Donnerstag, 26. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Erst pfui, dann hui: Dax ist wieder fünfstellig

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eigentlich waren die extrem schlechten US-Arbeitsmarktdaten am frühen Nachmittag ein Hammer, aber dennoch erholten sich die europäischen Börsen danach von ihren Tiefs. Dazu trugen die starken Zugewinne an den US-Börsen bei.

Ein Grund für die Markterholung dürfte aber auch sein, dass sich hinter der Konsenserwartung zu den US-Jobzahlen erhebliche Abweichungen bei den einzelnen Schätzungen verborgen haben. Zum Teil wurden noch deutlich schlechtere Werte erwartet. Daneben haben einige Investmenthäuser damit begonnen, Anlegern zum Einstieg in den Aktienmarkt zu raten. Außerdem dürften einige Anleger die schwachen Daten ignorieren und auf die Kraft des 2 Billionen Dollar schweren Konjunkturprogramms der US-Regierung setzen. Mehr noch: Er wurde erwartet, dass die Trump-Administration noch nachlegt.

Der Dax, der sich lange in der Verlustzone befand, ging mit einem Plus von 1,3 Prozent auf das Tageshoch von 10.001 Punkten aus dem Handel. Der MDax gewann sogar 3,2 Prozent auf 21.426 Zähler. Der TecDax stieg um 1,9 Prozent auf  2592 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 1,3 Prozent auf 2838 Punkte nach oben. Insgesamt herrschte in Frankfurt - wieder einmal - ein nervöser Handel.

Einsam an der Dax-Spitze notierten heute Heidelbergcement mit plus 7,9 Prozent. Am Dax-Ende rangierten Deutsche Bank mit minus 1,5 Prozent.

17:15 Uhr

Finnen haben Versorger Uniper im Sack

Der finnische Großaktionär Fortum ist bei der Übernahme des Energiekonzerns Uniper endgültig am Ziel. Er übernahm den Großteil der Uniper-Aktien aus dem Besitz der Hedgefonds Elliott und Knight Vinke, wie Fortum in Espoo mitteilte. Fortum zahlt den Fonds insgesamt bis zu 2,6 Milliarden Euro für ihre Anteile. Damit steige die Gesamtinvestition in Uniper auf 6,5 Milliarden Euro.

Der finnische Versorger hält nun 69,6 Prozent an dem deutschen Kraftwerksbetreiber. Die letzte Tranche - ein Minimum von 1 Prozent und ein Maximum von 3,8 Prozent der Aktien - soll innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen werden.

16:56 Uhr

MTU gibt Prognose auf - und spart

Das Coronavirus durchkreuzt auch die Planungen des Triebwerksbauers MTU Aero Engines. Die Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr seien - anders als vor einer Woche gedacht - endgültig nicht mehr zu halten, teilte das Münchner Unternehmen mit. Im Februar hatte das jüngste Dax-Mitglied für den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) jeweils hohe einstellige Zuwachsraten in Aussicht gestellt. Das sei nicht mehr realistisch, hieß es nun.

Der Airbus- und Boeing-Zulieferer hat aber bereits einen Katalog von Sparmaßnahmen ausgearbeitet, um die Ausgaben zu drosseln. Anfang der Woche hatte MTU bereits die Produktion in Europa weitgehend auf Eis gelegt. Von kommender Woche an soll der Triebwerksbau für zunächst drei Wochen ruhen, eine Woche später auch die Instandhaltung.

MTU Aero Engines
MTU Aero Engines 152,70

16:36 Uhr

Dax kämpft gegen Coronavirus - und kommt kaum voran

Die Versuche des Dax, wieder auf die Beine zu kommen, sind noch nicht wirklich nachhaltig erfolgreich. Womit Anleger jetzt rechnen müssen, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anouch Wilhelms von der Commerzbank.

