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R2-D2 lässt grüßen DAL-e - Kundendienstmitarbeiter bei Hyundai

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DAL-e heißt der humanoide Roboter von Hyundai, der gerade seine Probezeit in einem Autohaus in Seoul hat.

(Foto: Hyundai)

Hyundai will den Kundendienst in seinen Autohäusern revolutionieren. Seit Kurzem macht deshalb Roboter DAL-e sein Praktikum in einem Store in Seoul. Wenn sich der Droide dort wacker schlägt, wird er vielleicht auch hierzulande bald Dienst tun.

Der Wunsch des Menschen, sich durch die Erschaffung künstlicher Lebensformen von den beschwerlichen Dingen des Alltags befreien zu können, um dann in Saus und Braus zu leben, reicht nachweislich bis ins alte Griechenland zurück. Auch Goethe lässt im Faust II durch Wagner einen Homunkulus, also einen Menschen im Reagenzglas erschaffen.

Mit zunehmender Industrialisierung wandelt sich das Bild des künstlich erschaffenen Menschen in den des Roboters. Man erinnere sich nur an die falsche Marie in Fritz Langs Film "Metropolis" aus dem Jahr 1927. Oder an RX2714 aus "Raumpatrouille Orion" und natürlich an R2-D2, den putzigen Androiden aus George Lucas' "Star Wars".

Für die Kundenbetreuung konzipiert

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DAL-e ist 1,16 Meter groß und wiegt 80 Kilogramm.

(Foto: Hyundai)

Doch während R2-D2 nur lustig fiepte, ist der seit dem 25. Januar in einem Hyundai-Store in Seoul angestellte DAL-e der menschlichen Sprache mächtig. Und das verwundert nicht, handelt es sich doch nach Aussagen des koreanischen Autobauers um "einen hoch entwickelten Roboter mit menschenähnlichen Proportionen". Äh, na ja, also der putzige DAL-e ist lediglich 1,16 Meter hoch und 60 Zentimeter tief und auch breit, was ihn dann eher wieder zum eingangs erwähnten Homunkulus machen würde.

Egal, die Idee des DAL-e, ist in seinem akronymischen Namen zu lesen: Der steht nämlich für "Drive you, Assist you, Link with you- experience" und steckt schon mal seinen Arbeitsbereich ab. Konzipiert wurde der lustig dreinschauende DAL-e als Wegbereiter eines automatisierten Kundenservices. Ausgestattet mit einer Gesichtserkennung und einem Kommunikationssystem, das auf einer Spracherkennungsplattform basiert, soll er Kunden in den Ausstellungsräumen begleiten und ihnen "nützliche Informationen wie beispielsweise Erklärungen zum Fahrzeug und zu neuesten Technologien liefern", heißt es bei Hyundai.

In kontinuierlicher Weiterentwicklung

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DAL-e soll die Besucher nicht nur bei Laune halten, sondern auch informieren.

(Foto: Hyundai)

Dong Jin Hyun, Vizepräsident und Leiter des Robotics Lab der Hyundai Motor Group, formuliert es so: "Durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserungen wird der DAL-e unseren Kunden neue Erfahrungen in einer berührungslosen Umgebung bieten. Ziel ist es, den DAL-e in die Lage zu versetzen, auf unterhaltsame Art und Weise mit unseren Kunden zu kommunizieren." Was auch bedeutet, dass DAL-e der Kundschaft, wenn er sie denn entdeckt hat, mit seinen beweglichen Armen zuwinken kann.

Um zu den Besuchern des Stores zu gelangen, wurden DAL-e unter seinen vier "Beinen" Räder angebracht, die es ihm ermöglichen, sich in jede Richtung frei zu bewegen. Nun könnte der Eindruck entstehen, als wolle Hyundai auf lange Sicht mit den Weiterentwicklungen des DAL-e das menschliche Verkaufspersonal aus den Schauräumen verdrängen. Ob es eines Tages so kommt, mag an dieser Stelle gar nicht orakelt werden. Momentan ist es so, dass der Roboter die Arbeitsabläufe des Personals erleichtern soll. "Speziell in Zeiten von Corona ziehen es einige Leute vor, den direkten Kontakt mit menschlichem Personal zu meiden", erklärt Hyundai. Auch zu Stoßzeiten und an Wochenenden soll DAL-e die Besucher so lange bei Laune halten, bis ein Verkäufer Zeit für sie hat.

Wie sich die Geschichte mir DAL-e entwickelt, bleibt abzuwarten. Momentan ist er sozusagen noch in der Probezeit. Hier soll er Daten sammeln, die dann für die kontinuierliche Weiterentwicklung genutzt werden, um ihn zu einem "fortschrittlichen Android-Roboter zu perfektionieren".

Quelle: ntv.de

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