mit Juliane KipperDas war Dienstag, der 18. April 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
bereits Ende März wurde der Bahnverkehr in Deutschland weitestgehend lahmgelegt. Die EVG teilte damals mit, bis einschließlich Ostern nicht erneut streiken zu wollen. Nun kommt es voraussichtlich kurz nach den Feiertagen zu den nächsten Arbeitsniederlegungen: Bei der Deutschen Bahn und weiteren Bahnen wird nach Angaben aus Kreisen der Tarif-Verhandler am Freitag gestreikt. Das sagten sowohl Vertreter der Bahn als auch der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Grund für den Streik sei, dass Arbeitgeber wie die Deutsche Bahn in den Tarifverhandlungen bislang unbeweglich geblieben seien, teilten Gewerkschaftsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters mit. Auch bei der Deutschen Bahn wird mit einem Ausstand vor dem Wochenende gerechnet, hieß es im Konzern. Außerdem möchte ich Ihnen noch folgende Artikel ans Herz legen:
KI lässt Google-Chef nachts nicht schlafen Von Hannes Vogel
Ukraine verstärkt Angriffe auf elektronisches Kriegsgerät Von Klaus Wedekind
Und damit wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend.
Schülerin wegen versuchter Tötung im Klassenraum verurteilt
Weil sie versucht hat, eine Mitschülerin im Klassenzimmer zu erstechen, ist ein Mädchen in Krefeld in Nordrhein-Westfalen zu zwei Jahren Jugendhaft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht sprach die 14-Jährige am Dienstag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Das Jugendstrafverfahren fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zu den verhängten Bewährungsauflagen und den Hintergründen der Tat hielt sich das Gericht bedeckt.
Die Jugendliche hatte der Mitschülerin am 6. September vergangenen Jahres im Klassenraum zweimal mit einem Küchenmesser in den Hals gestochen. Nur das Eingreifen einer Lehrerin hatte das Mädchen laut Anklage daran gehindert, weiter auf ihr Opfer einzustechen. Die Mitschülerin wurde am Hals verletzt, die Stiche waren aber nicht lebensgefährlich. Die Wunde konnte laut Gericht mit vier Stichen genäht werden. Von einer Unterbringung in einer Psychiatrie, die zunächst nicht ausgeschlossen worden war, war nach der Urteilsverkündung nicht mehr die Rede. Die Angeklagte war zur Tatzeit 14 Jahre alt und damit strafmündig.
20-Jährige erschossen, weil sie die falsche Auffahrt nahm
Im US-Bundesstaat New York ist eine junge Frau erschossen worden, nachdem sie mit ihrem Auto versehentlich in die Auffahrt eines fremden Hauses gefahren war. Die 20-Jährige war nach Angaben der Polizei am Samstagabend mit drei Freunden in einer ländlichen Gegend nahe dem Ort Hebron im Auto unterwegs und auf der Suche nach dem Haus eines Freundes. Wie der zuständige Sheriff Jeffrey Murphy sagte, haben sich die jungen Leute verirrt und schnell bemerkt, dass sie die falsche Auffahrt gewählt hatten.
In dem Moment sei ein Mann aus dem Haus gekommen und habe zwei Schüsse auf das Auto abgefeuert. Die Frau sei dadurch tödlich verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 65-Jähriger, sei festgenommen worden und müsse sich nun unter anderem wegen Totschlags verantworten, sagte Murphy. "Das ist ein sehr trauriger Fall." Dem Fernsehsender CNN sagte Murphy am Dienstag, der Mann habe bislang nicht mit der Polizei kooperiert und keine Reue gezeigt. "Er wurde in keiner Weise bedroht", betonte der Polizist.
Minderjährige randalieren in Grundschule
In einer Schule in Haldensleben sollen Kinder randaliert haben. Nach dem Hinweis einer Anwohnerin trafen Polizeibeamte am Samstagabend drei 11- und 12-Jährige in der Schule an. Sie hätten einen Großteil der Räume verwüstet, Mobiliar zerstört und Waschbecken überflutet, wie die Polizei mitteilte. Die Kinder sollen außerdem Wände und Einrichtungsgegenstände mit Farbe aus dem Kunstraum beschmiert haben. Laut Polizei waren die Kinder durch eine offene Tür in das Gebäude gelangt.