16:23 Uhr

Deutsche Autobauer sparen durch Kurzarbeit kräftig

In der deutschen Automobilbranche hätten schon viele Unternehmen Kurzarbeit angemeldet oder dürften es bald tun. Den Unternehmen ermöglicht dieses Instrument, ihr Reservoir an Talenten zu behalten und damit besser auf ein Wiederanspringen der Nachfrage vorbereitet zu sein.

Nach Ansicht der Bundesregierung dürften mehrere Millionen Menschen von Kurzarbeit profitieren. Der Analyst Tim Rokossa von der Deutschen Bank merkt an, dass rund 800.000 Menschen in Deutschland direkt in der Automobilindustrie arbeiteten. Der Staat übernehme bis zu 67 Prozent des Nettolohns, und zumindest die großen Konzerne dürften die Löhne bis fast auf das normale Niveau aufstocken.

Die vier großen Branchenvertreter in Deutschland dürften damit insgesamt im Monat etwa 1 Milliarde Euro einsparen. Dabei entfielen auf Volkswagen 350 Millionen Euro, auf Daimler 225 Millionen Euro, auf BMW 160 Millionen Euro und auf Continental 55 Millionen Euro, schätzt der Analyst.

16:04 Uhr

Tote Hose auch bei Autohändlern - ZDK für höheres Kurzarbeitergeld

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(Foto: imago/Westend61)

Auch im deutschen Autohandel gibt es nun wegen der Coronavirus-Krise nahezu flächendeckend Kurzarbeit. Rund 70 Prozent der Autohäuser und Kfz-Betriebe hätten bereits Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, berichtete der Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Für die Mitarbeiter im Verkauf hätten sogar 90 Prozent der Betriebe Kurzarbeit beantragt.

In Deutschland ist zur Eindämmung der Pandemie auch der stationäre Autohandel untersagt worden. Das sei für viele Autohändler eine Katastrophe, weil das Verbot die verkaufsstarke Frühjahrssaison treffe. Die dadurch verursachten Umsatzausfälle könnten, abhängig von der Dauer der Krise, für viele Unternehmen existenzbedrohend werden, beklagt der Verband. Sein Präsident Jürgen Karpinski forderte eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf 80 beziehungsweise 87 Prozent des Nettoeinkommens.

15:39 Uhr

"Telefon hört nicht auf zu klingeln" - Gold heiß begehrt

Goldpreis
Goldpreis 1.794,67

Gold gilt unter Investoren als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. In der beispiellosen Corona-Krise verzeichnen Experten nun eine regelrechte Nachfrageexplosion, sowohl bei Rohstoffhändlern als auch Einzelkäufern. Während die Viruspandemie einen zunehmend düsteren Schatten auf die gesamte Weltwirtschaft wirft, scheint das Edelmetall umso verlockender zu glänzen - so sehr, dass die derzeitigen Goldbestände an ihre Grenzen stoßen.

"Das Telefon hört nicht mehr auf zu klingeln", sagt Alessandro Soldati, Chef von Gold Avenue, dem Online-Ableger des Schweizer Edelmetallspezialisten und Barrenproduzenten MKS PAMP. Die Nachfrage sei "explodiert". In den vergangenen drei Wochen gab es demnach mehr Verkäufe als im gesamten vierten Quartal des letzten Jahres.

Wie sah es heute aus? Der Goldpreis notierte am Nachmittag 1,4 Prozent höher bei 1635 US-Dollar.

15:23 Uhr

Größeres US-Hilfspaket? - Dow startet durch - Dax im Plus

Der Rekordflut an Arbeitslosenanträgen zum Trotz: Die US-Börsen haben noch weiter zulegen. Der Dow Jones schoss am Nachmittag (MEZ) um 4,4 Prozent auf 22.126 Punkte nach oben. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 4,1 auf 2577 Stellen zu.  Im Gefolge baute der Dax vollständig ab und notierte 0,1 Prozent höher bei 9883 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 2807 Stellen.

