Gebrauchte

Weniger ist beim Italiener mehr Gebrauchter Punto ist vor allem billig

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Den Punto produzierte Fiat in den Jahren 1999 bis 2007 nur als Drei- und Fünftürer.

Als der Fiat Punto auf den Markt kam, sollte er die Summe aus Technik und Design sein. Heute, als Gebrauchter, steht unter dem Strich ein Mangel an Qualität. Dennoch kann ein Punto auch nach Jahren überzeugen.

Wer so wenig wie möglich für seinen fahrbaren Untersatz zahlen möchte, sucht vielleicht einen sechs bis zehn Jahre alten Kleinwagen. Schließlich können auch die überzeugen. Beim Fiat Punto sollten Gebrauchtwagenkäufer allerdings genauer hinsehen. Und das hat seine Gründe.

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Wer ein kleines Auto für kleines Geld sucht, der stößt auch auf den Fiat Punto.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der von 1999 bis 2007 produzierte Fiat Punto mit der internen Bezeichnung Typ 188 nur als Drei- und Fünftürer erhältlich. Auf die Cabrioversion verzichteten die Italiener in der Neuauflage. Letztere erschien pünktlich zum 100. Geburtstag von Fiat, unterschied sich allerdings nicht wirklich vom ersten Punto. Was den Punto schon immer auszeichnet, ist ein für diese Klasse großzügig bemessener Innenraum und ein mit 297 Litern ordentlich bemessenes Gepäckabteil. Wird die Rückbank umgeklappt, sind sogar 1113 Liter nutzbar. Allerdings wurden diese Transportfreuden häufig von der schlechten Verarbeitung der Italiener konterkariert.

In puncto Technik glänzte der Italiener zu seiner Zeit mit einer Besonderheit. Die Servolenkung ließ sich per Knopfdruck in den sogenannten "City"-Modus schalten. Das macht bei dem Kleinwagen das Einparken deutlich einfacher. Das ist auch nötig, denn durch die mäßige Rundumsicht aufgrund der breiten C-Säule benötigt man eine gehörige Portion Geduld, um in kleine Parklücken zu gelangen.

Kein Ausbund an Qualität

Das Leistungsband des Kleinwagens reicht von 60 bis 130 PS bei den Benzinern sowie von 69 bis 100 PS bei den Dieseln. Treibstoffkosten sparen konnte man schon damals mit dem 1.2er mit Erdgasantrieb, der jedoch nur als Fünftürer erhältlich war. Allerdings sind seine 60 PS zu schwach, egal, ob sie mit Erdgas- oder Benzinantrieb erzeugt werden. Eine vernünftige Wahl für einen Stadtwagen, und das ist wohl auch ehesten die Spielwiese des Punto, ist der 1,2-Liter-Ottomotor mit 80 PS. Hier stehen Leistungsausbeute und Verbrauch in einem gesunden Verhältnis. Wem der Unterbau zu straff ist, sollte die Facelift-Version ab Baujahr 2003 zum Vergleich fahren, die eine deutlich komfortablere Fahrwerksabstimmung bietet.

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Bei der Ausstattung des Punto haben sich die Italiener zurückgehalten und wenn doch was drin war, war es schnell kaputt.

Für den Fiat Punto gab es insgesamt sieben Ausstattungsvarianten. Ab Werk hatten die Italiener jedoch fast nichts für Sicherheit und Komfort mit an Bord gegeben. Was in letzteren Falle sogar positiv sein könnte, denn grundsätzlich gilt beim Punto: Je mehr Ausstattung er hat, desto mehr kann kaputt gehen. Gebrauchtwagenkäufer sollten also alle vorhandenen Extras gut inspizieren. Das fängt mit der Klimaanlage an und hört bei den elektrischen Fensterhebern auf. Dass der Punto kein Ausbund an Qualität ist, belegt auch der TÜV-Mängelreport. Hier schneidet der Italiener deutlich schlechter ab als der getestete Durchschnitt anderer Fahrzeuge. Vor allem die Bremsen fallen bei der Hauptuntersuchung oft auf, ebenso wie die Scheinwerfer. Defekte Achsfedern, löchrige Auspuffanlagen und viel zu viel Ölverlust quer durch alle Baujahre – so was sollte auch bei einem Kleinwagen nicht sein.

Probleme mit der Plakette

Fast jeder fünfjährige Punto erhält die Plakette nicht auf Anhieb und muss noch mal zum TÜV. Mit zunehmendem Alter häufen sich die Beanstandungen der Sachverständigen; sie gelten vor allem der Elektrik und dem Auspuff. Rost, einem gängigen Vorurteil zufolge Serienausstattung aller italienischen Autos, ist dagegen kein Thema. Pluspunkte sammelt er außerdem bei der Qualität der Bremsleitungen, -schläuche und -scheiben. Einziger Lichtblick: Beim EuroNCAP-Crashtest erreichte der Fiat Punto seinerzeit vier von fünf möglichen Sternen.

Fazit: Wer sich für einen Fiat Punto interessiert, sollte kritisch sein. Für einen gebrauchten Italiener spricht der günstige Anschaffungspreis, der aber 850 Euro nicht unterschreiten sollte. Käufern muss natürlich klar sein: Moderne Technik und angesagtes Design gibt es nicht für einen Tausender. Wer gut auswählt, findet aber ein passables Einstiegsauto oder einen guten Zweitwagen für die Stadt.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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