Wirtschaft

Verdacht auf "schweren Betrug" Pariser Justiz nimmt VW ins Visier

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Die französische Regierung will VW-Wagen Stichproben unterziehen und eventuell Fördergelder zurückfordern.

(Foto: dpa)

Frankreich reiht sich ein in die Liste der Staaten, die auch strafrechtlich wegen der Abgasmanipulationen gegen Volkswagen ermitteln. Auch aus einem anderen Nachbarland gibt es neue, schlechte Nachrichten für den deutschen Krisen-Konzern.

Die französische Justiz hat im VW-Abgas-Skandal Vorermittlungen wegen schweren Betrugs eingeleitet. Diese richteten sich gegen den deutschen Autobauer, sagte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft. Die französischen Behörden wollen dazu auch Kontakt zu ihren deutschen Kollegen aufnehmen - die Braunschweiger Staatsanwaltschaft führt bereits Ermittlungen wegen der Affäre.

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Der für Verkehrsthemen zuständige Vizepräsident der Hauptstadtregion Ile-de-France hatte den Fall zuvor bei der Pariser Staatsanwaltschaft angezeigt. In Frankreich sind rund 950.000 Autos von den Manipulationen mit der Abgas-Software betroffen. Die Regierung kündigte als Reaktion Stichproben der Abgaswerte von 100 Fahrzeugen an und erwägt auch, Fördergelder für umweltfreundliche Autos von VW zurückzufordern.

Auch die italienische Kartellbehörde leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Das Amt ermittle in dem Fall wegen unlauteren Geschäftsgebarens, wie die Behörde in Rom mitteilte. Sie will demnach prüfen, ob Verbraucher durch Angaben zu Emissionen von VW-Autos in Werbekampagnen und Broschüren in die Irre geführt wurden. Es geht um Modelle der Marken Volkswagen, Audi, Seat und Skoda, die von 2009 bis 2015 verkauft wurden. Das Kartellamt hat dazu nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen Hinweise von Verbraucherverbänden bekommen.

In zahlreichen Ländern in aller Welt haben Staatsanwaltschaften bereits Verfahren wegen des Verdachts auf Betrug gegen den deutschen Autobauer eingeleitet. Hinzu kommen Klagen von Kunden und Anlegern sowie Untersuchungen von Umwelt- und Verkehrsbehörden und der Finanzaufsicht. Eine Gesamthöhe der auf VW zukommenden Kosten ist bislang kaum abschätzbar.

Unterdessen hat die Schweiz für von der Abgasmanipulation betroffene Neufahrzeuge des Volkswagen-Konzerns ein Zulassungsverbot ausgesprochen. "Das Bundesamt für Straßen hat heute eine Weisung erlassen, die verhindert, dass die von Abgasmanipulationen betroffenen Fahrzeuge auf Schweizer Straßen gelangen", heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Betroffen seien Modelle der Marken Audi, Seat, Skoda und Volkswagen der Baujahre 2009 bis 2014 mit den Dieselmotoren 1,2 TDI, 1,6 TDI und 2.0 TDI (EURO5), teilte das Bundesamt für Straßen mit. Das vorläufige Zulassungsverbot gelte ab kommendem Montag. Über eine Aufhebung des Zulassungsverbots werde entschieden, wenn neue Erkenntnisse vorliegen.

Quelle: n-tv.de, mbo/DJ/AFP

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