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Praktischer Stadtflitzer Toyota Aygo

Es scheint, als ob die deutschen Autofahrer erst jetzt die Vorzüge von Toyota entdecken. Im März lag die Marke bei den Neuzulassungen unter den Importeuren auf Platz eins - vor den seit vielen Jahren führenden Franzosen von Renault. Mit dem neuen Aygo will Toyota seine starke Position jetzt nochmals ausbauen. Ab 1. Juli kommt der unterhalb des Yaris positionierte Kleinwagen zu einem Preis von rund 9.000 Euro nach Deutschland.

Angetrieben wird der Viersitzer von einem dreizylindrigen 1,0-Liter-Benziner mit 50 kW/68 PS aus Toyota-eigener Produktion. Der gleiche Motor wird auch die beiden Schwestermodelle Citroen C1 und Peugeot 107 befeuern, denn der Aygo wird in einer Gemeinschaftsproduktion mit dem PSA-Konzern im tschechischen Kolin hergestellt. Als erster der drei Kleinwagen-Musketiere stellte sich der kleine Japaner jetzt einem Fahrtest.

Als Zwei- oder Viertürer zu haben
Jung, frisch und mit einem akzentuierten Design: So präsentiert sich der 3,41 Meter kurze Aygo dem Betrachter. Durch die ultrakurzen Überhänge und betonte Details wie Radläufe, Stoßfänger und Seitenschweller wirkt der Viersitzer sehr dynamisch. Der Aygo ist sowohl mit zwei als auch mit vier Türen erhältlich. Wer die etwa 600 Euro für die zusätzlichen Türen investiert, erhält einen nicht nur gut aussehenden, sondern auch praktischen Stadtwagen. Durch den einfacheren Zugang werden die Rücksitze zu Stauraum, den man gerne für Einkäufe nutzen wird. Denn der Kofferraum allein ist mit 130 Litern eher knapp ausgefallen. Durch Umklappen der Rücksitzbank kann das Ladevolumen allerdings auf recht stattliche 782 Liter erhöht werden. Minuspunkt: Die Vordersitze verfügen auch in der zweitürigen Variante über keine Memoryfunktion. So muss der Sitz nach Umlegen der Lehne immer wieder neu eingestellt werden.

Vorerst nur als Benziner
Zurzeit ist der Aygo nur mit Benzinmotor erhältlich, ein 1,4-Liter-Diesel mit 40 kW/54 PS aus PSA-Produktion folgt Anfang nächsten Jahres. Auch ein Automatikgetriebe ist für den Ottomotor erst ab Januar 2006 gegen einen Aufpreis von rund 500 Euro zu haben. Doch die Handschaltung gleitet leicht und präzise durch die Schaltwege und der Benziner mit variabler Ventilsteuerung ist erstaunlich leise und durchzugsstark. Selbst einen mit vier Erwachsenen bis an den Rand seiner Kapazität beladenen Aygo zieht der Dreizylinder noch zügig nach vorne. Zumindest im Stadtverkehr, doch genau dafür ist der kleine Toyota ja auch konzipiert.

Bequem sitzen Erwachsene natürlich nur auf den Vordersitzen und selbst da stoßen Ellenbogen und Oberschenkel von Fahrer und Beifahrer schnell aneinander. Doch allein fühlen sich allerdings selbst groß gewachsene Fahrer wohl. Das liegt sowohl an der weiten Verstellbarkeit der hart gepolsterten Sitze mit integrierten Kopfstützen als auch an der cleveren Lenkradhöhenverstellung. Denn der Instrumententräger mit Tachometer und Warnleuchten ist auf der Lenksäule platziert und verstellt sich so immer mit, wenn die Lenkradhöhe verändert wird.

Gute Sicherheitsausstattung serienmäßig
Sehen lassen kann sich die Ausstattung des Aygo besonders im Bereich Sicherheit: Front-, Seiten- und Vorhangairbags sind Teil der Serienausstattung. Auch eine elektronische Stabilitätskontrolle, bei Toyota VSC genannt, ist vorgesehen, wird aber wohl erst im nächsten Jahr kommen. Drei Ausstattungsvarianten werden angeboten. Das Basisniveau bietet immerhin bereits eine Servolenkung. Die mittlere City-Variante umfasst zusätzlich eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, CD-Radio und einiges Nützliche mehr. In der Top-Variante Club rollt der Aygo auf Leichtmetallfelgen und verfügt über Nebelscheinwerfer und einen Drehzahlmesser. In der Optionsliste finden sich ein mobiles Navigationssystem sowie eine Klimaanlage. Der Aygo wird zu Beginn nur mit drei Farben angeboten. Die Metallic-Lacke Hellblau und Dunkelgrau sind aufpreispflichtig, Rot gibt es kostenlos.

Fazit
Dank seines gelungenen Designs, der guten Sicherheitsausstattung sowie seines agilen Motors darf das Debüt des Aygo als durchweg gelungen bezeichnet werden. Zudem überzeugt der pfiffige Kleinwagen mit der von Toyota gewohnten Verarbeitungsqualität. Jetzt darf man gespannt sein, wie Peugeot und Citroen ihre im Prinzip identischen Varianten positionieren werden. Die Japaner setzen klar auf Lifestyle und ein jugendliches Publikum. Die Ziele sind ambitioniert: Rund 4.000 Aygo in diesem und mindestens 15.000 Einheiten im nächsten Jahr sollen in Deutschland zugelassen werden.

Peter Eck

Quelle: ntv.de