Fusion von Benz und DaimlerMercedes-Benz Automobile - es begann 1926 in Berlin

Vor genau 100 Jahren wurde die heute wertvollste Premium-Automarke geboren: Auf dem Berliner Automobilsalon präsentierte Mercedes-Benz im Oktober 1926 sein erstes Produktportfolio. Während andere Edelmarken der Roaring Twenties längst vergessen sind, entwickelte sich der Stern zum begehrtesten Luxus-Symbol.
Es war keine Hochzeit im Himmel, sondern eine Vernunftehe, die aber schließlich doch ungeahnte Emotionen freisetzte: Vor 100 Jahren fusionierten die rivalisierenden Automobilpioniere Benz und Daimler zur Daimler-Benz AG mit Sitz in Berlin, die den dreizackigen Stern der neuen Premiummarke Mercedes-Benz im Oktober 1926 erstmals in den glamourösen Pavillons des Berliner Automobilsalons strahlen ließ.
Schon das erste Produktprogramm von Mercedes-Benz vermittelte derart begehrenswerte - und im Einstiegssegment gerade noch bezahlbare - technische Finesse, dass es Modellen etablierter Prestigemarken wie Bugatti, Hispano-Suiza, Horch oder Maybach die Show stahl.
Zu den wichtigsten Weltpremieren im Zeichen des Sterns zählten 1926 die Modelle Mercedes-Benz 8/38 PS (W02) und 12/55 PS (W03), aber auch der im Tourenwagensport gefeierte Typ K ("kurz" mit Kompressor) als Vorbote der legendären Sportwagen-Linie S, SSK, SSKL. Neben den Pkw-Modellen präsentierte Mercedes-Benz auch ein komplett neues Nutzfahrzeugprogramm, dies mit revolutionären Frontlenkerkonzepten.
Weltmarke im Zeichen des Sterns
Mercedes-Benz, dieser Weltmarke im Zeichen des Sterns - für Autohasser seit Jahrzehnten pure Provokation und für Autofans ein Schmuckstück, das sogar an Schultaschen baumelt - ist Einzigartiges gelungen: Technologisch den meisten Premiummarken vorauszufahren, Benchmarks bei der Produktqualität zu setzen, in einem imaginären Concours der Stars & Cars mit vielen hundert prominenten Mercedes-Fans vom Popstar bis zum Papst die Parade der Prestigemarken anzuführen und trotzdem in Kleinwagen- und Taxiflotten mitzumischen.
Auch gegen Kratzer im Image ist die Marke bestens geschützt, wie zuletzt der Dieselabgas-Skandal oder Diskussionen um die Zukunft der bezahlbaren A-Klasse-Baureihe zeigten. Tatsächlich ist die Geschichte von Mercedes die Geschichte einer Marke, die sich immer wieder neu erfinden musste, damit der Stern weiterhin heller strahlt als die Premiumkonkurrenten.
Genauso bewältigte Daimler-Benz schon die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die herausfordernden Jahre der NS-Zeit, als sich die braunen Machthaber besonders gern in Repräsentationskarossen mit dem Stern zeigten und den Konzern mit Rüstungsaufträgen päppelten.
Breit aufgestellt
Ein breites Typenprogramm mit Hightech-Anspruch - darunter der 1936 eingeführte erste Diesel-Pkw vom Typ 260 D, die legendären "Silberpfeil"-Renn- und Rekordwagen, aber auch robuste Mittelklassemodelle - differenzierten Mercedes-Benz von reinen Luxuslabels wie Duesenberg oder Horch, die damals allmählich in eine Sackgasse fuhren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Daimler-Benz überraschend schnell eine Führungsrolle im Premiumsegment zurück. Schon 1947 lief die Produktion wieder in allen Werken und Mercedes-Benz-Modelle wurden Symbole des Wirtschaftswunders: Die 1951 eingeführte Luxuslimousine Mercedes 300 bekam sogar den inoffiziellen Beinamen "Adenauer", avancierte sie doch zum bevorzugten Transportmittel des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer.
