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Yamaha überrascht seine Roller-Kunden im kommenden Jahr mit einer Premium-Ausstattungslinie beim X-Max.
Yamaha überrascht seine Roller-Kunden im kommenden Jahr mit einer Premium-Ausstattungslinie beim X-Max.
Mittwoch, 14. November 2018

Viel Neues zu erwarten: Motorroller 2019 - von Elektro bis Verbrenner

Auch bei den Motorrollern für 2019 steht der Elektroantrieb ganz vorne. Doch noch geben sich die Verbrenner nicht geschlagen. Deshalb werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf das Rollerangebot im kommenden Jahr.

Elektroroller sind hierzulande im Straßenbild noch nicht so präsent wie beispielsweise in Peking. Trotzdem spricht einiges dafür, dass sie sich auch in den großen europäischen Metropolen schon bald deutlich besser in Szene setzen. Die Neuheiten für das kommende Jahr werfen jedenfalls bereits jetzt ihre Schatten voraus. Schaut man in die nahe Zukunft, muss man zuerst auf die Marke Vespa zu sprechen kommen.

Vespas neue Stromer

Mit einem Preis von 6390 Euro ist die Vespa Eletrica kein Schnäppchen.
Mit einem Preis von 6390 Euro ist die Vespa Eletrica kein Schnäppchen.

Es passiert nur selten, dass man im italienischen Pontedera, wo seit über 70 Jahren das Vespa-Werk steht, grundlegend Neues zur Welt bringt. So wie zum Beispiel die Vespa Elettrica. 6390 Euro kostet die Elektroversion des Klassikers, ist nach der Norm L1e-B homologiert und damit ein "leichtes zweirädriges Kraftfahrzeug", das mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit den neuen Führerschein AM erfordert. Besitzer einer B-Lizenz, also einem Pkw-Führerschein, dürfen solche Zweiräder ebenfalls fahren.

Die Batterie-Vespa mit ihrem 5,4 PS starkem E-Antrieb kommt maximal 100 Kilometer weit, schafft diese Distanz aber nur im stark leistungsreduzierten Eco-Modus. Noch im November sollen die ersten elektrischen Vespen zu den Händlern kommen. Trotz eher mäßiger Leistungsdaten und der Tatsache, dass sich der Akku zum Laden nicht entnehmen lässt, dürfte sich die Elettrica bestens verkaufen.

Der Kumpan 1954 Ri wird mit seinem 9,5-PS-Elektromotor 100 km/h schnell.
Der Kumpan 1954 Ri wird mit seinem 9,5-PS-Elektromotor 100 km/h schnell.

Allerdings gibt es hierzulande schon lange die elektrisierten Roller für den AM-Führerschein und gar nicht in so geringer Zahl. Vor allem aus China rollen die zweirädrigen Stromer an. Neu ist, dass die E-Scooter an Geschwindigkeit zulegen. Die deutschen Marke Kumpan und Schwalbe bringen 2019 ICE-Ausgaben ihrer Modelle Kumpan 1954 Ri beziehungsweise E-Schwalbe. Das zweirädrige Flügeltier mit seinem 6,4 PS starken Motor schafft 90 km/h, wiegt 135 Kilo und trägt unter der Verkleidung zwei 2,4 kWh starke Akkus. Der Preis beträgt 6990 Euro, das optionale ABS wird mit weiteren 299 Euro berechnet.

E-Roller aus dem Rheinland und Taiwan

Der Kumpan aus dem Rheinland – Kumpan sitzt in Remagen – hat serienmäßig zwei 1,5 kWh-Akkus an Bord, wiegt 110 Kilo und wird mit seinem 9,5 PS-Motor 100 km/h schnell. Die Reichweite soll, so der Hersteller, selbst bei "richtigem Gasgeben" immer für bis zu 80 Kilometer reichen. Wer weiter will, muss seinen im Retro-Stil gehaltenen Roller nachladen oder für 1200 Euro einen dritten Akku zukaufen und installieren. Der 1954 Ri S kostet inklusive ABS 6999 Euro.

