Wirtschaft

Vorschlag vor Opec-Sitzung Saudis wollen Ölmarkt stabilisieren

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Eine Reihe von Förderländern steht wegen der niedrigen Preise unter Druck.

(Foto: dpa)

Derzeit wird mehr Erdöl gefördert als gebraucht wird. Nun fordert Saudi-Arabien angeblich eine Drosselung der Produktion durch Iran und Irak. Die saudische Ölförderung läuft derzeit auf Hochtouren.

Saudi-Arabien arbeitet einem Medienbericht zufolge an einem Vorschlag für eine Stabilisierung des Ölmarktes. Dieser sehe unter anderem die Forderung an die Opec-Mitglieder Iran und Irak vor, ihre Produktion zu senken, berichtete der Branchendienst "Energy Intelligence". Auch Produzenten, die nicht Mitglied der Opec sind wie Russland, würden einbezogen. Der Vorschlag wäre das erste konkrete Kompromiss-Signal Saudi-Arabiens, das sich bislang Forderungen nach einer Intervention zum Stopp des Ölpreisverfalls widersetzt hat.

Es werde aber wohl schwierig, den Vorschlag umzusetzen, der auf Äußerungen führender Opec-Mitglieder basiere, weil die beteiligten Parteien unterschiedliche Auffassungen darüber hätten, welches Land die Ölförderung kürzen solle, hieß es in dem Bericht.

Saudi-Arabien lässt derzeit die Ölproduktion auf Hochtouren laufen, um seinen Marktanteil zu verteidigen. Der Preis für den Rohstoff hat sich seit Juni 2014 mehr als halbiert. Hintergrund ist ein Überangebot im Zuge des Förderbooms in den USA durch die umstrittene Fracking-Technik und wegen einer schwächelnden Nachfrage infolge der mauen Weltkonjunktur.

Beratung in Wien

Die Opec-Ölminister wollen bei ihrem halbjährlichen Treffen am Freitag in Wien über die zukünftige Förderpolitik des Kartells beraten. Im vergangenen Sommer hatten sich die zwölf Opec-Staaten erneut auf eine Ölmenge von 30 Millionen Barrel am Tag (je 159 Liter) verständigt. Die tatsächliche Fördermenge lag zuletzt jedoch deutlich darüber. Die eher niedrigen Ölpreise setzen eine Reihe von Förderländern unter Druck. Zu ihnen gehören Venezuela, der Iran und Russland.

In den vergangenen Wochen waren die Ölpreise starken Schwankungen unterworfen. Zwei Tage vor der Sitzung in Wien gaben sie noch einmal nach. Am Mittwoch kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar 44,25 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 26 Cent auf 41,59 Dollar. Im Sommer 2014 kostete das Fass noch rund 100 Dollar.

Drei Viertel der bekannten Reserven

Das Opec-Treffen werde voraussichtlich nur geringe Auswirkungen auf die Preise haben, hieß es etwa beim Wiener Energieberatungsunternehmen JBC Energy. Die Opec liefert derzeit rund ein Drittel des weltweiten Rohöls. Das Kartell besitzt jedoch drei Viertel der bekannten Reserven.

Es wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet. Ziel war es, die Ölquellen statt der Ölkonzerne selbst zu kontrollieren und mit Förderabsprachen auch den Ölpreis zu beeinflussen, um sich stabile Gewinne zu sichern. Heute hat das Ölkartell 12 Mitgliedsländer. Indonesien soll zudem als 13. Mitglied wieder aufgenommen werden. Das Land war bereits von 1962 bis 2009 in der Opec aktiv.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/dpa

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