Die Coronavirus-Krise schlägt voll auf den US-Jobmarkt durch. Sollte sich die Wall Street im Plus halten, würde das darauf hindeuten, dass die Marktteilnehmer ein größeres Konjunktur- oder Finanzpaket von der Regierung erwarteten als die vereinbarten 2 Billionen Dollar, sagte Marktstratege Quincy Krosby vom Vermögensverwalter Prudential. "Es muss aufgestockt werden."

Bei den Einzelwerten lagen Boeing mit einem Plus von mehr als zehn Prozent ganz oben auf der Dow-Gewinnerliste. Die US-Regierung sagte der angeschlagenen Luftfahrtbranche Hilfen in Milliardenhöhe zu. Die Papiere von Caterpillar notierten rund ein halbes Prozent höher, obwohl der Baumaschinenkonzern angesichts der Viruskrise seine Jahresziele kassierte.

15:04 Uhr

Opel greift seinen Händlern unter die Arme

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(Foto: REUTERS)

Der Autobauer Opel unterstützt seine Händler, deren Geschäftsräume in der Corona-Krise geschlossen bleiben müssen: Gemeinsam mit den Handelspartnern sei ein Maßnahmenpaket "zur Verbesserung von Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit" beschlossen worden, teilte der Konzern mit. Demnach erhalten deutsche Opel-Partner unter anderem vergünstigt Neu- und Gebrauchtwagen sowie "Erleichterungen bei den Standards und Verkaufsprogrammen". Auch der Online-Verkauf solle "so schnell wie möglich vorangetrieben werden".

Opel versicherte, während die Ausstellungsräume der Vertragshändler geschlossen bleiben müssten, hätten ihre Service-Werkstätten weiter geöffnet. Verkaufsteams seien "per Telefon, E-Mail und Facebook Messenger" erreichbar.

14:49 Uhr

Commerzbank erwartet noch deutlich mehr US-Arbeitslose

Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt wird sich nach Ansicht der Commerzbank noch weiter verschlimmern. Das Geldinstitut rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten bis Mitte des Jahres um 13 Millionen auf 19 Millionen steigen werde - entsprechend einer Arbeitslosenquote von 11,5 (Februar: 3,5) Prozent.

Die Prognose beruht nach Aussage der Coba-Volkswirte Christoph Balz und Bernd Weidensteiner auf der Annahme, dass die Beschäftigung im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise ebenso stark wie die Wirtschaftsleistung schrumpfen wird, nämlich um knapp 8 Prozent.

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(Foto: dpa)

14:39 Uhr

Wall Street überraschend im Plus - Dax verringert Verlust

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(Foto: AP)

Trotz gruseliger Meldungen zum US-Arbeitsmarkt ist die Wall Street mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der Dow Jones legte um 1,7 Prozent auf 21.565 Punkte zu. Der S&P-500 notierte 1,3 Prozent höher bei 2510 Stellen. Daraufhin verringerte in Frankfurt auch der Dax sein Minus auf 0,9 Prozent - der Leitindex lag bei 9788 Punkten.

Die Arbeitsmarktdaten sind an den Börsen scheinbar schon eingepreist worden. Zudem machte Fed-Chef Jerome Powell klar, dass der US-Notenbank im Kampf gegen die Corona-Krise die Munition nicht ausgehen werde.  

14:17 Uhr

Jerome Powell zur Munition der US-Notenbank

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Jerome Powell

(Foto: REUTERS)

Die US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung von Notenbankpräsident Jerome Powell infolge der Virus-Krise bereits im wirtschaftlichen Abschwung stecken. "Wir könnten bereits in der Rezession sein", sagte Powell in einem seiner seltenen TV-Auftritte. Zugleich äußerte der Fed-Chef die Hoffnung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im späteren Jahresverlauf wieder wachse. Zuvor müsse jedoch die Virus-Krise unter Kontrolle gebracht werden.

"Das Virus gibt den Zeitplan vor", sagte Powell. Er stellte zudem heraus, dass die Fed trotz massiver Lockerungsschritte infolge der Krise noch über Mittel zur Krisenbekämpfung verfüge. Er versicherte, dass der Notenbank "die Munition" nicht ausgehen werde.

