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Stuttgarter Symbiose Mercedes SUV Coupé ist der neue MLC

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So präsentierte sich das Concept SUV Coupé auf der Auto China in Peking.

Unverwechselbar will Mercedes wieder werden, so die Direktive des neuen Chefdesigners Gorden Wagener. Und tatsächlich haben die Schwaben über alle Modellreihen hinweg wieder ein eigenes Gesicht. Höhepunkt soll der MLC werden, der als Concept auf der Auto China gefeiert wird.

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Das dreidimensionale Leuchtband am Heck erinnert an das neue S-Klasse-Coupé.

(Foto: Holger Preiss)

Die Märkte lechzen nicht nur nach SUVs. Kunden wollen ihre Wuchtbrummen immer sportlicher haben. Am besten ist eine Symbiose aus Coupé und SUV. Dass das geht, zeigt BMW bereits 2008 mit dem X6. Anfänglich für dieses Zusammenspiel aus Sport Utility Vehicle und Coupé verlacht, zeigt sich doch schnell, dass gerade auf dem wichtigen US-Markt diese Art eines Crossovers verdammt gut ankommt.

Und da Designer sich auch gern mal inspirieren lassen, wundert es nicht, dass Mercedes jetzt auf der Auto China seine Idee von einem Coupé SUV vorstellt. Vorläufig handelt es sich hierbei um eine Studie, aber Mercedes ist inzwischen bekannt dafür, dass sie kein Geld mehr für reine Spaß- und Staun-Entwürfe ausgeben. Vielmehr wird das, was in Peking noch als eine Reminiszenz an die Silberpfeile in der Lackierung "Alu-Beam" strahlt, Anfang kommenden Jahres als MLC aus dem US-Werk Tuscaloosa auf den Markt rollen. Dort und in China dürfte für den 4,93 langen und fast 2,0 Meter breiten, aber nur 1,75 Meter hohen Straßenkämpfer auch die Hauptkundschaft zu finden sein.

Einfach unverwechselbar

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"Unverkennbar" ist die Devise für alle neuen Mercedes-Modelle.

(Foto: Holger Preiss)

Dabei soll das Concept Coupé SUV durch seine extremen Proportionen bestechen und die inzwischen Mercedes-typische Coupé-Formensprache unterstreichen, so Chefdesigner Gorden Wagener. "Unverkennbar" soll er letztlich sein. Damit das so ist, haben die Designer bei Mercedes mit den letzten Modellen der A-, C-, E- und S-Klasse einiges in die Wege geleitet. So ziert die Front des  MLC der inzwischen typische Sportgrill mit wuchtigem Zentralstern und auf der abfallenden Motorhaube gibt es zwei Powerdomes. Am Heck flammen die schmalen Rückleuchten in dreidimensionaler Optik, die bereits das S-Klasse-Coupé dynamisieren und zwei in den stilisierten Unterfahrschutz integrierte doppelflutige Endrohre. Wichtigstes Alleinstellungsmerkmal für die Mercedes-Designer ist aber die geschwungene flache Dachlinie, die unterdessen alle Mercedes Coupés auszeichnet. Das reicht vom CLA bis zum S-Klasse Coupé.

Der Spagat besteht darin, den MLC auch weiterhin als SUV kenntlich zu machen. Klar, die Bügelfalten im Blech sorgen dafür, dass der Sportanzug unverkennbar ist. Die Insignien für die Anleihen bei der M-Klasse liegen vor allem im schon erwähnten Unterfahrschutz, an den beleuchteten seitlichen Schwellern, die an Trittbretter klassischer Geländewagen erinnern und an den außenbündigen 22-Zöllern, die mit 305er Gummis bespannt sind. Gewaltig sind auch die großen Türbleche unter den fast schon zerbrechlich wirkenden rahmenlosen Scheiben. Die Spannung im gesamten Design ist der anhaltende Wechsel zwischen Leichtigkeit und Wucht. Dafür sorgt auch die absteigende "Droping-Line", die sich in Richtung der hinteren Radhäuser senkt, wobei die sogenannte "Balance-Line" vom Fuß der vorderen Türen zum Heck ansteigt und den Druck nach unten wieder aufhebt. Das zeugt von Eleganz und Dynamik. Prinzipiell hat Mercedes die Idee des Coupé SUV bereits mit dem GLA vorweggenommen. Allerdings war es hier eher die Andeutung einer neuen SUV-Linie.

Wuchtig auch unter der Haube

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Unter der Haube des Concept Cars werkelt ein V6 mit 333 PS.

(Foto: Holger Preiss)

Auch unter der Haube will sich der gestylte Offroader nicht lumpen lassen. Mit Dreiliter-Benziner, 333 PS und 480 Newtonmetern Drehmoment haben die Ingenieure dem Concept-Car ein gerüttelt Maß an Kraft mitgegeben. Hinzu kommen eine  neunstufige Wandlerautomatik und ein Fahrmodi-Schalter, der sich über vier Programme bis zum bissigen Sport-Plus schalten lässt. Wer sich hier in die Rennstufe gedrückt hat, wird mit Klängen aus dem Soundgenerator und einem Lichtspiel auf den Instrumenten belohnt. Wenn der MLC in Serie geht, werden auch Leistungen um die 560 PS möglich sein. Denn den Dreiliter-Benziner hat AMG gerade im S-Klasse-Coupé nachgeschärft.

Es gibt aber auch Elemente, die es von der Pekinger Studie nicht in die Serie schaffen werden. Dazu gehören auch die vollversenkten Türöffner. Die sind nämlich verboten. Können sie doch bei einem Unfall Helfern das Öffnen der Portale erschweren. Ansonsten will es scheinen, als wäre das Concept Car schon sehr nah am neuen MLC. Man darf gespannt sein, wie der Crossover dann auf dem Markt vorfährt.

Quelle: n-tv.de