Marktberichte

Mit Auftrieb ins Osterwochenende Geldflut treibt Wall Street an

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(Foto: REUTERS)

In der Corona-Krise beantragen allein in der vorigen Woche 6,6 US-Bürger Arbeitslosenhilfe. Das stört die Börsen jedoch nicht: Billionenschwere Wirtschaftshilfen verhelfen der Wall Street zu starken Zugewinnen.

Neue billionenschwere Wirtschaftshilfen der US-Notenbank haben die Kurse an der Wall Street vor dem langen Osterwochenende beflügelt. Der Dow-Jones-Index stieg um 1,2 Prozent auf 23.715 Punkte. Der S&P 500 schloss 1,4 Prozent höher bei 2.790 Punkten, während der Nasdaq-Composite 0,8 Prozent zulegte auf 8.154 Punkte.

Angesichts düsterer Aussichten für den US-Jobmarkt springt die Notenbank der angeschlagenen Wirtschaft in der Corona-Viruskrise erneut bei und legt ein 2,3 Billionen Dollar schweres Programm für Firmen, Bundesstaaten und Bezirke auf. Fed-Chef Jerome Powell versicherte, die Notenbank könne die Wirtschaft so lange wie nötig über Wasser halten: Zeitlich gebe es dafür keine Grenzen.

"Die US-Notenbank und die US-Regierung sind bereit, extreme Anstrengungen zu unternehmen, um die Wirtschaft zu unterstützen, und das hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen", sagte Dev Kantesaria, Gründer und Portfoliomanager des Hedgefonds Valley Forge Capital Management.

Die Geldspritzen überstrahlten auch die anhaltende Welle von Arbeitslosenanträgen. Allein in der vorigen Woche stellten 6,6 Millionen Bürger einen Erstantrag auf staatliche Stütze. Auch die Hoffnung auf eine Eindämmung der Coronavirus-Pandemie machte Anleger in Europa Mut. Der Dax legte 2,2 Prozent auf 10.564,74 Punkte zu, der EuroStoxx50 gewann rund anderthalb Prozent.

Die Stimmung an den Börsen sei weiterhin zwar sehr wechselhaft, "aber die Anzeichen, dass sich die Viruskurve in den am schlimmsten betroffenen Ländern weiter verflacht, sind sehr positiv", sagte Stephen Innes, Marktstratege bei AxiCorp. Thema auf dem Börsenparkett waren auch die Bemühungen der Euro-Finanzminister um gemeinsame Hilfen für die von der Virus-Krise besonders gebeutelten Staaten wie Italien. "Das italienische Problem sollte als europäisches Problem behandelt werden", mahnte Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst des Brokerhauses ActivTrades. "Es ist riskant, Italien in dieser Lage allein zu lassen."

Förderkürzung treibt Ölpreise

Die Ölpreise hatten am Nachmittag Fahrt aufgenommen mit der "prinzipiellen" Einigung Saudi-Arabiens und Russlands über eine Senkung der Produktion, jedoch kamen sie schnell wieder zurück und verzeichneten im weiteren Verlauf wieder deutliche Abschläge. Der Preis für die US-Sorte WTI gab 6,2 Prozent nach auf 23,53 Dollar, im Tageshoch war er auf 28,36 Dollar hochgeschossen. Für die europäische Sorte Brent ging es um 2,3 Prozent nach unten auf 32,08 Dollar. Das Tageshoch lag hier bei 36,40 Dollar.

Kreisen zufolge soll Saudi-Arabien die Tagesproduktion um 3,3 Millionen Barrel senken, Russland um 2 Millionen Barrel. Derzeit arbeiten Saudi-Arabien und die anderen Ölländer an einem globalen Konsens, demzufolge pro Tag 20 Millionen Barrel weniger gefördert werden sollen. Nach Ansicht von IG werde allerdings auch die geplante Kürzung die Preise nicht nachhaltig stützen. Die Lage der Weltwirtschaft sei weiterhin dramatisch und die Risiken groß. Der einzige Lichtblick sei, dass der chinesische Wirtschaftsmotor langsam wieder in Fahrt komme.

Am Aktienmarkt waren Aktien der Ölkonzerne Exxon und Chevron gefragt, die um mehr als 3 Prozent zulegten. Beim Ölproduzenten Apache ging es gut 21 Prozent aufwärts. Devon Energy legten gut 10 Prozent zu.

Ansonsten stachen Walt Disney mit einem Plus von 3,4 Prozent hervor. Der neue Streaming-Dienst des Unterhaltungskonzerns Disney+ knackte die Marke von 50 Millionen Abonnenten weltweit. Das Wachstum sei beeindruckend, sagten die Analysten von JP Morgan. Finanzwerte waren ebenso begehrt. Citigroup und Wells Fargo legten jeweils mehr als 10 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ

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