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Geschärfter Supersportler Yamaha YZF-R 3 - Rakete zum kleinen Preis

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Für die Yamaha YZF-R3 standen die erfolgreiche R1 und das MotoGP-Bike M1 Pate.

(Foto: Yamaha)

Supersportler im Stil einer YZF-R1 wecken vor allem bei jungen Erwachsenen Begehrlichkeiten. Die haben aber ihren Preis. Mit der YZF-R3 hat Yamaha jetzt seinen mittleren Supersportler aufgefrischt, um gerade dieser Zielgruppe eine erschwingliche Alternative zu bieten.

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Mit 5895 Euro hat die YZF-R3 immer noch einen sehr attraktiven Preis.

(Foto: Yamaha)

Einen Supersportler für "alle Tage" hatte Yamaha bei der Präsentation der ersten Generation der YZF-R3 im Jahr 2015 im Sinn. Einfache Fahrbarkeit in Verbindung mit einem "Motor mit Pfeffer" sollten es sein, sowie ein Preis, der junge Erwachsene nicht überfordert. Die erste R3 erfüllte die Erwartungen und wurde für Yamaha zum Erfolgsmodell. Vor allem in Großbritannien, Frankreich und Italien, aber mehr noch in der Türkei und Deutschland. Zwar hat sie es hierzulande nie in die Top 50 der Neuzulassungs-Hitparade geschafft, aber die dafür nötigen Verkaufszahlen sind für ein Nischenmodell ohnehin kaum zu erreichen. Wichtig für Yamaha ist die YZF-R3 in jedem Fall, weshalb ihr nun für die Saison 2019 ein umfangreiches Update zuteilwurde.

An die M1 angelehnt

Vor allem optisch wurde der kleine Supersportler geschärft. Pate standen die in der Superbike-Klasse erfolgreiche R1 und das MotoGP-Bike M1. So weist die Karosserie der kleinen Schwester denn auch zahlreiche Ähnlichkeiten von der Frontmaske mit dem Lufteinlass in der Verkleidung und der durchbrochenen Gabelbrücke bis zur Heckgestaltung auf. Zudem wurde die Sitzposition sportlicher, ohne aber deshalb dem Fahrer die Fähigkeiten eines Fakirs abzuverlangen, denn die Lenkergriffe sind 2,2 Zentimeter tiefer montiert als beim Erstling. Dass auch der Aerodynamik Aufmerksamkeit geschenkt wurde, zeigt nicht nur der um 9 Prozent verbesserte Luftwiderstand, sondern auch die bei gleicher Motorleistung von 42 PS auf 182 km/h angewachsene Spitzengeschwindigkeit.

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Die Spitzengeschwindigkeit der YZF-R3 ist auf 182 km/h angewachsen.

(Foto: Yamaha)

Der kleine Zweizylinder-Reihenmotor gehört fraglos zur Kategorie der 'Drehorgeln'. Was nichts anderes heißen soll, als dass wer schnell sein will, die Drehzahl nie unter 7500 Umdrehungen fallen lassen darf. Das ist dank des leichtgängig als auch präzise zu schaltenden Getriebes kein Problem, so dass man sich bei Bedarf praktisch jederzeit im Bereich des maximalen Drehmoments aufhalten kann. Das beträgt immerhin rund 30 Newtonmeter – kein schlechter Wert für einen kleinen Twin mit nur 321 Kubikzentimetern Hubraum. Die Gasannahme erfolgt weich, die Elastizität des Triebwerks ist im Rahmen des technisch Möglichen gut. Der Praxisverbrauch liegt je nach Fahrweise bei 3,5 bis 4,5 Litern über 100 Kilometer. Was bedeutet, dass der Fahrer mit einer Tankfüllung etwa 300 Kilometer weit kommt.

