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Steigender Bedarf an Ackerland Rodungen schaden dem Klima

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Immer mehr tropischer Regenwald wird abgeholzt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Abholzung des Tropenwaldes zur Landgewinnung kurbelt den Klimawandel kräftig an. Die Rodungen zerstören die Kohlenstoffspeicher in den tropischen Wäldern, so dass doppelt so viel klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt wie nach Rodungen in gemäßigten Zonen. Nur eine starke Aufforstung und optimierte Erträge auf bestehenden Ackerflächen können diese Entwicklung stoppen.

Das Umwandeln natürlicher Ökosysteme in Ackerflächen wirkt sich in den Tropen besonders verheerend aus. Dort gelangt je umgewandelter Flächeneinheit etwa doppelt so viel Kohlenstoff in die Atmosphäre wie in den gemäßigten Zonen. Gleichzeitig ist der landwirtschaftliche Ertrag aber nur halb so groß. Das berichtet eine Gruppe um Paul West von der University of Wisconsin in Madison (US-Staat Wisconsin). Die Studie ist in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") veröffentlicht. Statt immer mehr tropische Wälder abzuholzen, sollten die Erträge auf den vorhandenen Ackerflächen verbessert werden, folgern die Forscher.

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Durch Brandrodungen werden zusätzlich klimaschädliche Gase freigesetzt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es ist ein klassisches Dilemma: Einerseits benötigt die wachsende Weltbevölkerung immer mehr Ackerland für Lebensmittel, Tierfutter oder Biokraftstoff. Anderseits zerstört das Abholzen, Abbrennen und Unterpflügen natürlicher Lebensräume bedeutende Kohlenstoffspeicher, was den Klimawandel begünstigt. Allein zwischen 1980 und 2007 wurde die landwirtschaftlich genutzte Fläche jährlich um etwa 10 Millionen Hektar erweitert, schreiben West und seine Kollegen. Dies wirke sich stark auf die freigesetzten Treibhausgase aus. Allein das Abholzen der Wälder verursache jährlich zwischen 12 bis 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.

Um das Ausmaß weltweit zu erfassen, rasterten die Wissenschaftler die Landfläche der Erde in zehn mal zehn Kilometer große Flächenabschnitte. Für jedes Quadrat ermittelten sie dann zum einen, welche Feldfrüchte angebaut werden und wie hoch die Erträge sind. Zum anderen werteten sie Daten darüber aus, wie viel Kohlenstoff in der jeweiligen natürlichen Umgebung gespeichert ist – in den Pflanzen selbst und im Boden – und wie viel davon bei der Umwandlung zu Ackerland in die Atmosphäre entweicht.

Mehr Menschen, andere Bedürfnisse

Resultat: Wer in den Tropen Wald in Äcker wandelt, setzt besonders viel Kohlendioxid frei. Gleichzeitig ist der Ertrag auf den Flächen deutlich geringer als in gemäßigten Regionen. Auch daher ist der Bedarf für neue Ackerfläche in den Tropen besonders hoch. Hinzu kommen das dort starke Bevölkerungswachstum und die veränderten Ernährungsgewohnheiten der Menschen.

Aus diesen Gründen werden auch künftig natürliche Lebensräume zu Ackerland, erwartet das Team. Grundsätzlich sollten die tropischen Wälder aber verstärkt aufgeforstet und die Erträge auf den vorhandenen Ackerflächen verbessert werden. Nur so ließen sich die negativen Folgen für das Klima möglichst gering halten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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