Die mutmaßlichen Randalierer, von denen einer ein ehemaliger Schüler der Grundschule ist, wurden ihren Eltern übergeben. Zudem mussten sie am Folgetag zu einer Aufräumaktion antreten, wie die Polizei weiter mitteilte. Zum Schaden machte die Polizei zunächst keine Angaben.
Arbeiter 200 Meter mit Pistenfahrzeug abgestürzt
Ein 54-jähriger Arbeiter ist im Schweizer Skigebiet Hasliberg mit seinem Pistenfahrzeug 200 Meter in die Tiefe gestürzt und ums Leben gekommen. Der Arbeitsunfall ereignete sich nach Polizeiangaben am Montagnachmittag. Warum das Pistenfahrzeug abstürzte, war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen. Das Skigebiet liegt im Berner Oberland zwischen 600 und 2500 Metern Höhe, knapp 140 Kilometer südlich von Basel.
Polizeieinsatz in Duisburg: Attacke in einem Fitnessstudio
Bei einer Attacke in einem Fitnessstudio in der Duisburger Altstadt sind nach Angaben der Polizei mehrere Personen mit einer "Stich- oder Hiebwaffe" verletzt worden. Es gebe bislang noch keine Informationen zur Zahl der Angreifer und Verletzten, sagte ein Sprecher der zuständigen Polizei Essen. Auch Hintergründe der Tat seien noch unklar. Laut WDR sollen zwei Täter in einem Fitnessstudio auf Besucher eingestochen haben. "Bild" berichtete, die Polizei gehe von einer Amok-Tat aus. Demnach soll der Täter oder sollen die Täter noch auf der Flucht sein.
Ärzte angeklagt: OPs für Millionenbetrag abgerechnet?
In Berlin sollen zwei Ärzte in mehr als tausend Fällen fiktive Operationen abgerechnet und dadurch einen Millionenbetrag erlangt haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft erhob deshalb Anklage gegen die inzwischen 67 und 72 Jahre alten Mediziner sowie eine 55-jährige Arzthelferin. Über die Zulassung muss nun das Landgericht entscheiden.
Der nun 72-jährige Internist soll zwischen Januar 2013 und Juni 2018 in seiner Praxis in Stadtteil Schöneberg bei Privatpatientinnen und -patienten, die zu ihm wegen Speiseröhrenbeschwerden wie Sodbrennen kamen, "wider besseres Wissen" ein sogenanntes Barrettsyndrom diagnostiziert haben. Dieses kann als mögliche Krebsvorstufe ambulant unter Vollnarkose operiert werden. Der Arzt soll die Patientinnen und Patienten von der Notwendigkeit des Eingriffs überzeugt haben. Der nun 67 Jahre alte Anästhesist soll sie dann betäubt haben, die Operationen selbst wurden aber wohl nicht vorgenommen.
Der Anästhesist soll danach insgesamt 714 Rechnungen mit einem Gesamtwert von knapp 140.000 Euro für die nicht notwendigen Narkoseleistungen gestellt haben, der Internist unter Mithilfe der Arzthelferin, die auch seine Lebensgefährtin ist, 1050 Rechnungen für die nicht erfolgten Operationen über gut eine Million Euro.
Wissenschaftler entdecken unberührtes Korallenriff
Wissenschaftler haben vor den Galápagos-Inseln ein weitgehend unberührtes Korallenriff entdeckt. Das Riff ziehe sich in einer Tiefe von 400 bis 600 Metern über den Kamm eines versunkenen Vulkans und sei mehrere Kilometer lang, teilte die Charles-Darwin-Stiftung mit. Forscher aus Ecuador, den USA und Großbritannien fanden das einzigartige Ökosystem bei einem Tauchgang mit einem U-Boot während der Expedition Galápagos Deep 2023 in der Mitte des Archipels.
"Das Faszinierende an diesem Riff ist, dass es sehr alt und im Wesentlichen unberührt ist, anders als die Riffe in vielen anderen Teilen der Weltmeere", sagte Stuart Banks von der Charles-Darwin-Stiftung. "Es kann uns auch helfen, frühere Ökosysteme im Meer zu rekonstruieren, um den heutigen Klimawandel zu verstehen." Bislang galt das Wellington-Riff im Norden des Archipels als eines der wenigen Korallenriffe vor den Galápagos-Inseln, die das Klimaphänomen El Niño Anfang der 80er Jahre überstanden hatten.