14:00 Uhr

Experte: Virus hinterlässt tiefe Bremsspuren auf US-Jobmarkt

Der unerwartet hohe Anstieg der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um noch nie da gewesene 3 Millionen bedeutet nach Aussage der liechtensteinischen VP Bank, dass es in den USA bereits im März zu einer größeren Entlassungswelle gekommen ist. "Das Virus hinterlässt auf dem flexiblen und nur wenig regulierten US-Arbeitsmarkt tiefe Bremsspuren", schreibt VP-Chefvolkswirt Thomas Gitzel in einem Kommentar. Zugleich lobt er aber das in Vorbereitung befindliche billionenschwere Rettungspaket der Trump-Administration.

  • "Es setzt an der richtigen Stelle an - es geht jetzt darum, dass sich vor allem Geringverdiener ohne soziale Absicherung das tägliche Brot leisten können und Unternehmen über Wasser gehalten werden." Nur so könne ein späterer Aufschwung wieder gelingen.
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13:40 Uhr

US-Arbeitsmarkt bricht ein - Dax bleibt ruhig

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Coronavirus-Pandemie schlägt mit aller Wucht auf den US-Arbeitsmarkt durch. In der vergangenen Woche stellten 3,283 Millionen Amerikaner einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Der bisherige Rekord wurde 1982 mit 695.000 registriert. Die Erstanträge gelten als wichtiger "Echtzeitindikator" der wirtschaftlichen Lage, da sie nur mit einer Verzögerung von einer Woche veröffentlicht werden.

Nach dieser Nachricht vergrößerte der Dax nur unwesentlich seinen Verlust. Der Leitindex verlor 2,7 Prozent auf 9606 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 2,6 Prozent auf 2727 Zähler ab.

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13:26 Uhr

Wall Street wohl im Minus - Jobmarktdaten werden spannend

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(Foto: REUTERS)

Die extrem volatile Achterbahnfahrt an der Wall Street dürfte sich auch heute fortsetzen. Der Aktienterminmarkt suggeriert einen schwachen Handelsbeginn am Kassamarkt. Das nachlassende Vertrauen in das Handeln der Politik in der Coronavirus-Pandemie hat sich bereits gestern Abend in New York manifestiert, als die Kurse im späten Geschäft von ihren Tageshochs zurückkamen und die Indizes zum Teil sogar ins Minus drehten.

Die Volatilität deute auf verunsicherte Investoren, die sich mit vielen widersprüchlichen Informationen auseinandersetzten, sagte ein Analyst. "Was wir sehen, ist eine sehr große Diskrepanz zwischen der gegenwärtigen Welt und der Zukunft, die die Märkte einpreisen." Immerhin hat die US-Politik das billionenschwere Stimulipaket wenigstens auf den Weg gebracht. Der US-Senat hat das größte Rettungspaket der US-Geschichte beschlossen. Allerdings muss das Repräsentantenhaus noch zustimmen, was allerdings keine Hürde darstellen dürfte.

Wie sehr das Paket gebraucht wird, dürften Anleger noch vor Handelsbeginn vor Augen geführt bekommen. Denn die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten dürften eine Explosion der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung zeigen angesichts der stark heruntergefahrenen Wirtschaftsaktivität. Händler sprechen von einem "Lackmustest" für die Börsen. Die Markterwartung liegt bei 1,5 Millionen neuen Anträgen, einige Analysten befürchten allerdings sogar eine Verzehnfachung gegenüber der Vorwoche auf rund 3 Millionen Anträge. Und dies sei möglicherweise auch nur ein erster Vorgeschmack auf das noch kommende Unheil am Arbeitsmarkt, heißt es im Handel.