Der 1963 als "Großer Mercedes" vorgestellte Nachfolger vom Typ 600 machte sogar in Großbritannien Furore. Ob es daran lag, dass Queen Elizabeth II. 1965 bei ihrem Deutschlandbesuch in dieser Pullman-Limo chauffiert wurde oder daran, dass Rolls-Royce nur altmodische Karossen offerierte, jedenfalls war der Mercedes 600 unter den Reichen und Adligen im London der Swinging Sixties so angesagt, dass Rolls-Royce eilig den modernen Silver Shadow auflegte.
Motorsport und Marken-Mythos
Erneut half der Motorsport beim Aufbau des Marken-Mythos: Die Formel-1-Silberpfeile, vor allem aber der 1954 eingeführte Mercedes 300 SL mit markanten Flügeltüren, verankerten sich im Firmament der ultimativen automobilen Ikonen. Als 300 SLR Uhlenhaut Coupé erzielte der Sportwagen 2022 einen Versteigerungserlös von 135 Millionen Euro: das teuerste Auto aller Zeiten.
Der Mercedes-Stern symbolisierte jedoch zugleich bürgerlichen Wohlstand. Ob als modisch eingekleideter Ponton-Mercedes (ab 1953, Typen 180 bis 220 SE), Heckflossen-Benz (ab 1959, Typen 190 bis 300 SE), zeitlos eleganter Strich-Acht (ab 1968, Typen 200 bis 280 E) oder fast unzerstörbar langlebiger W123 (ab 1975, Typen 200 bis 300 TD), die durch den genialen Ingenieur Béla Barényi frühzeitig mit bahnbrechenden Sicherheitstechnologien ausgestatteten Mittelklasse-Baureihen gelten global als gesellschaftlicher Erfolgsausweis.
Wer sich noch mehr leisten kann, kauft eine S-Klasse - seit 1972 trägt sie offiziell diesen Namen. Nicht vergessen werden darf die SL-Reihe, seit dem 1963 von Paul Bracq designten "Pagodendach SL" und den 1971 eingeführten R107-Roadstern mit V8-Power sind sie unentbehrliche Utensilien der Schönen und Berühmten, auch in TV und Kino, wie "Dallas" oder "Pretty Woman" zeigen.
Offroad, SUV und "Elchtest"
Die Marke Mercedes-Benz konnte aber noch mehr. Anders als Bentley oder Maserati wagten die Stuttgarter schon 1979 Offroad (die G-Klasse) und 1997 die M-Klasse als ersten SUV made in USA. Ab 1982 konterte der kompakte Mercedes 190 den sportlich-agilen BMW 3er. Als BMW 1987 mit dem 750i in die Zwölfzylinderliga vorstieß, antwortete Mercedes 1991 mit einem noch monumentaleren V12 in der voluminös-protzig geratenen S-Klasse (W140), die gleichwohl als erste neue Staatskarosse im wiedervereinigten Deutschland Geschichte schrieb.
Ganz anders fiel 1997 die erste A-Klasse auf: Dieser Mini-Benz drohte im "Elch-Ausweichtest" zu kippen. Prompt rüstete Mercedes das neuartige elektronische Stabilitätssystem ESP nach - und zeigte, wie Krisenmanagement geht. Während andere kleine Premiumtypen wie Audi A2 oder A1 nie wirklich reüssierten, wurde die A-Klasse Produktionsmillionär - und sie überlebt aktuell ihr Ende. Verfolgte doch Mercedes-Chef Ola Källenius Anfang der 2020er Jahre eine Zukunft als reine Luxusmarke mit hohen Gewinnspannen ohne Kleinwagen.
Modelloffensive in allen Segmenten
Inzwischen gab es eine Kurskorrektur. Statt der Konzentration auf noble SUV und Supersportler starteten die Stuttgarter eine Modelloffensive in allen Segmenten - und sind dort heute auch mit vollelektrischen Erfolgsträgern vom Mercedes CLA EQ bis zum feudalen Mercedes-Maybach EQS SUV vertreten.
