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Zahlen, Zollstreit, ZEW-Index Anleger müssen Kursrückschläge fürchten

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Den Auftakt zur US-Bilanzsaison bilden traditionell die Großbanken.

(Foto: REUTERS)

Gewinnwarnungen und Entlassungen sind ein klares Indiz: Das globale Wachstum hat seinen Höhepunkt überschritten. Schwächelt die Konjunktur, schwächeln die Umsätze. Kommende Woche hagelt es wieder Zahlen. In den USA beginnt die Bilanzsaison.

In der anlaufenden Bilanzsaison müssen sich Anleger laut Experten auf weitere Enttäuschungen einstellen. "Die jüngsten Unternehmenszahlen zeigen: Der Höhepunkt des globalen Wachstums ist vorbei", sagt Axel Cron, Chef-Anleger Deutschland bei der Vermögensverwaltung der Bank HSBC. Investoren befürchteten nicht nur schwächelnde Umsätze wegen der abkühlenden Konjunktur, sondern auch steigende Kosten als Folge der Handelskonflikte.

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Im Zollstreit zwischen den USA und China warten Börsianer auf Fortschritte bei den wiederaufgenommenen Verhandlungen. Gleichzeitig drohten neue Spannungen zwischen den USA und der EU, warnt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Das Weiße Haus ist über die französische Digitalsteuer nicht erfreut." US-Präsident Donald Trump werde voraussichtlich mit Strafzöllen kontern.

In der ablaufenden Woche drückten zahlreiche Gewinnwarnungen, unter anderem des Dax-Schwergewichts BASF sowie von Daimler, auf die Stimmung der Anleger. Der deutsche Leitindex Dax schloss am Freitag knapp im Minus bei 12.323,32 Punkten.

Das einzige, was größere Kursrückschläge momentan verhindere, sei die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik, sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. An der Börse gilt eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) Ende Juli als sicher. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts durch die Europäische Zentralbank (EZB) taxieren Investoren auf immerhin 35 Prozent.

Dank der Aussicht auf eine baldige Zinssenkung der Fed ging an der Wall Street die Rekordjagd weiter. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kletterte am Freitag um 0,9 Prozent auf 27.332 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 schloss erstmals über der 3000er-Marke: Er stieg um fast 0,5 Prozent auf knapp 3014 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq legte 0,6 Prozent zu auf 8244 Punkte.

Fed legt Konjunkturbericht vor

Den Auftakt zur US-Bilanzsaison bilden traditionell die Großbanken. Im Verlauf der neuen Woche öffnen unter anderem Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley ihre Bücher. In Deutschland macht der Software-Konzern SAP am Donnerstag den ersten Aufschlag.

Daneben stehen zahlreiche Konjunkturdaten auf dem Terminplan. Besondere Aufmerksamkeit schenken Börsianer dem Konjunkturbericht der Fed am Mittwoch. Von dem sogenannten Beige Book erhoffen sie sich Rückschlüsse über Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinssenkungen.

Die US-Einzelhandelsumsätze am Tag zuvor werden sie unter den gleichen Gesichtspunkten unter die Lupe nehmen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Dienstag wird außerdem der ZEW-Index veröffentlicht. Er spiegelt die Stimmung der deutschen Börsenprofis wider.

Am Freitag verfallen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. In den Tagen zuvor schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

Quelle: n-tv.de

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