12:37 Uhr

Zulieferer ZF geht von starkem Umsatzrückgang aus

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen rechnet vor dem Hintergrund der Corona-Krise mit einem deutlichen Umsatzrückgang für dieses Jahr. Er gehe davon aus, dass die Nachfrage in allen relevanten Märkten erheblich beeinträchtigt sein werde, sagte Vorstandschef Wolf-Henning Scheider. Konkrete Zahlen zu 2020 nannte er nicht.

Bereits 2019 gingen die Erlöse des Autozulieferers von 36,9 Milliarden auf 36,5 Milliarden Euro zurück. Der auf die eigenen Aktionäre entfallende Gewinn nach Steuern stürzte auf 350 (Vorjahr: 904) Millionen Euro ab. Gründe dafür waren nach Scheiders Angaben unter anderem der Brexit, Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie ein allgemein schwächeres Wachstum in China.

12:11 Uhr

Anleger wollen keine (zur) Rose mehr haben - Kurs stürzt ab

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Angesichts einer drohenden Kapitalverwässerung haben sich die Anleger in großem Stil von den Aktien der Versandapotheke zur Rose getrennt. Die Anteile der Doc-Morris-Konzernmutter fielen an der Börse in Zürich um 12 Prozent auf 120 Franken.

Das Unternehmen will mit einer fünfjährigen Wandelanleihe bis zu 175 Millionen Franken einsammeln. Angepeilt wird ein Coupon zwischen 2,75 und 3,25 Prozent sowie eine Wandelprämie zwischen 15 und 20 Prozent. Mit dem Geld will sich zur Rose unter anderem dafür wappnen, auf die signifikant gestiegene Nachfrage seit Beginn der Coronavirus-Krise reagieren zu können.

11:56 Uhr

Euphorie verflogen - Dax backt kleinere Brötchen

Nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen zwei Tage haben am deutschen Aktienmarkt wieder die roten Zahlen dominiert. Gegen Mittag notierte der Dax 1,5 Prozent tiefer bei 9729 Punkten. Die Euphorie über die massiven Konjunkturpakete dies- und jenseits des Atlantiks lasse nun nach, kommentierte ein Analyst. Der MDax sank um 0,8 Prozent auf 20.592 Zähler. Der Der EuroStoxx50 büßte 1,5 Prozent auf 2757 Stellen ein.

Trotz des schwachen Umfelds bauten die Papiere des Medizinkonzerns Fresenius und des Versorgers Eon mit plus 1,6 beziehungsweise plus 2,8 Prozent ihre Vortagesgewinne aus. Fresenius Medical Care (FMC) gewannen gut 1,5 Prozent. Fresenius-Chef Stephan Sturm sieht trotz der zugespitzten Coronavirus-Krise keinen Grund für eine Korrektur der Prognose. Schlusslicht im Dax waren BASF mit minus 4,7 Prozent.

11:30 Uhr

Daimler plant Kurzarbeit im April

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(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Daimler wird angesichts der Coronavirus-Pandemie für einen Großteil der Produktion und ausgewählte Verwaltungsbereiche in Deutschland Kurzarbeit beantragen. Darauf haben sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat geeinigt, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Autokonzern reagiere damit auch auf die zunehmend schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Kurzarbeit sei ab dem 6. April bis zunächst 17. April geplant.

Von der Maßnahme seien sowohl Pkw-, Transporter- und Nutzfahrzeug-Werke des Unternehmens in Deutschland betroffen. Die konkrete Ausgestaltung der Kurzarbeit werde aktuell standortspezifisch in lokalen Betriebs-vereinbarungen geregelt. Die Daimler-Aktie gab kurz vor Mittag um 3,3 Prozent nach.

11:05 Uhr

IW spielt zwei Varianten des deutschen Wirtschaftseinbruchs durch

Mehrere Kräne stehen auf dem Werksgelände des Herstellers Liebherr. Foto: Thomas Warnack/Archivbild

(Foto: Thomas Warnack/dpa)

Die Corona-Pandemie ist zu einer massiven Bedrohung für die deutsche Wirtschaft geworden. Neue Berechnungen des arbeitgebernahmen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, wie sehr das Wirtschaftswachstum unter der Krise leiden könnte.