Das weltgrößte Mercedes-Werk steht übrigens nicht mehr im Raum Stuttgart, sondern in Peking. So verschieben sich Horizonte. Trotz der Meldungen von Gewinneinbrüchen ist Mercedes-Benz auch zum 100-Jahre-Jubiläum die wertvollste Premiummarke. Und die Reise soll weitergehen, wenn man dem englischsprachigen Slogan der Klassikabteilung "Mercedes-Benz Heritage" glaubt: "Heritage Creates Future".
Chronik
1886: Der dreirädrige Benz Patent-Motorwagen ist das erste Automobil der Welt. Carl Benz konstruiert es im Jahr 1885 und meldet es am 29. Januar 1886 als "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" zum Patent an. Im gleichen Jahr stellt Daimler die Motorkutsche vor. Sie gilt als das erste vierrädrige Automobil der Welt
1888: Im August begibt sich Bertha Benz mit einer weiterentwickelten Ausführung des Original-Patent-Motorwagens zusammen mit ihren Söhnen auf eine Erprobungsfahrt nach Pforzheim, die erfolgreich verläuft und von den Medien werbewirksam kommuniziert wird. Zugleich ist dies die erste von einer Frau durchgeführte Automobilfahrt - sofern nicht der damals 15-jährige Sohn Eugen am Steuer saß. Eugen Benz soll 1953 behauptet haben, dass seine Mutter überhaupt nicht fahren konnte. Gottlieb Daimler überträgt dem in die USA ausgewanderten Klavier- und Flügelfabrikant William Steinway die amerikanischen Rechte für seine Fahrzeuge. Steinway gründete im selben Jahr die Daimler-Motor-Company. Daimler gründet die Motor-Wagen-Kutscherei in Stuttgart, das erste automobile Taxiunternehmen
1890: In Cannstatt wird die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) gegründet. zu den wichtigsten Märkten gehört Frankreich, wo die Zweizylinder-V-Motoren nach Daimler-Lizenz gebaut werden. Gottlieb Daimler wird 1894 aus dem Unternehmen gedrängt, 1895 zurückgeholt und wird 1897 Vorsitzender des Aufsichtsrats der DMG. Carl Benz entwickelt den Patent-Motorwagen weiter. Auch er erfährt das größte Interesse für seine Erfindung zunächst in Frankreich
1893: Der Benz Victoria als erster Benz mit vier Rädern verfügt serienmäßig über die patentierte Achsschenkellenkung und 3 statt 0,75 PS Leistung
1894: In diesem Jahr ist das wegweisende Benz Motor-Velociped mit Leichtbaukonstruktion ein Wendepunkt für die Automobilindustrie. Insgesamt entstehen von 1894 bis 1902 im Mannheimer Benz-Werk rund 1.200 Fahrzeuge dieser Typfamilie kompakter Benz-Automobile. Das kurz "Velo" genannte Modell und zu Preisen ab 2.000 Mark verkaufte Fahrzeug ist damit der erste in großer Serie gebaute Personenwagen der Geschichte. Am 22. Juli 1894 richtet die französische Zeitung "Le Petit Journal" erstmals eine Wettfahrt für Kraftfahrzeuge aus. Sie führt über 126 Kilometer von Paris nach Rouen. Den Sieg teilen sich zwei Fahrzeuge mit Daimler-Lizenzmotor von Peugeot sowie Panhard & Levassor. Dieser Wettbewerb gilt als Geburtsstunde des Motorsports
1895: Ein Benz Omnibus mit Platz für acht Personen und 5 PS starkem Einzylinder-Motor wird ab März von der "Netphener Omnibus-Gesellschaft" im Liniendienst zwischen den Städten Siegen, Netphen und Deuz eingesetzt, es ist die weltweit erste Omnibuslinie
1896: Das Jahr 1896 ist ereignisreich für die Rheinische Gasmotorenfabrik Benz & Cie. in Mannheim, die bisher von offenen Personenwagen geprägte Produktpalette wird nicht nur um das Nutzfahrzeug "Lieferungs-Wagen" erweitert, sondern auch um das erste Coupé mit Verbrennungsmotor
