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Der Kleine für James Bond Aston Martin Vantage mit Schwabenherz

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Das Gesicht des Aston Martin Vantage erinnert stark an den Mazda MX5.

Mit gut 150.000 Euro ist der Vantage das Einstiegs-Modell von Aston Martin. Nach zwölf Jahren steht nun die Ablösung für den kleinen Briten in den Startlöchern: Wie beim großen Bruder, leistet auch beim Vantage Mercedes Schützenhilfe.

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Ein sich aufstellender Bürzel ziert das Heck des Aston Martin Vantage.

Der Begriff Einstiegsmodell mag für einen 154.000-Euro-Sportwagen vielleicht etwas gewagt sein. Im Angebot von Aston Martin aber nimmt der Vantage seit seiner Markteinführung im Jahr 2005 genau diese Rolle ein. Mit nunmehr gut zwölf Jahren auf dem Buckel ist der Kleine allerdings endgültig Reif für einen Nachfolger. Den hat Aston Martin jetzt vor zahlreichen Händlern, Kunden und Prominenten in der britischen Hauptstadt enthüllt. Ab Frühjahr 2018 soll er ausgeliefert werden.

Dem DB11 entlehnt

Wenn es ein Adjektiv gibt, das fast jeder mit Aston Martin verbindet, dann ist es: schön. Schön war auch der alte Vantage, der als letzter Aston noch aus der Feder von Henri Fisker stammt. Aber auch ein wenig verwechselbar: Man musste schon ein Kenner der Marke sein, um ihn von den anderen Baureihen unterscheiden zu können. Die Neuauflage dagegen dürften auch Nicht-Aston-Fans auf der Straße sofort als solche erkennen! Sie orientiert sich stark am letzten James-Bond-Auto DB11, das im Film "Spectre" zum Einsatz kam.

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Auch beim Innenleben holen sich die Briten Schützenhilfe aus Stuttgart.

Auffällig ist vor allem die schier unendlich große Kühleröffnung. Schlundartig aufgerissen und von Carbon eingerahmt, reicht der Lufteinlass quasi bis zur Straße, einzig ein breiter Splitter passt noch zwischen Asphalt und den vergitterten Kühlergrill. Die Motorhaube haben die Designer stark konturiert, die LED-Scheinwerfer fallen extrem klein aus. Ob letzteres ein geschickter Pinselstrich war, muss sich zeigen. Zumindest auf den ersten Blick erinnern die Leuchten ein wenig an den gut 100.000 Euro günstigeren Mazda MX-5.

Verwechslungsgefahr ausgeschlossen

Jegliche Verwechslungsgefahr ist ausgeschlossen, wenn man den 4,47 Meter langen Vantage von der Seite oder hinten betrachtet. Auch an der Flanke hat sich Aston Martins Chef-Kreativer Marek Reichmann zu zahlreichen Kanten und Linien hinreißen lassen und ähnlich üppig wie die Kühleröffnung fallen die Luftauslässe am Heck auf. Gepaart mit einem markanten Karbondiffusor und schmalen, der Wölbung des Heckdeckels (unter dem sich 370 Liter Stauraum verbergen) folgenden LED-Rückleuchten ergeben sie die Ansicht, die die meisten Verkehrsteilnehmer wohl am häufigsten zu Gesicht bekommen werden. Denn auch wenn der Vantage das Einstiegsmodell ist, wird er furchtbar schnell sein und den meisten davonfahren.

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De V8-Biturbo wird von Mercedes-AMG zugeliefert.

Unter der Haube schlummert ein 510 PS starker V8-Biturbo mit 685 Newtonmeter Drehmoment, der, wie schon beim großen Bruder DB11, von Mercedes-AMG zugeliefert wird. Die Stuttgarter setzen das Triebwerk unter anderem im GT ein, dort allerdings inzwischen in anderen Leistungsstufen. Den gut 1,6 Tonnen schweren Aston beschleunigt der Achtender in 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Damit liegt der Brite auf dem Niveau des deutlich stärkeren GT R, der mit 585 PS genau so lang auf Tempo 100 braucht. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Aston Martin mit 314 km/h an, den Verbrauch mit 10,5 Litern. Anders als AMG, die auf ihr eigenes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vertrauen, flanschen die Engländer eine Achtgang-Automatik von ZF an den Motor – und für Puristen voraussichtlich auch ein manuelles Getriebe.

Auch der V12 wird kommen

Dank der tiefen, hinter die Vorderachse gerückten Einbaulage des Motors, ist es den Aston-Martin-Ingenieuren gelungen, eine paritätische Gewichtsverteilung auf den Achsen zu erreichen. Die perfekte Balance dürfte bei der Agilität hilfreiche sein, ein neues, elektronisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse sorgt dagegen dafür, dass auch in flotten Kurven genügend Kraft auf die Straße kommt. Dass die Hinterräder später noch mehr Power übertragen dürfen, gilt übrigens als gesetzt; weitere Ausbaustufen des V8 werden folgen und auch der V12, der im DB11 satte 608 PS leistet, wird seinen Weg in den Vantage finden. Erstes offizielles Derivat wird übrigens der Langstrecken-Renner GTE mit riesigen Heckflügel. Das Triebwerk übernimmt der Sportler aus der Serie, allerdings bringt er kaum mehr als die von der Rennbehörde vorgeschriebenen 1245 Kilogramm auf die Waage. Noch größere Lufteinlässe sorgen zudem für stets ausreichend Sauerstoff.

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Als GTE wird der Aston Martin Vantage in der nächsten Saison in Le Mans fahren.

Während der GTE-Renner bald in Le Mans bestaunt werden kann, gibt sich Aston Martin bezüglich seiner Elektrifizierungs-Pläne noch bedeckt. In England heißt es, die Vantage-Plattform sei voll elektrofähig. Wann und ob es einen E-Vantage gibt, ist aber noch offen. Apropos offen: Auch ein Vantage Roadster ist geplant. Bis der allerdings kommt, bleibt der Einstieg in das eng geschnittene und reichlich belederte Cockpit des nur 1,27 Meter hohen Coupés noch etwas beschwerlich – zumindest für große Fahrer.

Das Cockpit selbst erscheint mit seinem abgeflachten Lenkrad, dem digitalen Kombiinstrument und der auffälligen, V-förmigen Mittelkonsole ziemlich futuristisch, dahinter steckt aber bewährte Technik. Wie schon beim DB11 vertraut Aston Martin neben dem Antrieb auch in Sachen Infotainment-System auf Mercedes und übernimmt nicht nur den freistehenden Acht-Zoll-Bildschirm, sondern gleich noch den Command-Drehregler nebst Touchpad von den Stuttgartern.

Quelle: n-tv.de, Michael Gebhardt, sp-x

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