Im glimpflichen Fall gilt der aktuelle Lockdown bis Ende April. Doch auch danach dauert es noch einige Wochen, bis sich die Industrie wieder eingependelt hat. Unter diesen Annahmen wird das BIP-Wachstum des Jahres um rund 5 Prozent geringer ausfallen als ohne die Corona-Krise. Besonders die Industrie müsste ein schwächeres Wachstum in Kauf nehmen - in dem beschriebenen Positivszenario beläuft sich ihr Minus auf rund 10 Prozent.

Dauert der Lockdown allerdings bis Ende Juni, so wären die Folgen weitaus gravierender: In diesem Fall würde das BIP um 10 Prozent gegenüber einem normalen Jahresverlauf einbrechen. Die Industrie würde es mit einem Minus von 18 Prozent erneut stärker treffen. Bis zum Jahresende könnte die Krise in diesem Fall noch andauern.

10:53 Uhr

Bahn meldet schrumpfenden Gewinn

Die Deutsche Bahn hat - mal wieder – ein schwieriges Jahr hinter sich. Der Gewinn des Staatskonzerns schrumpfte 2019 und wird auch in kommenden Jahren frühere Höhen nicht mehr erreichen. Im vergangenen Jahr sank der Betriebsgewinn (Gewinn vor Steuern und Zinsen - Ebit) um 13 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro gesunken. Der Umsatz betrug 44,4 Milliarden Euro.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für dieses Jahr seien nicht genau absehbar, teilte die Bahn weiter mit. Internen Unterlagen zufolge war für 2019 - also vor der Krise - bereits ein Gewinnrückgang auf 1,3 Milliarden Euro erwartet worden.

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10:43 Uhr

Airbus reduziert Produktion von Flugzeugflügeln

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Airbus wird in den nächsten drei Wochen ihre Flügel-Fertigung in Deutschland und Großbritannien deutlich zurückfahren. An den Standorten Filton und Broughton werden nach Angaben des Flugzeugherstellers die Osterferien verlängert, in Bremen die Arbeitswoche verkürzt.

In Frankreich und Spanien hatte Airbus die wegen der Coronavirus-Pandemie für vier Tage gestoppte Fertigung zu Wochenbeginn wieder angefahren. In Großbritannien, Deutschland und den USA hat es bislang keine Einschränkungen gegeben.

10:07 Uhr

Corona lässt auch Kurse der Immobilienaktien sinken

Verluste haben am Vormittag auch die Immobilienwerte verbucht. Im Dax verloren Vonovia 1,4 Prozent. Im MDax gaben Deutsche Wohnen 0,7 Prozent und Grand City Properties 1,7 Prozent nach.

Die Coronavirus-Pandemie dürfte nach Einschätzung von Ökonomen den Anstieg der Mieten und Immobilienpreise dämpfen. Selbst ein Ende des zehnjährigen Immobilienbooms in Deutschland sei denkbar, wenn sich die Krise noch Monate hinziehe und der Alltag der Menschen stark eingeschränkt bleibe. Angesichts der Unsicherheit über die Folgen der Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen dürfte der Wohnungsmarkt in den nächsten beiden Monaten zum Erliegen kommen, sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

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09:56 Uhr

Condor will wohl Überbrückungskredit verlängern lassen

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(Foto: picture alliance/dpa)

Condor reagiert auf die Corona-Pandemie: Der Ferienflieger will einem Bericht zufolge den vom Staat verbürgten Überbrückungskredit verlängern lassen. Einen entsprechenden Antrag habe das Unternehmen bereits gestellt, schreibt das Fachmagazin "fvw". Grund seien Unsicherheiten in Folge der weltweiten Coronavirus-Krise, die auch den Käufer, die polnische Luftverkehrs-Holding und LOT-Mutter PGL erfasst haben. Condor wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Noch ist der von den Gläubigern verabschiedete Schutzschirmplan nicht rechtskräftig, so dass die vereinbarte Übernahme noch nicht vollzogen werden kann. Condor hat bislang stets erklärt, dass dem Geschäft seitens der PGL nichts im Wege stehe.