1897: Benz und Daimler präsentieren ihre Modelle auf dem Vorläufer der heutigen IAA in Berlin im Hotel Bristol. Der erste in Coventry (Großbritannien) gebaute Daimler wird vorgestellt
1899: Benz liefert in diesem Jahr 572 Autos aus und ist damit größter deutscher Produzent von benzinbetriebenen Fahrzeugen
1900: Gottlieb Daimler stirbt am 6. März. Der Kaufmann Emil Jellinek einigt sich mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) über den Vertrieb von Daimler-Fahrzeugen und -Motoren und den Vertrieb unter der Bezeichnung Daimler-Mercédès. Es ist die Initialzündung für den Markennamen Mercédès. Mercédès nimmt Bezug auf den Vornamen der damals zehnjährigen Tochter Jellineks. Am 22. Dezember 1900 liefert die DMG den ersten Mercédès 35 PS an Jellinek nach Nizza, wo dieses Modell im Folgejahr Rennsiege einfahren soll. Der Mercédès 35 PS gilt technisch als das erste moderne Automobil, das den Sprung vom Kutschenzeitalter ins Automobilzeitalter schafft und dem Automobil eine eigenständige Form gibt
1902: Auf der Pariser Weltausstellung von 1902 ist der von Daimler ausgestellte erste "Mercedes" mit von Wilhelm Maybach entwickeltem Bienenwabenkühlergrill der Messestar. Mercedes wird als Wortmarke geschützt
1903: Carl Benz beendet seine aktive Tätigkeit bei Benz & Cie. und wird 1904 in den Aufsichtsrat berufen. 1906 gründet er an seinem Wohnsitz Ladenburg das Unternehmen "Carl Benz Söhne". Carl Benz wird mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt und stirbt hochbetagt am 4. April 1929 in Ladenburg
1924: Die Firma Benz & Cie. und die Daimler-Motoren-Gesellschaft schließen sich zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Die gemeinsamen Vertriebsaktivitäten für die Marken Mercedes und Benz übernimmt die Mercedes-Benz Automobil GmbH, die am 30. Mai gegründet wird.
1925: Der Mercedes-Stern im Lorbeerkranz, eine Kombination der Markenzeichen der DMG und der Firma Benz & Cie., wird beim Patentamt als Warenzeichen angemeldet. Am 25. April folgt die Wortmarke "Mercedes-Benz". Die beiden Schutzmarken werden am 3. September 1926 bzw. 7. Oktober 1927 in die Zeichenrolle eingetragen
1926: Die Daimler-Motoren-Gesellschaft und die Firma Benz & Cie., die seit zwei Jahren in einer Interessengemeinschaft verbunden sind, fusionieren Ende Juni zur Daimler-Benz AG. Sitz der Gesellschaft ist in Berlin, die Zentralverwaltung entsteht in Untertürkheim. Die Daimler-Benz AG meldet die endgültige Form ihres Markenzeichens, bei der die Worte "Mercedes" und "Benz" in den Lorbeerkranz integriert sind, als Warenzeichen an. Die Eintragung in die Zeichenrolle erfolgt am 28. August 1928. Das erste Programm mit Mercedes-Benz-Modellen wird im Herbst auf der Berliner Automobil-Ausstellung präsentiert. Weltpremiere feiern der Typ 8/38 PS Zweiliterwagen (W 02) und der 12/55 PS Dreiliterwagen (W 03). Ausgestellt ist außerdem das Modell K, das bereits seit Juli mit Erfolg im Tourenwagensport eingesetzt wird. Das auf dem Typ 24/100/140 PS basierende Spezialmodell mit verkürztem Radstand (K für "kurz") wird im April 1927 ins reguläre Verkaufsprogramm aufgenommen. In Berlin debütiert auch das neue Nutzfahrzeugprogramm von Mercedes-Benz. Es umfasst die Lkw-Typen L 1, L 2 und L 5 für ein bis fünf Tonnen Nutzlast sowie die Niederrahmen-Fahrgestelle N 1, N 2 und NJ 5 für Omnibus- und Lastwagenaufbauten. Insgesamt 2.169 Mercedes-Benz- Pkw werden in diesem Jahr ausgeliefert
