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Mit 3,40 Meter Länge ist der Peugeot 107 ein perfekter Begleiter im Großstadtdschungel.
Mit 3,40 Meter Länge ist der Peugeot 107 ein perfekter Begleiter im Großstadtdschungel.
Samstag, 13. Januar 2018

Löwe hat japanische Gene: Peugeot 107 - Gebraucht mit Schwächen

Der wendige Peugeot 107 eignet sich optimal für städtische Gefilde. In Sachen Haltbarkeit profitiert er von seinen japanischen Genen. Dennoch ist der Franzose kein Musterknabe und leidet unter seiner Segmentzugehörigkeit.

Viel Kurzstrecke, wenig Wartung - Kleinstwagen altern meist schneller als die größeren Kollegen. Vor diesem Hintergrund schlägt sich der wendige Stadtfloh Peugeot 107 auch als Mehrjähriger noch recht wacker. Das liegt auch an seinen japanischen Genen: Von 2005 bis 2014 lief der Franzose mit dem Toyota Aygo und dem Citroen C1 gemeinsam vom Band.

Mit 140 Liter Kofferraumvolumen muss man sich bei Großeinkäufen etwas bescheiden.
Mit 140 Liter Kofferraumvolumen muss man sich bei Großeinkäufen etwas bescheiden.

Der 107 ist mit seinem vorwitzigen, großen Kühlergrill der wohl attraktivste der drei sehr ähnlichen Brüder. Mit rund 3,40 Metern Länge und guter Rundumsicht zirkelt der Franzose auch in kleinste Parklücken. Trotzdem können vier Personen mit etwas gutem Willen in dem Stadtwägelchen Platz nehmen - wenn auch hinten nicht besonders bequem. Wer die Rückbank häufig in Anspruch nimmt, sollte die fünftürige Variante der dreitürigen vorziehen. Der Kofferraum bietet mit 140 Litern Volumen ausreichend Platz für Einkaufsbummel oder Supermarktstopp. Im Cockpit blickt der Fahrer auf etwas verspielte Instrumente: So ragt der Drehzahlmesser wie ein kleiner Satellit über den kugelig eingefassten Tacho hinaus. Passend dazu sind auch die Lüftungsdüsen rund gestaltet.

Überwiegend wird der Peugeot 107 von einem 1,0-Liter-Dreizylinder von Toyota angetrieben. Das Aggregat mit 68 PS macht seine Sache prima, lässt den Kleinstwagen flott durch den Stadtverkehr wuseln, ist dabei mit einem datenblattverbrieften Normverbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometern sparsam. Im realen Stadtverkehr darf aber ganz sicher mit bis zu zwei Litern mehr gerechnet werden. Seine Kraft reicht aber in jedem Fall auch für Fahrten jenseits der Stadtgrenze, dann muss der Pilot allerdings mit Einschränkungen im Fahrkomfort leben. Denn für die Langstrecke ist ein Cityflitzer wie der Peugeot 107 einfach nicht gemacht. Vielfahrer können dennoch über einen zwischenzeitlich angebotenen 54 PS starken Diesel nachdenken. Allerdings wurden diese Exemplare häufig gewerblich genutzt und sind dementsprechend in vielen Fällen in einem bedauernswerten Pflegezustand.

In der Basis nicht mal Servo

Bei der Ausstattung sollte man ruhig nach höheren Varianten Ausschau halten. Andernfalls wird es etwas trostlos.
Bei der Ausstattung sollte man ruhig nach höheren Varianten Ausschau halten. Andernfalls wird es etwas trostlos.

Obwohl es den Schleuderschutz ESP erst ab 2008 gab, erlangte der Citroen C1 stellvertretend für die beiden Geschwister-Modelle beim Euro-NCAP-Crashtest 2005 vier von fünf möglichen Sternen. Ab 2010 waren ESP und Notbremsassistent in allen Ausstattungsvarianten serienmäßig. Klassentypisch ist die Sicherheits- und Komfortausstattung mager, die Basismodelle hatten nicht mal Servolenkung. Angemessen ausgestattete Exemplare mit Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern sind aber auf dem Gebrauchtwagenmarkt durchaus zu finden.

Bezüglich der Qualität macht der kleine Franzose seine Sache bei der Hauptuntersuchung zwar recht ordentlich, hat aber durchaus echte Schwachstellen. Leicht beherrschbar ist die oft bemängelte Beleuchtung, kritischer die häufigen Beanstandungen der TÜV-Prüfer an den Bremsen, unter anderem aufgrund von vorzeitig verschlissenen Bremsscheiben. Es empfiehlt sich daher vor dem Kauf diesbezüglich einen Experten zu Rate zu ziehen. Obwohl der Peugeot baugleich mit dem Toyota Aygo ist, schneidet dieser beim TÜV deutlich besser ab. Ob Halter japanischer Fabrikate häufiger zur Wartung fahren? Da Kleinstwagen, wie schon erwähnt, häufig schlecht gewartet sind, empfiehlt sich die Suche nach einem Gebrauchtwagen mit aussagekräftigem Scheckheft.

Fazit: Rund ein Jahrzehnt lief der 107 vom Band, die Auswahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist dementsprechend üppig. Hier findet man auch Exemplare mit wenigen Kilometern. Die Preise starten bei gut 1500 Euro für frühe Modelle. Für ein gepflegtes Exemplar mit weniger als 50.000 Kilometern sollte man dann aber schon das Doppelte einplanen.

Quelle: n-tv.de