Der Kredit über 380 Millionen Euro wurde von der staatlichen KfW-Bank gewährt, wobei der Bund und das Land Hessen als Bürgen aufgetreten sind. Das Geld muss nach bisheriger Planung spätestens am 15. April nebst Zinsen zurückgezahlt werden.

09:47 Uhr

Fallende Kurse in Asien - Nikkei verliert kräftig

Die Furcht vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in den USA im Zuge der Corona-Krise hat die asiatischen Anleger am Donnerstag verunsichert. Zwar hat der US-Senat grünes Licht für ein 2 Billionen Dollar schweres Hilfspaket gegeben, mit dem die Auswirkungen der Pandemie auf die Bevölkerung abgefedert werden sollen. Allerdings stellen sich viele Investoren die Frage, ob das reicht, um einen schweren Schlag gegen die Wirtschaft zu vermeiden.

In Japan sackte der 225 Werte umfassende Nikkei 4,5 Prozent ab auf 18.665 Zähler. In China lagen die Kurse leicht im Minus.

09:38 Uhr

Ifo: Coronavirus setzt deutscher Exportwirtschaft stark zu

Die deutsche Exportwirtschaft leidet wegen des Coronavirus - die Stimmung hat sich laut einer Umfrage des Ifo-Instituts rapide verschlechtert. Der Index für die Exporterwartungen sei im März um 18,7 Punkte auf minus 19,8 Punkte gefallen, teilte das Forschungsinstitut in München mit. Ifo-Präsident Clemens Fuest zufolge ist dies der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009.

Die weltweiten Beschränkungen zur Eindämmung der Epidemie würden den Handel bremsen und die Logistik erschweren, sagte Fuest weiter. Die Ifo-Exporterwartungen basieren auf einer Umfrage unter etwa 2300 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. Als Exportnation ist Deutschland von einem Rückgang des Welthandels stark betroffen. Besonders deutlich hat sich die Stimmung laut den Umfrage-Ergebnissen in der Automobilindustrie und bei den Maschinenbauern eingetrübt.

09:26 Uhr

Regierungsberater: Rezession in Niederlanden nicht zu verhindern

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(Foto: imago/Passage)

Lange Gesichter auch im Land der Tulpen, Grachten und Windmühlen: In den Niederlanden ist Regierungsberatern zufolge wegen der Corona-Krise die erste Rezession seit sieben Jahren nicht zu vermeiden.

Sollte die Wirtschaft durch Ausgangssperren für sechs Monate heruntergefahren werden, dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2020 um bis zu 7,7 Prozent einbrechen, hieß es. Auch im günstigsten Fall werde die Wirtschaftsleistung noch um 1,2 Prozent schrumpfen.

09:10 Uhr

Dax startet deutlich schwächer

Mit deutlichen Abschlägen ist der deutsche Aktienmarkt in den Handel gestartet. Der Dax verlor 2,1 Prozent auf 9659 Punkte. Der MDax gab um 1,0 Prozent auf 20.567 Zähler nach. Der TecDax verringerte sich um 1,5 Prozent auf 2506 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 2,1 Prozent auf 2740 Punkte runter. Die Corona-Krise wirkt sich deutlich auf das Konsumverhalten der Deutschen aus. Der entsprechende GfK-Indikator für April lag deutlich unter dem prognostizierten Wert.

Im Dax lagen Fresenius mit plus 1,8 Prozent klar an der Spitze. Die meisten Werte verbilligten sich aber. Besonders stark verloren Bayer mit minus 3,0 Prozent.

