Extremwetter durch KlimawandelExperten sagen Deutschland mehr und intensivere Hitzesommer voraus

Jedes Jahrzehnt seit den 1960er Jahren fällt wärmer aus als das vorherige. Auf dem Extremwetterkongress in Hamburg zeichnen Fachleute ein düsteres Bild für Deutschland: In wenigen Jahrzehnten könnte der Hitzesommer 2026 als normal gelten.
Angesichts des Klimawandels haben Experten auf dem Extremwetterkongress in Hamburg zum Handeln aufgerufen. "Jedes Jahrzehnt ist seit den 1960er Jahren deutlich wärmer als das vorhergehende", sagte Tobias Fuchs, Vorstandsmitglied beim Deutschen Wetterdienst (DWD) zum Auftakt der dreitägigen Konferenz in Hamburg mit rund 1000 Teilnehmern. Die Fachtagung beschäftigt sich damit, wie der Klimawandel das Auftreten von Extremwetterereignissen beeinflusst.
Nach Erkenntnissen des Deutschen Wetterdienstes zeigt sich eine Zunahme von Hitzewellen und Trockenheitsperioden in Deutschland. Die Hitzewelle ab Mitte Juni sei besonders intensiv gewesen. So wurden Ende Juni Rekordtemperaturen von 41,8 Grad östlich von Magdeburg gemessen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass in diesem Sommer rund 16.000 Menschen in Deutschland infolge von Hitze gestorben sind. "Der fortschreitende Klimawandel erhöht sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Intensität solcher Hitzewellen", führte Fuchs aus.
Mitte des Jahrhunderts kein Eis mehr in der Arktis?
"Es ist gut möglich, dass wir in 30 Jahren zurückblicken auf dieses Jahr, auf diesen Zeitraum, und feststellen, dass der von uns aktuell als extrem eingestufte Sommer trotz seiner Temperaturrekorde als normal eingestuft wird", sagte Fuchs, der die Abteilung Klima- und Umweltberatung beim DWD leitet.
Auch das Polareis verändere sich weiter durch den Klimawandel. Die Arktis sei die sich am schnellsten erwärmende Region der Welt. "Wenn das so weitergeht, sind wir Mitte des Jahrhunderts eisfrei in der Arktis", sagte die Vizedirektorin des Alfred-Wegener-Instituts, Gesine Mollenhauer. Das habe Auswirkungen auf das Ökosystem, Fischbestände wanderten beispielsweise nach Norden. Künftig werde es leicht sein, durch die Ostantarktis Schiffsverkehr zu betreiben, mit den daraus folgenden geopolitischen Aspekten, so Mollenhauer weiter.