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ADAC prüft Autowerkstätten Viel Geld für nichts

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Im ADAC-Test schnitten die Reparaturwerkstätten insgesamt besser ab als noch 2009.

Zum zweiten Mal prüft der ADAC die Qualität deutscher Autowerkstätten. Das Ergebnis ist durchwachsen. Viele Betriebe schneiden besser ab, einige jedoch auch schlechter als vor zwei Jahren. Ärgerlich: Manche Werkstätten kassieren für Leistungen, die sie offenbar nicht erbracht haben. Ein ähnlicher Test des Automobilclub von Deutschland liefert positivere Ergebnisse.

Der ADAC und der Automobilclub von Deutschland (AvD) haben die Autowerkstätten in Deutschland auf Herz und Nieren überprüft. Dazu schickten beide Vereine mit Fehlern präparierte Fahrzeuge in insgesamt 150 Betriebe in ganz Deutschland zur Inspektion, um Leistungen, Transparenz und Kundenbetreuung zu testen.

Der ADAC führte die bundesweite Stichprobe zum zweiten Mal nach 2009 durch. Um festzustellen, ob die Betriebe aus ihren Fehlern gelernt haben, überprüften die Tester noch einmal die gleichen Betriebe wie vor zwei Jahren - und versteckten auch die gleichen fünf Mängel an den Testfahrzeugen. Im Gesamtergebnis lässt sich ein Aufwärtstrend beobachten, 20 der 75 getesteten Unternehmen haben sich verbessert. Allerdings hielten nicht alle ihr Niveau: Zwölf Firmen schnitten um bis zu drei Notenstufen schlechter ab als noch 2009.

Auch Vertragswerkstätten versagen

Beim Auffinden der versteckten Fehler konnten sich 18 Werkstätten verbessern, zwölf verschlechterten sich. 14 Betriebe entdeckten auch trotz detailliert vorgegebener Arbeitslisten nicht alle Mängel. Rechnet man dieses Ergebnis auf die rund 27 Mio. Inspektionen hoch, die deutsche Markenbetriebe pro Jahr durchführen, ergibt sich laut ADAC, dass die deutschen Autofahrer jährlich etwa 8 Mio. Euro für nicht erbrachte Leistungen ausgeben.

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Im AvD-Test musste die Reparateure unter anderem einen falsch eingestellten Scheinwerfer identifizieren.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Alle Fehler fanden die Mechaniker in den vom ADAC getesteten Markenbetrieben von Mercedes, BMW, Ford, Opel, Renault, Seat und Skoda. Die schlechtesten Quoten erreichten einige Filialen von Fiat, Nissan und Citroën. In Sachen Service stellte der ADAC bei 38 Werkstätten Verbesserungen fest, 26 Betriebe haben nachgelassen.

In der Zusammenfassung bemängelte der Automobilclub insbesondere, dass manche Arbeiten nicht wie vom Hersteller vorgeschrieben komplett ausgeführt und dennoch vollständig berechnet worden seien. Weiter kritisierten die Tester die zum Teil unverständlichen Rechnungen. Hier sollten die Werkstätten eindeutige Angaben zu den Stundensätzen machen, damit die Kunden bessere Vergleichsmöglichkeiten besäßen. Autofahrern rät der Club zudem, das Fahrzeug zunächst zusammen mit dem Serviceberater zu begutachten und den anschließenden Wartungsauftrag schriftlich zu erteilen.

AvD sieht A.T.U. an der Spitze

Positiver fällt das Fazit des Automobilclub von Deutschland (AvD) aus. Auch dort schickte man mit je fünf Fehlern versehene Autos in 75 Werkstätten aus dem gesamten Bundesgebiet. Dabei bewertete der AvD nicht nur die Fehlererkennung, sondern nahm auch Auftragsannahme, Transparenz bei Reparatur und Abrechnung sowie Kundenbetreuung unter die Lupe.

Bei der Fehlererkennung schnitten alle Teilnehmer gut bis sehr gut ab. 40 Werkstätten entdeckten alle versteckten Mängel. Bei den untersuchten freien Werkstätten lobten die Tester die günstigen Inspektionskosten, Opel überzeugte mit seinem kompetenten Servicepersonal. Die Abholzeiten wurden durch die Bank eingehalten.

Insgesamt fünf Werkstätten erreichten die Topnote von drei Sternen: Die A.T.U.-Filialen in Döbeln, Leipzig und Hannover, die Renault-Niederlassung Ehrlich in Aschaffenburg und der Volkswagenpartner Wicke in Bochum. Auf den Plätzen folgten Vertretungen von Kia, Opel, Pit-Stop, stop+go und Volvo mit jeweils zwei Sternen. Die getesteten freien Werkstätten landeten mit je einem Stern auf dem dritten Rang.

Quelle: n-tv.de

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