Dax
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08:49 Uhr

Fresenius wappnet sich mit mehr Intensivbetten für Corona-Krise

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Der Gesundheitskonzern Fresenius mit seinen 86 Krankenhäusern ist von der raschen Ausbreitung des Coronavirus überrascht und will die Zahl seiner Intensivbetten ausbauen. Die Entwicklung verlaufe "viel dynamischer" als von ihm erwartet, sagte Vorstandschef Stephan Sturm gegenüber der "Wirtschaftswoche". Er sehe zwar derzeit keine Engpässe. Hygieneartikel wie Masken und Handschuhe seien ausreichend vorhanden. Allerdings könne er nicht garantieren, dass zum Höhepunkt der Krise Personal und Ausrüstung ausreichen werden.

Derzeit werde in den konzerneigenen Helios Kliniken eine "niedrige dreistellige Zahl" an Corona-Patienten behandelt. Von den derzeit rund 28.000 Intensivbetten in Deutschland stehen knapp 1000 in den Helios Kliniken.

  • "Wir werden die Zahl wohl nicht verdoppeln können, aber wir werden sie ganz erheblich steigern", kündigte Sturm an.
08:33 Uhr

Konsumklima so mies wie seit Finanzkrise nicht mehr

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(Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)

Die Corona-Krise hat die Verbraucherstimmung in Deutschland auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise gedrückt. Für April prognostizierten die Marktforscher der GfK einen Rückgang ihres Konsumklima-Barometers um 5,6 Zähler auf 2,7 Punkte. Niedriger war der Wert zuletzt im Mai 2009. Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 7,1 Punkte erwartet.

Die Verbraucher sehen laut GfK wirtschaftlich "sehr schwierige Zeiten" auf Deutschland zukommen. Das Barometer für die Konjunkturerwartung büßte aktuell 20,4 Zähler ein und rutschte auf minus 19,2 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im August 2012 gemessen.

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08:13 Uhr

Börsianer haben GfK-Index genau im Blick

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In Erwartung weiterer Konjunkturdaten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Gestern hatte er dank der Rettungspakete von Bund und US-Regierung 1,8 Prozent im Plus bei 9874,26 Punkten geschlossen.           

Nach dem Absturz des Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, werden Börsianer genau beobachten, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf die Kauflaune der Verbraucher niederschlägt. Experten rechnen mit einem Rückgang des GfK-Index auf 7,1 Punkte von 9,8 Zählern.

Außerdem berät die Bank von England (BoE) über ihre Geldpolitik. Nach der Notfall-Zinssenkung der vergangenen Woche und der geplanten Ausweitung der Wertpapierkäufe erwarten Experten vorerst keine weiteren Schritte.

07:43 Uhr

Goldnachfrage leidet unter Ausgangssperre

Am Ölmarkt fallen die Preise, wobei die Ausschläge aktuell deutlich geringer ausfallen als zuletzt. Der Goldpreis gibt um 0,8 Prozent nach. Laut den Experten der Commerzbank dürfte die Goldnachfrage unter der Ausgangssperre im wichtigen Goldabnehmerland Indien leiden. Schätzungsweise dürfte die Nachfrage der dortigen Schmuckindusrie um 30 Prozent sinken.

07:38 Uhr

Tokio fällt der Nikkei-Index

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Anders als zumeist an den Vortagen ist an den ostasiatischen Börsenplätzen keine einheitliche Tendenz abzulesen. Weiter dominiert das Abwägen der weltweiten Gegenmaßnahmen gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie das Geschehen. An der Wall Street hatten die Indizes zwar zugelegt, allerdings waren sie im Späthandel in einem Schwächeanfall nochmals deutlich von den Hochs zurückgekommen.

In Tokio fällt der Nikkei-Index deutlich zurück um 3,3 Prozent auf 18.895 Punkte, nachdem er am Vortag seinen prozentual höchsten Tagesgewinn seit 11 Jahren verzeichnet hatte. In Sydney ging es um 2,4 Prozent kräftig nach oben. Auch in Seoul lautet die Tendenz fest, wohingegen sich die Indizes in Schanghai und Hongkong nur wenig bewegen. In Indien wiederum legt das Marktbarometer kräftig zu.