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Antikörper beweisen es Sars-CoV-2 war schon 2019 in den USA

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Die untersuchten Blutproben kommen von freiwilligen Studienteilnehmern.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Um herauszufinden, wie es zur Coronavirus-Pandemie gekommen ist, untersuchen Forscher in den USA viele eingelagerte Blutproben auf Antikörper - und werden fündig. Zwei Menschen müssen sich in den USA demnach schon Ende 2019 mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

Sars-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich bereits im Dezember 2019, und damit einige Wochen früher als bisher angenommen, in den USA angekommen. Das haben Forscher von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore festgestellt. Die Ergebnisse stammen aus einer Untersuchung von mehr als 24.000 Blutproben. In neun Proben wurden den Forschern zufolge Sars-CoV-2-Antikörper entdeckt, die für eine frühere Ansteckung als bisher angenommen sprechen.

Das Spannende daran: Sieben von diesen neun Studienteilnehmern war das Blut bereits entnommen worden, bevor es in dem jeweiligen Bundesstaat überhaupt offiziell zu Infektionen gekommen war. Diese frühen Positivfälle stammen aus den Bundesstaaten Illinois, Massachusetts, Wisconsin, Pennsylvania und Mississippi. Bisher war man davon ausgegangen, dass sich die Infektionen mit Sars-CoV-2 von Seattle und New York ausgehend im ganzen Land verbreiteten.

Tag der Blutentnahme entscheidend

Die insgesamt 24.079 untersuchten Blutproben stammen von Studienteilnehmern der sogenannten "All Of Us"-Biobank-Studien. Sie wurden vom 2. Januar bis 18. März 2020 landesweit entnommen, bevor weitere Blutentnahmen durch den Lockdown gestoppt worden waren. Die früheste positive Blutprobe war am 7. Januar 2020 in Illinois entnommen worden, die nächste am 8. Januar in Massachusetts. In Illinois gab es den Ergebnissen zufolge zwei weitere Fälle am 20. und 22. Januar. Die anderen Blutabnahmen mit positiven Proben waren am 3. Februar in Wisconsin, am 15. Februar in Pennsylvania und am 6. März in Mississippi entnommen worden.

Das Forscherteam um Keri Althoff geht davon aus, dass sich die beiden Studienteilnehmer mit den frühesten Proben höchstwahrscheinlich bereits im Dezember 2019 mit Sars-CoV-2 infiziert hatten. Der Grund: Zwischen der Infektion und der Bildung von Antikörpern vergehen normalerweise ein bis zwei Wochen.

Zweifache Absicherung

Die Forscher setzten bei ihrer Suche nach Antikörpern auf eine zweifache Testung. Damit sollten falsch-positive Ergebnisse minimiert werden. Sie begannen damit, die Proben vom März 2020 mit dem Elisa-Test zu untersuchen und arbeiteten sich dann in Richtung Vergangenheit vor. Der erste Antikörper-Test reagierte bei insgesamt 147 Blutproben positiv. Beim Kontrolltest mit Euroimmun konnten noch neun Antikörper-positive Blutproben ausgemacht werden. Beide Tests sind in den USA zugelassen und gelten als sehr zuverlässig.

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Da die Forscher für ihre Untersuchung keinen Kontakt mit den betroffenen Personen aufgenommen haben, können sie auch nicht wissen, ob sich die Personen vorher in China aufgehalten hatten und dort infizierten oder ob sie sich in den USA bei anderen bereits Infizierten angesteckt hatten.

Die Ergebnisse der Studie, die im Fachjournal "Clinical Infectious Diseases" veröffentlicht wurden, stärken die Ergebnisse einer früheren Untersuchung an Blutspenden. Auch hier gab es Hinweise darauf, dass Sars-CoV-2 Wochen früher als am 20. Januar 2020, dem Tag des ersten bestätigten Falls, in die USA eingeschleppt wurde.

Quelle: ntv.de, jaz

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