unternehmen zukommen. Die drei großen Ratingagenturen prüfen die Bonität von VW bereits auf eine mögliche Herabstufung. S&P, Moody's und Fitch verwiesen dabei unter anderem auf den schweren Imageschaden und die enormen Kosten, die in Folge des Manipulationsskandals auf den Konzern zukommen können.

Winterkorn fordert Auszahlung

Derweil pocht der zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn einem Zeitungsbericht zufolge auf die Auszahlung seines noch bis Ende 2016 laufenden Vertrags. Im Aufsichtsrat gebe es allerdings Widerstände gegen die Forderungen angesichts der Milliardenkosten, die dem Konzern aus der Abgas-Affäre drohten, hieß es in der "Bild am Sonntag".

Winterkorn verdiente im vergangenen Jahr 15,9 Millionen Euro und war damit Spitzenreiter unter den Chefs der 30 Dax-Unternehmen. VW lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/rts/DJ

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