Dynamischer ausgelegt

Während der Brückenrahmen aus Stahlrohren samt stählerner Zweiarmschwinge nicht verändert wurde, hat sich Yamaha der Radaufhängungen angenommen. Vorne kommt eine neue USD-Gabel mit 3,7 Zentimetern Durchmesser zum Einsatz, deren Dämpfungskraft und Federrate sportlicher, also härter ausgelegt sind. Hinten arbeitet ein ebenfalls neues Zentralfederbein mit steiferer Feder, das nun in der Vorspannung wie der Dämpfungs-Zugstufe einstellbar ist. Beim Fahren fühlt sich beides gut an. Das Handling auch in Wechselkurven ist präzise, Wankbewegungen werden wirksam unterdrückt, so dass die Kurvenstabilität der Klasse entsprechend hoch ist.

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Der Brückenrahmen aus Stahlrohren samt stählerner Zweiarmschwinge wurde mit Blick auf den Vorgänger nicht verändert.

(Foto: Yamaha)

Auch die Fahrstabilität bei höherem Tempo lässt nichts zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz ist auffällig, dass die YZF-R 125, also das Leichtkraftrad der supersportlichen R-Baureihe, höherwertige Komponenten aufweist als die R3. Die kleine Schwester hat eine 4,1-Zentimeter-Gabel und eine Aluminiumgussschwinge statt der Stahlschwinge der R3. Wie überhaupt Gemeinsamkeiten Mangelware sind. So trägt beispielsweise die R3 die Frontbremse rechts im Rad, bei der 125er ist sie links montiert. Auch die Kettenspanner sind verschieden. Augenscheinlich sind die Entwicklungen vollkommen unabhängig voneinander erfolgt. Neu an der 2019er Ausgabe der R3 ist auch das zentrale Anzeigeinstrument im Cockpit. Es kann jetzt deutlich mehr. Im LC-Display sind jetzt auch der gewählte Gang, die Verbrauchswerte, ein Schaltblitz und eine Zeituhr ablesbar.

Leichter Umgang, fairer Preis

Insgesamt fällt der Umgang mit der YZF-R3 leicht. Dazu trägt die vergleichsweise geringe Sitzhöhe von 78 Zentimetern ebenso bei wie das recht geringe Gewicht von 169 Kilogramm. Erwähnenswert ist diesbezüglich auch die Gewichtsverteilung von 50:50 was das Handling deutlich einfacher macht. Die Ausstattung ist insgesamt zeitgemäß. LED-Beleuchtung rundum ist genauso Serie wie die Auslieferung mit Reifen des Typs Dunlop Sportmax. Bei trockenen Bedingungen gefiel ihr Verhalten ohne Einschränkungen. Das gilt auch für die Zweischeiben-Bremsanlage, die das kleine Motorrad mit einwandfreier Dosierbarkeit gut verzögert. Muss man doch einmal das Zweikreis-ABS zu Hilfe nehmen, regelt dieses ausreichend feinfühlig. Radblockaden werden hier jedenfalls wirksam unterdrückt.

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Das zentrale Anzeigeinstrument im Cockpit der YZF-R3 ist neu.

(Foto: Yamaha)

Mit einem Preis von 5895 Euro – das Vormodell kostete 200 Euro weniger – bringt die neueste Version der Yamaha YZF-R3 alle Voraussetzungen mit, auch künftig erfolgreich zu sein. Die Motorleistung ist in ihrer Klasse nach wie vor ausgezeichnet, das Fahrverhalten ist agil, die Handlichkeit prima, die Zugänglichkeit einwandfrei und die Verarbeitung ohne Tadel. Deutlich gewonnen hat die sportliche Anmutung. Insgesamt ist es kein Wunder, dass auch viele junge Damen unter den Käufern sind. Männer im Alter von 50+ machen übrigens ebenfalls keinen Bogen um Yamahas kleinen Supersportler. Diese Altersgruppe – man mag es kaum glauben - ist nach den 20- bis 24-Jähringen, zusammen mit den 18- und 19-Jährigen, die zweitgrößte Käufergruppe in Deutschland.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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