1927: Insgesamt 7.918 Mercedes-Benz-Pkw werden in diesem Jahr ausgeliefert
1932: Der Designer Hermann Ahrens leitet die Abteilung "Sonderkonstruktionen" und wird dadurch als erster "Designpapst" in Deutschland bekannt
1936: Der Mercedes-Benz 260 D ist der erste Serien-Pkw mit Dieselmotor
1937: Die erste Versuchsserie von 30 Volkswagen-"Käfer"-Fahrzeugen wird bei Daimler-Benz produziert
1939: Insgesamt 26.505 Mercedes-Benz-Pkw werden in diesem Jahr ausgeliefert
1951: Der Mercedes-Benz 300 "Adenauer" geht als erste Repräsentationslimousine mit Stern der Nachkriegszeit in Serie
1953: Die Ära des Pontondesigns beginnt mit dem Mercedes-Benz 180 mit selbsttragender Karosserie
1954: Der legendäre Flügeltüren-Sportwagen Mercedes-Benz 300 SL wird eingeführt
1959: Erste Sicherheitskarosserie der Welt mit integrierten Knautschzonen serienmäßig in der Mercedes-Benz "Heckflosse", die außerdem den Trend des Trapezdesigns zu einem Höhepunkt führt. Beginn systematischer Crashtests
1963: Der Mercedes-Benz 230 SL "Pagode" debütiert als erster Sportwagen mit Sicherheitskarosserie. Der Mercedes-Benz 600 setzt neue technische und Design-Standards im Segment der Repräsentationslimousinen
1967: Erstmals werden in einem Jahr über 200.000 Mercedes-Benz Pkw ausgeliefert
1968: Die neue Mittelklasse-Baureihe Mercedes-Benz "Strich-Acht" (Typen 200 bis 280 E) präsentiert sich in sachlich-eleganten Linien mit italienischer Leichtigkeit
1970: Die Sängerin Janis Joplin veröffentlicht den legendären Titel "Mercedes Benz" als letzten Song vor ihrem Tod. Der Song und speziell der berühmte Text der ersten Zeile "Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz" übt Kritik am Konsumverhalten der Gesellschaft
1971: Der neue vorgestellte SL-Sportwagen der Baureihe R107 bleibt 18 Jahre bis 1989 in Produktion und damit länger als alle anderen Mercedes-Modelle
1972: Markteinführung der ersten, offiziell "S-Klasse" genannten Baureihe (W116), ab 1978 mit ABS-Bremssystem
1974: Der Mercedes-Benz 240 D 3.0 ist der erste Serien-Diesel-Pkw mit Fünfzylindermotor
1979: Mit der S-Klasse der Baureihe 126 hält bei Mercedes das keilförmige Design Einzug. Der Geländewagen G-Klasse geht im Werk Graz in Produktion
1982: Das Mercedes-Benz T-Modell (Baureihe 123) wird mit Elektroantrieb erprobt plus einem Verbrenner als Reichweitenverlängerer. Mit dem "Baby-Benz" Mercedes-Benz 190 erschließt die Marke die kompakte Premium-Mittelklasse. Der Mercedes 190 hat den BMW 3er im Visier
1986: Erstmals werden in einem Jahr über 600.000 Mercedes-Benz Pkw ausgeliefert
1991: Die S-Klasse der Baureihe W140 zeigt sich in massigen Formen und punktet mit einem V12-Motor, dies auch als Antwort auf den BMW 750i
1995: Mit der E-Klasse der Baureihe 210 geht das markante "Vier-Augen-Gesicht" in Serie
1996: Mit dem SLK belebt Mercedes-Benz das Segment der kleinen Roadster, zugleich setzt der SLK mit seinem versenkbaren, festen Klappdach Maßstäbe
1997: Mit der kleinen A-Klasse stößt Mercedes-Benz ins Kompaktsegment vor, dort wo der VW Golf dominiert. Nach Problemen in Ausweichtests ("Elchtests") erhält die A-Klasse das stabilisierende ESP serienmäßig. Mit der in den USA gebauten M-Klasse setzt Mercedes-Benz im SUV-Segment Akzente
