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Freitag, 08. September 2017

Wirbelsturm verwüstet Karibik: "Irma" trifft bis zu 37 Millionen Menschen

Der Tropensturm "Irma" ist einer der verheerendsten Hurrikans, die je gemessen wurden. Etwa 37 Millionen Menschen sind von dem Unwetter betroffen. Es gibt bereits zahlreiche Todesopfer und es wird mit weiteren gerechnet.

Hurrikan "Irma" hat in der Karibik schwere Verwüstungen angerichtet und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Der Tropensturm der höchsten Kategorie fünf hinterließ zerstörte Häuser, überflutete Straßen und entwurzelte Bäume. Die Schäden auf den Inseln Barbuda, Anguilla und Saint-Martin wurden als katastrophal beschrieben. Einige Gegenden gelten als unbewohnbar. Vier Menschen starben auf den Amerikanischen Jungferninseln, wie US-Behördenvertreter mitteilten, ohne Einzelheiten zu nennen.

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Mindestens zwei Todesopfer wurden aus Puerto Rico gemeldet. Auf dem niederländischen Inselteil Sint Maarten kam mindestens ein Mensch ums Leben, wie Innenminister Roland Plasterk mitteilte. Zuvor war bereits von mehr Toten die Rede gewesen. Der schlechte Zugang zum Katastrophengebiet macht eine genaue Erfassung der Opferzahlen schwierig. Im britischen Überseegebiet Anguilla und auf Barbuda kamen zwei Menschen ums Leben.

Einer der stärksten Stürme überhaupt

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich bestürzt über die Todesopfer und die Verwüstungen in der Karibik. Den Menschen und Regierungen der Gebiete sprach er sein Beileid aus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Der Hurrikan passierte die Dominikanische Republik sowie Haiti und zieht weiter Richtung Kuba, Bahamas und Florida.

"Irma" ist einer der stärksten jemals in der Region registrierten Tropenstürme mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde. Der Hurrikan war am Mittwochmorgen auf der kleinen Karibikinsel Barbuda erstmals auf Land getroffen. "Mindestens 95 Prozent der Gebäude wurden beschädigt. 60 Prozent der Bevölkerung sind obdachlos", sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne. Die Insel sei praktisch unbewohnbar geworden.

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Angesichts des heraufziehenden Hurrikans "José" rief die Regierung die Bewohner auf, Barbuda zu verlassen und auf der Nachbarinsel Antigua Schutz zu suchen. Sollte der neue Wirbelsturm weiter Kurs auf Barbuda nehmen, werde die Insel zwangsgeräumt.

Tausende Touristen evakuiert

Nach dem Durchzug von "Irma" begannen auf den Kleinen Antillen im Südosten der Karibik die Aufräumarbeiten. Vom französischen Übersee-Département Guadeloupe aus wurden 400 Gendarmen und 400 Feuerwehrleute in das Gebiet geschickt. Zwei Fregatten, zwei Aufklärungsflugzeuge, Transportflugzeuge und Helikopter waren im Einsatz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May vereinbarten eine enge Zusammenarbeit, um das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen und die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren.

Niederländische Marinesoldaten trafen mit ersten Hilfsgütern auf Sint Maarten ein. Sie sollten helfen, den Flughafen und den Hafen wieder instandzusetzen. Zwei Flugzeuge der niederländischen Streitkräfte brachten unter anderem Trinkwasser und Nahrung für die etwa 40.000 Einwohner auf die Insel. Auch zahlreiche Karibikurlauber waren vom Hurrikan betroffen. In der Dominikanischen Republik brachten die Behörden rund 7500 Touristen in Sicherheit. In Kuba wurden rund 36.000 Urlauber von der besonders gefährdeten Nordküste an sicherere Orte gebracht, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

In der Dominikanischen Republik wurden Straßen überflutet, Bäume fielen um und Dächer wurden abgedeckt. Über 2000 Häuser wurden beschädigt, wie der Zivilschutz mitteilte. Rund 6800 Menschen suchten demnach Schutz in Notunterkünften oder bei Verwandten und Freunden.

Haiti leidet noch unter "Irmas" Vorgängern

Mit Sorge blickten Hilfsorganisationen auf das bitterarme Haiti. Dort leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan "Matthew" im vergangenen Jahr. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften und sind schlecht auf einen neuerlichen Tropensturm vorbereitet.

"Mit jeder Naturkatastrophe verschlechtert sich die Lage der Menschen", sagt Catherine Stubbe von der Hilfsorganisation Handicap International in Port-au-Prince. "Wenn sie sich gerade von einem Unglück erholt haben, kommt das nächste." Es galt als wahrscheinlich, dass "Irma" am Samstag auf Florida trifft. Die Vorhersagen der Meteorologen schwanken und können sich ändern. Gouverneur Rick Scott rief die Einwohner des US-Bundesstaates zu äußerster Vorsicht auf. Der bevorstehende Sturm sei in vielen Teilen Floridas lebensgefährlich.

Miami ist stark gefährdet

In Floridas Süden, etwa auf der Inselkette der Florida Keys, wurden Evakuierungen angeordnet. Jeder müsse sich darauf vorbereiten, sein Zuhause zu verlassen, sagte Scott. In vielen Orten wappneten sich die Menschen mit Hamsterkäufen. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen. US-Fluggesellschaften versuchen vor dem Eintreffen des Hurrikans in Florida so viele Kunden wie möglich aus dem Gefahrengebiet herauszufliegen. Anschließend werden sie ihren Flugbetrieb vorübergehend einstellen.

Der Energieversorger Florida Power & Light nimmt vorsorglich zwei Atomkraftwerke vom Netz. "Wir werden sie sicher herunterfahren", sagte Unternehmenssprecher Rob Gould. Die Atomkraftwerke Turkey Point und St. Lucie liegen an der Atlantikküste Floridas rund sechs Meter über dem Meeresspiegel.

Nach letzten Modellen könnte auch die Millionenmetropole Miami voll von "Irma" erfasst werden. Evakuierungen wurden angeordnet. Es ist auch möglich, dass das Gebiet dieses besonders starken Hurrikans insgesamt größer ist als die komplette Halbinsel Florida breit. Es kann aber auch sein, dass "Irma" noch nördlich abdreht, Florida nicht voll trifft und die US-Ostküste hinauf nach South Carolina oder Georgia zieht. Es werden schwere Schäden und Überflutungen erwartet.

Quelle: n-tv.de

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