Auto
Donnerstag, 26. März 2015

Ein erster Blick auf das Luxus-SUV: Mercedes GLE löst die M-Klasse ab

Von Holger Preiss

Mit der M-Klasse hat Mercedes seit 1997 eines der meistverkauften Luxus-SUV am Start. Dieser Erfolg soll mit dem GLE noch ausgebaut werden. Dafür haben die Stuttgarter aber nicht nur am Blech, sondern auch an den Motoren geschraubt.

An die veränderte Nomenklatur der Schwaben muss man sich erst gewöhnen. Wenn nämlich auf der Autoshow in New York Anfang April der neue GLE vorfährt, dann ist das nichts anderes als die neue M-Klasse. Die, man erinnert sich, eröffnete 1997 das Segment der Premium-SUV. Seitdem ist der seinerzeit als W 163 im Werk von Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama hergestellte Schwabe eines der meistverkauften Luxus-SUV der Welt. Mit der Überarbeitung zum GLE soll jetzt die 1,6-Millionen-Marke beim Verkauf durchbrochen werden, hört man aus Stuttgart.

Auch das Heck wurde deutlich in Richtung der neuen Mercedes-DNA gerückt.
Auch das Heck wurde deutlich in Richtung der neuen Mercedes-DNA gerückt.

Damit das funktioniert, hat man dem alten Neuen eine deutlich attraktivere Front- und Heckpartie verpasst, ohne aber das unverwechselbare Design der M-Klasse zu zerstören. So bleibt es bei der weit vorgerückten C-Säule und der umlaufenden Heckscheibe. Ansonsten kommt der GLE einen Tick sportlicher als sein Vorgänger daher.

Neues auch unterm Blech

Auch unter dem Blechkleid verspricht Mercedes grundlegend Neues. So bieten die Schwaben erstmals in ihrer SUV-Historie mit dem GLE 500 e 4Matic ein Plug-In-Hybrid an, der im Zusammenspiel eines Vierzylinder-Diesels und eines Elektromotors, die Potenz eines V8 haben soll. Die garantierte Systemleistung beziffert Mercedes mit 442 PS, wobei der Verbrauch im Labor bei lediglich 3,3 Litern liegt.

Interessant ist, dass Mercedes das Hybridmodul komplett in das siebenstufige Automatikgetriebe integriert hat. Die elektrische Energie wird in einer Lithium-Ionen-Batterie mit einem Energiegehalt von 8,8 kWh gespeichert. An der Wallbox oder der Ladestation sollen lediglich zwei Stunden für die komplette Befüllung des Akkus benötigt werden. Bis zu 30 Kilometer kann der GLE 500 e rein elektrisch zurücklegen.

Das Zentrum der Infotainmenteinheit ist ein 7-Zoll-Monitor, den es in Serie gibt.
Das Zentrum der Infotainmenteinheit ist ein 7-Zoll-Monitor, den es in Serie gibt.

Aber auch ohne Elektromotor sollte der GLE mit dem Einstiegstriebwerk als 250 d, das 204 PS leistet, noch gut unterwegs sein. Zumal auch hier nur 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer durch die Schläuche rauschen sollen und lediglich 140 Gramm CO2 emittiert werden, was für ein SUV dieser Größe Benchmark ist. Zum Start der neuen GLE-Generation kommt bei allen Versionen mit Dieselmotor serienmäßig das neunstufige Automatikgetriebe zum Einsatz, erstmals auch mit optionaler Geländeuntersetzung und Zentralsperre.

AMG lässt es auch beim GLE krachen

Insgesamt werden fünf Aggregate mit vier, sechs oder acht Zylindern für den GLE zur Auswahl stehen. Natürlich kommen auch die Freunde der soliden Kraftentfaltung auf ihre Kosten. AMG-Chef Tobias Moers verspricht für den GLE 63 eine entsprechende Performance. Wie beim GLE 63 Coupé wird auch das Luxus-SUV von einem V8 befeuert. Das bedeutet, dass mindestens 557 Pferde unter der mit zwei Powerdomes bewehrten Haube galoppieren werden.

Da der GLE, wie nicht anders zu erwarten, mit permanenten Allradantrieb angeboten wird, setzt Mercedes-AMG beim GLE 63 und GLE 63 S ein eigenständiges Verteilergetriebe ein. Hier verteilt das Motormoment die Kraft im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse, was zu einer höheren Agilität führt. Das Ergebnis für den Fahrer: noch mehr Kurvendynamik. Optisch unterscheidet sich der AMG durch seinen sogenannten Twinblade-Kühlergrill von der schnöden Verwandtschaft.

Erstmals bietet Mercedes-Benz für diese Baureihe eine vollelektrisch ein- und ausfahrbare Anhängevorrichtung, die auch eine ESP-Anhängerstabilisierung umfasst. Die Anhängelast beträgt beim GLE gebremst bis zu 3,5 Tonnen, was den Schwaben auch zu einer tauglichen Zugmaschine macht. Zur Serienausstattung des neuen GLE gehört der Seitenwindassistent ebenso wie der Auffahrwarner mit automatischer Bremsfunktion. Ebenso sind Start-Stopp und ein Fahrmodischalter mit an Bord. Außerdem wurden im Vergleich zum Vorgänger das Multifunktionslenkrad und das Infotainmentsystem überabeitet, das sich jetzt über einen 7-Zoll-Monitor steuern lässt.

Quelle: n-tv.de