1998: Das Unternehmen DaimlerChrysler entsteht, als Daimler-Benz die Chrysler Corporation übernimmt. 2007 kommt es zur Trennung, und die DaimlerChrysler AG ändert ihren Namen in Daimler AG
1999: Erstmals werden in einem Jahr über eine Million (1.097.142) Mercedes-Benz Pkw ausgeliefert. Das Mercedes-Benz CL Coupé (C215) ist das weltweit erste Serienfahrzeug mit aktivem Fahrwerk (Active Body Control). Der Affalterbacher Spezialist für Hochleistungsfahrzeuge AMG überträgt die Mehrheit seiner Geschäftsanteile an DaimlerChrysler
2003: Der Mercedes-Benz CLS revitalisiert das Segment der viertürigen Coupés
2005: Mit der B-Klasse präsentiert Mercedes-Benz ein neues Volumenmodell, das im Segment der Kompaktvans für Furore sorgt
2008: Mercedes-Benz etabliert sich als Name von Sportstätten, so wird 2008 das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart in Mercedes-Benz Arena umbenannt. In Schanghai/China etwa gibt es ab 2011 eine Mercedes-Benz Arena, in New Orleans/USA ab 2011 einen Mercedes-Benz Superdome, in Atlanta/USA ab 2018 ein Mercedes-Benz Stadium
2009: Der neue Mercedes-Benz SLS AMG steht in der Tradition des 300 SL "Flügeltürers"
2014: Die Sub-Marke Mercedes-Maybach löst die Marke Maybach ab, unter der von 1921 bis 1942 und dann wieder ab 2000 Luxusautomobile verkauft wurden. Die ersten 2014 lancierten Mercedes-Maybach-Modelle basieren auf den Mercedes-S-Klasse-Limousinen S 500 und S 600 (Baureihe 222). Neu ist außerdem die Sub-Marke Mercedes-AMG, die mit dem Supersportwagen Mercedes-AMG GT eingeführt wird. Gefertigt werden die Supersportwagen Mercedes-AMG bei der Mercedes-AMG GmbH, die auf die 1967 gegründete Firma AMG zurückgeht
2019: Das Konzeptfahrzeug Vision Mercedes Simplex ist eine Hommage an die Ursprünge der Marke und die historischen Mercédès-Simplex-Modelle
2021: Mercedes-Benz startet eine Offensive mit vollelektrischen Modellen; neu sind in diesem Jahr die Baureihen C-Klasse, Mercedes-AMG SL und die vollelektrischen EQA, EQE und EQS, gefolgt im Jahr 2022 vom EQE SUV und EQS SUV. Die Daimler Truck Holding AG entsteht durch Abspaltung der Daimler Truck AG von der Daimler AG und ist der weltweit größte Nutzfahrzeughersteller, insbesondere Marktführer bei Lkw über sechs Tonnen. Vertrieben werden die Lkw u.a. unter dem Markennamen Mercedes-Benz
2022: Durch Umbenennung geht zum 1. Februar die Mercedes-Benz Group AG aus der Daimler AG hervor
2023: Das weltweit größte Mercedes-Werk steht seit ein paar Jahren nicht mehr im Raum Stuttgart, sondern in Peking; die Beijing Benz Automotive Co. Ltd (BBAC) liefert in diesem Jahr fast 600.000 Fahrzeuge aus
2025: Mercedes-Benz verkaufte in diesem Jahr insgesamt 2.160.000 Pkw und Vans, obwohl der Absatz in China schwächelte. Neu sind unter anderem die kompakten vollelektrischen Modelle CLA EQ und CLA Shooting Brake EQ sowie der vollelektrische GLC EQ
2026: Mercedes-Benz belegt weiterhin die Spitzenposition als wertvollste Luxusautomobilmarke der Welt. Mercedes-Benz feiert das 100-Jahre-Jubiläum des Markennamens durch verschiedene Aktivitäten. In Deutschland erinnern Mercédès-Jellinek-Straßen in Stuttgart und in Verden (Aller) an die Tochter des Automobilenthusiasten Emil Jellinek. Das patentierte Automobil wird sogar schon 140 Jahre alt, Mercedes-Benz feiert den von Carl Benz entwickelten ersten dreirädrigen Motorwagen und die erste Motorkutsche von Gottlieb Daimler im Rahmen zahlreicher Events