Ein absolut verwechslungsfreies Design weist das Ottobike MCR II auf: ein Roller, der eher an ein Motorrad erinnert.
Ein absolut verwechslungsfreies Design weist das Ottobike MCR II auf: ein Roller, der eher an ein Motorrad erinnert.

Ein absolut verwechslungsfreies Design weist das Ottobike MCR II auf. Der E-Roller kommt aus Taiwan und ist ein Zweirad der etwas anderen Art. Bis Mai soll die mit modernster Technik – Keyless-System, Einarmschwinge, Brembo-Bremsen, USD-Gabel, TFT-Display, Navigationssystem, integrierte Kamera für Live-Streaming, sensorgesteuertes Licht – vollgestopfte Mischung aus Roller und Motorrad im Handel sein.

Die Herstellerfirma beschreibt das Zweirad als "Mini City Racer". Und das ist gar nicht so weit hergeholt. Der bis zu 14 PS starke Elektro-Motor soll das Bike auf 105 km/h beschleunigen können und den E-Renn-Roller bis zu 220 Kilometer weit tragen. Ob auch im Sport- oder nur im Eco-Modus ist nicht bekannt. 6000 Euro kostet die schwächere, 8000 Euro die stärkere Version.

Da brennt noch was

Eine Wiedergeburt erlebt derzeit die italienische Marke Malaguti, hier der Scooter Madison 300.
Eine Wiedergeburt erlebt derzeit die italienische Marke Malaguti, hier der Scooter Madison 300.

Natürlich gibt es auch noch einige herkömmlich betriebene Roller, die hier nicht vergessen werden sollen. Auf dem Bestseller-Thron sitzt derzeit und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren die Vespa GTS 300 Super. 5467 Stück sind in Deutschland in den ersten zehn Monaten unters gut zahlende Volk gebracht worden, weitaus mehr als jemals zuvor. Das für 2019 angekündigte Nachfolgemodell der GTS 300, erstmals in fünf verschieden Ausstattungsversionen lieferbar, hat einen neuen Motor. Den stärksten, der je für eine Vespa gebaut wurde: 24 PS leistet der Einzylinder, der mit 3,2 Litern auf 100 Kilometern deutlich weniger Sprit benötigt als noch für den Vorgänger im Datenblatt vermerkt waren. Anteil daran dürfte auch das überarbeitete CVT-Getriebe haben. Neben leichten optischen Veränderungen gibt es nun LED-Scheinwerfer und ein 4,3 Zoll großes TFT-Display mit diversen Konnektivitätsfunktionen. 5990 Euro kostete die bisherige GTS 300 Super, die Hightech-Nachfolgerin dürfte teurer sein.

Eine Wiedergeburt erlebt derzeit die italienische Marke Malaguti. Die Marke verschwand 2011 von der Bildfläche, will aber im kommenden Jahr neben einigen 125er Motorrädern mit dem Scooter Madison 300 auch einen Roller in der Vespa-Klasse auf den Markt bringen. Ausgerüstet ist der Madison 300 mit dem bisher in der Vespa GTS 300 Super werkelnden Motor. Der Preis für den voraussichtlich ab April verfügbaren Scooter beträgt 4599 Euro.

Auch Yamaha, die sich in den letzten Jahren auf dem Rollermarkt etabliert haben, straten mit neuen Modellen ins Jahr 2019. Die Japaner bauen ihre sehr erfolgreiche X-MAX-Reihe aus. Für die 300er und 400er fügen sie eine Premium-Ausstattungslinie namens IronMax hinzu. Bei ihr sind so begehrenswerte Dinge wie eine spezielle Sitzbank, Alu-Fußrasten, ein verchromter Tachometer-Ring, Lackierung in "Sword Grey", ein getöntes Rücklicht und als Höhepunkt lederne Polsterungen im Cockpitbereich serienmäßig. Die Preise stehen hier aber noch nicht fest.

Quelle: n-tv.de