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Triumph Thruxton R ist einzig Café Racer mit Sportgenen

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Für ein Retro-Bike ist die Triumph Thruxton erstaunlich gut gelungen hat aber auch ihren Preis.

Die englische Motorradmarke Triumph zeigt mit der Thruxton R im Neo-Retro-Segment Flagge. Der auf der Bonneville T 120 aufbauemde Café Racer imponiert aber nicht nur durch Stil, sondern auch durch den Preis.

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Wer auf klassische, sportliche Motorräder im Café-Racer-Stil steht, wird die Thruxton R lieben.

Thruxton – diesen Namen trägt nicht nur ein englischer Rennkurs, sondern so heißt schon in den 1960er Jahren die sportlichste Version der Triumph Bonneville, die im Lauf der Jahre und Jahrzehnte zur Legende geworden ist. Die bislang letzte Thruxton, basierend auf der Bonneville T 100, war freilich ein ziemlich zahnloser Tiger, für den zuletzt stattliche 9840 Euro aufgerufen wurden. Diesen Vorwurf kann man der neuen Thruxton insbesondere in der mit feinsten Bremsen und besonders hochwertigen Fahrwerkskomponenten aufgewerteten R-Version nicht machen: Im Gewand eines stilechten Café Racers lässt sie sich durchaus sportlich um die Kurven reiten.

Ein unkompliziertes Sportbike

Den 1200er Paralleltwin hat Triumph für den Einsatz in der Thruxton gegenüber dem hubraumgleichen Bonneville-Motor auf mehr Leistung in Verbindung mit ein wenig mehr Drehmoment ausgelegt. 97 statt 80 PS bei immer noch moderaten 6750 Umdrehungen sind an Bord, dazu gibt es mit 112 Newtonmeter eine kleine Drehmoment-Zugabe von 7 Newtonmeter. Es kulminiert aber fast 2000 Touren höher als beim Bonnie-Aggregat. So ist es vor allem die Kombination aus den 17 Mehr-PS und dem um 21 Kilogramm geringeren Gewicht, die den sportlicheren Charakter der Thruxton R prägt: Sie ist ein agiles, ohne großen fahrerischen Aufwand schnell zu fahrendes Sportbike. Ein sparsames dazu: Die durchaus zügige Halbtages-Testfahrt im kurvenreichen Umland Lissabons quittierte der Bordcomputer mit der Anzeige 5,1 Liter/100 Kilometer. Man dürfte sich demzufolge schwer tun, mehr als sechs Liter zu verheizen.

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Der Spezialauspuff der Thruxton R sorgt für ordentlich Sound.

Dass sich die Thruxton R so leicht und sportlich fahren lässt, liegt am Fahrwerk und den ausgezeichneten Brembo-Bremsen: Sowohl die Big-Piston-Gabel wie das ebenfalls voll einstellbare Öhlins-Federbein sind von gehobener Qualität und dazu sauber abgestimmt. Demzufolge legt der englische Café Racer ein beeindruckend gutes Fahrverhalten an den Tag. Nicht nur beim Einlenken, sondern auch bei der Kurvenstabilität überzeugt der Brite, sondern auch die klar höhere Schräglagenfreiheit hilft erheblich, Kurven schnell und zugleich sicher zu durchfliegen.

Dynamik zehrt am Komfort

Dafür muss der Fahrer aber natürlich eine gegenüber der Bonneville spürbare Komfortminderung akzeptieren; die Fußrasten sind nach oben und hinten gewandert, der Lenker ist tiefer und etwas weiter vorne montiert. Zudem ist auch der Sitz 2,5 Zentimeter höher platziert. Unkomfortabel ist diese, einem Café Racer bestens zu Gesicht stehende Sitzposition aber keineswegs.

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Das Instrumentarium mit zwei gefällig gestalteten und gut ablesbaren Rundinstrumenten bietet alle Informationen.

Weitestgehend überzeugen kann auch die Ausstattung der Thruxton R: Das Instrumentarium mit zwei gefällig gestalteten und dabei gut ablesbaren Rundinstrumenten bietet alle relevanten Informationen, Schalter und Hebel wie auch die ungewöhnlichen, am Lenkerende montierten Spiegel sind funktional einwandfrei. Dasselbe Lob gilt für die Technik-Ausstattung: Die Traktionskontrolle greift bei Bedarf sanft ein und das LED-Tagfahrlicht ist auch stilistisch überzeugend in den Rundscheinwerfer integriert. Unverständlich ist hingegen, warum sich Triumph selbstrückstellende Blinker spart. Und schön wäre das zusätzliche Angebot eines Quickshifters, obwohl weder Getriebe noch Kupplung Anlass zu irgendeiner Kritik geben.

Für Freunde besonders gepflegten Angasens bietet Triumph sogenannte "Inspiration Kits" an: Der Track Racer Kit (2250 Euro) umfasst neben einem besonders wohltönenden, dennoch aber EU 4 konformen Spezialauspuff unter anderem eine prächtig anzuschauende Cockpitverkleidung. Das Café Racer Kit weist stattdessen eine kleine Verkleidungsscheibe auf, ist dafür aber auch 600 Euro günstiger. Wer auf klassische, sportliche Motorräder im Café-Racer-Stil steht, wird mit großen Augen auf die Thruxton R schauen. Allerdings ist sie mit 14.500 Euro beileibe kein Schnäppchen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x