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Sparkurs stoppt neue Modelle Fiat könnte bald alt aussehen

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Einen neiuen Fiat Bravo wird es nicht vor 2014 geben.

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage hat sich die Fiat SpA zu einem harten Sparkurs entschlossen. Die Italiener werden bis auf Weiteres keine neuen Versionen des Grande Punto und des Bravo auf den Markt bringen. Analysten befürchten, dass Fiat dadurch in naher Zukunft gegen andere Wettbewerber alt aussehen wird.

Autofahrer müssen länger auf neue Fiat-Modelle warten. Der Konzern aus Turin wolle neue Versionen des Grande Punto und des Bravo frühestens 2014 auf den Markt bringen, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Ursprünglich sollten die überarbeiteten Modelle bereits im kommenden Jahr in den Verkaufshallen stehen.

Wirtschaftslage zwingt zum Sparen

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage habe sich die Fiat SpA zu weiterem Sparen entschieden. Aufgegeben habe das Unternehmen die Pläne aber nicht, sagte ein Informant. Es sei nur der Entwicklungsprozess verlangsamt worden. Den Grande Punto hatte Fiat zuletzt 2009 einem Face-Lift unterzogen, der Innenraum wurde aufgebessert, und die Fahrzeuge erhielten effizientere Motoren. Am Bravo gab es seit der Markteinführung des aktuellen Modells 2007 keine größeren Veränderungen. Der Kleinwagen Grande Punto und der Pkw der Kompaktklasse Bravo waren die einzigen Pkw der Marke Fiat, für die die Gesellschaft für 2013 die Einführung neuer Versionen vorgesehen hatte.

Fiat leidet ebenso wie die Wettbewerber unter dem Nachfragerückgang am italienischen und auch am europäischen Automobilmarkt. Im Mai sind die Neuzulassungen in Italien um gut 14 Prozent gesunken. Für die Turiner war der Monat aber ein Lichtblick. Der Konzern mit seinen Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo verzeichnete mit 31,6 Prozent den höchsten Marktanteil seit mehr als zwei Jahren. Im April lag er laut Daten des Verkehrsministeriums bei 31,4 Prozent. Der Absatz ist in Italien inzwischen allerdings auf das tiefste Niveau seit nahezu 30 Jahren gesackt.

Modellpalette sieht immer älter aus

Die Fiat-Werke in dem Land sind bei weitem nicht ausgelastet. Gelegentlich wird die Fertigung für kurze Zeit gestoppt. Auch auf dem europäischen Markt entwickeln sich Fiat-Fahrzeuge immer mehr zu Ladenhütern. In den ersten vier Monaten sank der Absatz der Markte Fiat um 19,4 Prozent. Schlechter schnitt unter den europäischen Herstellern mit einem Einbruch um nahezu ein Viertel nur noch Renault ab. Fiat-Vorstandsvorsitzender Sergio Marchionne hatte die Einführung überarbeiteter Modelle mit Blick auf die Zurückhaltung der Käufer jüngst in Frage gestellt.

Analysten und Händler sehen allerdings die Gefahr, dass die Modellpalette von Fiat im Vergleich zu Wettbewerbern sowohl aus Europa als auch aus Asien immer älter aussieht. Die Einführung anderer Modelle treibt der Konzern, dessen europäisches Autogeschäft im vergangenen Jahr rote Zahlen schrieb, aber weiter voran. So soll bis Ende des Jahres eine größere Version des zweitürigen Kleinwagens Fiat 500 zur Verfügung stehen.

Fiat hat bereits die bisher angepeilten mittelfristigen Ziele und einen Zeitplan für die Einführung neuer Produkte kassiert. Vor Kurzem hatte Chairman John Elkann bekräftigt, dass der Konzern seine Ziele für Europa nach dem dritten Quartal erneut auf den Prüfstand stellen werde.

Quelle: ntv.de, DJ