Auto

Der neue VW Cross-Polo Der Reiz des schönen Scheins

CrossPolo1.jpg

Auch ohne Allradantrieb entfaltet der Cross Polo dank der Anbauteile eine klare All-Terrain-Botschaft.

(Foto: Textfabrik/Busse)

"Cross" heißt bei Volkswagen Offroadoptik. Mit dicker Beplankung und höher gelegtem Fahrwerk eifern sie den Geländewagen nach, doch: Allradantrieb Fehlanzeige. Viele Kunden mögen das. Jetzt ist ein neues Mitglied zur Familie gestoßen – der VW Cross Polo.

Vorbote dieser Modellvariante war der VW Polo Fun, dessen Markterfolg die Erwartungen bei weitem übertraf. Nur logisch, dass nach einem VW Cross Touran und einem VW Cross Golf auch ein VW Cross Polo folgen musste. Seinen optischen Reiz bezieht der Cross Polo vor allem aus der anthrazitfarbenen Frontschürze, in die Nebelscheinwerfer eingelassen sind. Prägnant ist auch der große Lufteinlass in der Mitte. Dort prangt, von einer Chromspange umrandet, ein schwarzer Wabeneinsatz. So schminken auch Sportwagen-Visagisten ihre Schützlinge.

Das dunkel ummantelte Laufwerk wird von den Radlaufabdeckungen und Seitenschwellern fortgesetzt. Mag sein, dass sie auch einen praktischen Nutzen haben, denn natürlich sind sie nicht so empfindlich gegen Kratzer wie lackierte Teile. Wichtig für den Auftritt des Cross Polo ist aber die authentische All-Terrain-Optik, die in den Heck-Stoßfängern ihre Vollendung findet. In den Tempobereichen, in denen sich ein Polo gewöhnlich bewegt, ist auch ein Diffusor sicher kein Muss, doch das silbern lackierte Anbauteil unterhalb der Heckklappe rundet den sportlich-dynamischen Eindruck ab.

Dachreling fördert Naturburschen-Image

Die 17-Zoll-Leichtmetallräder stehen dem Auto gut, ab Werk sind Reifen im Format 215/40 montiert. Für den schönen Schein des Naturburschen ist eine Dachreling unverzichtbar. Sie kann sogar Ladeboxen mit einem Gewicht von bis zu 75 Kilogramm verkraften. Der CrossPolo ist ausschließlich als Fünftürer lieferbar. Wie gewohnt ist die Rückbank im Verhältnis 60:40 teil- und umklappbar, der Laderaum wächst damit von 280 auf bis zu 952 Liter.

CrossPolo2.jpg

Die 17-Zoll-Leichtmetallräder wirken in den dunkel eingefassten Radhäusern kraftvoll und sportlich.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Eine exklusive Motorisierung, die den Käufern des Cross-Modells vorbehalten wäre, fehlt im Programm. Als Antrieb hält das VW-Regal eine reiche Auswahl bereit, je nach dem, was an Leistung gewünscht und an Preis gestattet ist. Die Benziner sind von 70 PS bis 105 PS gelistet, für die Dieselfraktion ist ein Common-Rail-TDI zu haben. Zwei der sechs Motoren können mit einem Sieben-Gang-DSG-Automatikgetriebe bestellt werden. Bei den Benzinern stellt die 70-PS-Version mit 1,2 Liter Hubraum und drei Zylindern den Einstieg dar. Alle anderen Aggregate besitzen vier Zylinder. Die nächste Stufe bildet der 1,4-Liter-Motor mit 85 PS. Top-Benziner ist der neue 1.2 Liter große TSI-Motor mit 105 PS, der zum Beispiel auch in den Skoda-Modellen Fabia und Yeti Verwendung findet.

Der aufgeladene Benzindirekteinspritzer bringt den Cross Polo in 9,9 Sekunden auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 188 Stundenkilometer. Im Schnitt verbraucht er 5,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern und stößt damit 128 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Diese Werte erreicht der Wagen nach Werksangaben mit dem serienmäßigen Sechsganggetriebe ebenso wie mit dem optionalen DSG. Ebenfalls als DSG-Version ist der Cross Polo mit 85 PS zu haben.

Viel Ausstattung ködert Kunden

Die Dieselmotoren besitzen 1,6 Liter Hubraum und werden in drei Leistungsstufen angeboten. Sie geben 75 PS, 90 PS oder 105 PS ab. Erstaunlich, dass alle drei Leistungsstufen nach EU-Normtest mit im Durchschnitt 4,3 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer gemessen wurden. Das entspricht 113 Gramm CO2 pro Kilometer. Die 90-PS-Version kann auf Wunsch auch mit dem Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden, wodurch sich der Durchschnittsverbrauch um 0,3 Liter erhöht.

CrossPolo4.jpg

Aufgeräumt und übersichtlich ist das Cockpit, so wie man es von Volkswagen kennt.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Den Reiz solcher Sondermodelle versuchen die Hersteller gewöhnlich durch Mitgabe diverser Ausstattungsdetails zu erhöhen, wobei das im Paket erworbene Niveau stets etwas unter dem Preis zu liegen hat, der bei Einzelbestellung anfiele. Beim Cross Polo beginnt die Preisliste bei 16.550 Euro. Dafür gibt es serienmäßig in der Höhe verstellbare Sportsitze, eine asymmetrisch teilbare Rückbank, Taschen an den Lehnen der Vordersitze und Schubladen darunter. Das Lederlenkrad gehört ebenso zum Lieferumfang wie die Mittelarmlehne vorn mit Ablagefach sowie Pedalkappen in Alu-Optik und etliche Chrom-Applikationen. Mit an Bord sind auch elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, der beleuchtete Make-up-Spiegel, die Multifunktionsanzeige (MFA) inklusive Luftdrucküberwachung der Reifen und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.

Der Einfluss des höher gelegten Fahrwerks auf die Straßeneigenschaften ist zu vernachlässigen. Der 105 PS starke 1,6-Liter Diesel zeigte sich agil und drehfest, wenngleich man ab 3000 Touren mit etwas weniger Lautstärke auch gut leben könnte. Ein Sechsganggetriebe würde hier die Drehzahlen reduzieren und Abhilfe schaffen. Der Handschalter setzt 20 Newtonmeter Drehmoment und 15 PS mehr frei als der Automat (der hat 230 Newtonmeter und 90 PS), und ist mit 20.100 Euro ausgepreist. Der DSG-Diesel kostet 800 Euro mehr. Viel Fahrspaß vermittelt der ebenfalls 105 PS starke 1.2-Liter-Benziner mit DSG, der für 20.150 Euro in der Liste steht. Die vom Bordcomputer währen der Testfahrt registrierten Verbrauchswerte lagen zwischen 0,8 und 1,3 Liter über den EU-Normdaten.

Quelle: n-tv.de