Praxistest

Ideen muss man haben Fiats neuer Mini-Van

Von Axel F. Busse

Der FIAT-Konzern gehört nicht gerade zu den Autoherstellern, die in den letzten Jahren von übergroßem Kundeninteresse verfolgt wurden. Umso ehrgeiziger mutet das Ziel an, in diesem Jahr in Deutschland rund ein Viertel mehr Zulassungen erreichen zu wollen als 2003. Ein Mittel dazu soll der neue Mini-Van Idea sein, der seit wenigen Tagen auf dem Markt ist.

Mit zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren tritt der knapp vier Meter große Kleine an, den Ex-Vorstand Klaus Fricke als geeignet ansieht, die Marke „dahin zu bringen, wo wir Fiat gerne sehen würden“. Zwischen 70 und 100 PS leisten die Aggregate, wobei auch die Turbodiesel die Euro-4-Norm-Abgasnorm erfüllen. Mit 13.290 Euro Einstiegspreis ist der Idea elegante 425 Euro unter dem günstigsten Opel Meriva – seinem Hauptkonkurrenten - angesiedelt.

Ein Innenraum-System mit 32 verschiedenen Sitzkonfigurationen soll die Kunden überzeugen und ein Sicherheits-Konzept, das auch Kopf-Airbags vorn und hinten ab Werk mitliefert. In den offiziell verlautbarten 1420 Liter maximaler Transportkapazität sind die bis zu 27 Stau- und Ablagefächer noch nicht mitgerecht. Schlecht, wenn man vergessen haben sollte, welchem dieser Fächer man die Sonnenbrille zur Aufbewahrung überlassen hat.

Junge Familien und Frauen (als Zweitwagen-Fahrerinnen) hat die Marketing-Strategie im Visier. Da erscheint es befremdlich, dass beispielsweise eine Isofix-Kindersitzbefestigung erst ab der Ausstattungslinie „Dynamic“ zu haben ist. Gleichzeitig sollen den Käufern der Einsteiger-Variante Annehmlichkeiten wie Bordcomputer, höhenverstellbarer Fahrersitz und verstellbares Lenkrad geboten werden.

Einen äußerst dynamischen Eindruck hinterließ in ersten Fahrtests der 1,9-Liter-Multijet-Motor, der mit enormen 260 Nm Drehmoment aufwartet. Allerdings ist die schiere Kraftentfaltung dem kernig laufenden Aggregat auch anzuhören. Dezenter geht da schon der 1,2-Liter-Benziner zu Werke, der als munteres City-Car eine gute Figur macht, auf der Marathonstrecken wohl aber Konditionsprobleme bekommen dürfte. Die mittig angeordneten Hauptinstrumente sollte man schon mögen, objektive Nachteile bringen sie nicht.

13.000 Einheiten dieses Mini-Vans hat sich Fiat zum Absatzziel gesetzt. Da die Plattform vom Punto und Lenkung sowie Bremsen vom Modell Stilo Verwendung finden, sollten auch die Rendite-Erwartungen zu erreichen seien. Fiat peilt einen Diesel-Anteil am IDEA von immerhin 45 Prozent an.

Quelle: n-tv.de