T-Rex-Skelett für Millionensumme versteigert
In Zürich ist ein riesiges Dinosaurier-Skelett versteigert worden. Der erfolgreiche Bieter zahlte 5,5 Millionen Franken (5,6 Millionen Euro) dafür, wie der Sprecher des Auktionshauses Koller mitteilte. Darin enthalten ist die Kommission für das Auktionshaus. "Das Skelett bleibt in Europa", sagte der Sprecher. Nähere Angaben zum Käufer machte er zunächst nicht.
Es handelt sich bei dem Skelett um die besonders gefragte Dinosaurierart Tyrannosaurus rex (T-Rex). Sie gilt als Kassenschlager unter den Sauriern, weil T. rex lange als größte Raubtiere galten, die je die Erde bevölkerten. Inzwischen wurden Überreste von noch größeren Sauriern gefunden, was dem Ruf des T. rex aber keinen Abbruch tat. Es soll erst das dritte T. rex-Skelett sein, das jemals versteigert wurde. Der anonyme Privatbesitzer hatte das Skelett "Trinity" (Dreieinigkeit) getauft, weil es aus Knochen von drei verschiedenen Tieren zusammengesetzt wurde, die zwischen 2008 und 2013 in den US-Bundesstaaten Montana und Wyoming entdeckt worden waren. Nur rund 50 Prozent der Knochen sind Originalmaterial. Das ist nach Angaben des Auktionshauses aber eine gute Quote.
Apple-Chef eröffnet ersten Store in Indien
Apple-Chef Tim Cook hat den ersten Apple-Store in Indien persönlich eröffnet. Örtliche Medien berichteten von der Eröffnung in der Finanzmetropole Mumbai. Indien ist mit seinen rund 1,4 Milliarden Einwohnern und als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt ein interessanter Wachstumsmarkt für Silicon-Valley-Firmen. Ein zweiter Apple-Store soll diese Woche in der Hauptstadt Neu Delhi eröffnet werden.
Der indische Markt ist sehr preisbewusst und von Android-Geräten dominiert. Vergleichsweise teure iPhones haben einen kleinen Marktanteil. Indien spielt aber auch als Produktionsstandort eine Rolle. So setzen Apple-Zulieferer nach Angaben der indischen Regierung bei der iPhone-Produktion neben China zunehmend auch auf Indien als Standort. Berichten zufolge geht es bei der Lieferkettendiversifizierung auch um geopolitische Spannungen.
Bärin nach tödlichem Angriff auf Jogger eingefangen
Nach der Tötung eines Joggers durch eine Bärin in Italien ist das Tier von Förstern eingefangen worden. Die lokalen Behörden in der Provinz Trentino erklärten, sie wollten die Bärin einschläfern lassen. Das Verwaltungsgericht blockierte dieses Vorhaben zunächst. Das als "JJ4" bekannte Tier hatte Anfang April einen 26-jährigen Jogger getötet. Der Tod des jungen Mannes erschütterte die Bewohner der Region und löste eine Debatte aus, ob die Zahl der Bären durch Abschuss und Verdrängung reduziert werden sollte.
Laut Behörden handelte es sich um den ersten tödlichen Zwischenfall mit einem Bären in der Geschichte des Landes. Um das Tier zu fangen, hatten die Förster ein Fallengehäuse mit einem Köder aufgestellt. Die Bärin tappte zusammen mit zwei ihrer drei Jungen hinein. Die zweijährigen Jungtiere wurden freigelassen. "JJ4" wurde vor Ort betäubt und in eine spezialisierte Einrichtung gebracht.
13-Jährige aus Dänemark beim Zeitungsaustragen entführt
Nach 27 langen Stunden hat die Suche ein Ende: Die vermisste 13-Jährige aus Dänemark ist wieder bei ihrer Familie. Sie wurde etwa eine halbe Stunde von ihrem Wohnort entfernt im Haus eines 32-Jährigen gefunden. Ihm wird Missbrauch und Vergewaltigung vorgeworfen.
Autoritärer Maduro startet neue TV-Show
Venezuelas autoritär regierender Staatschef Nicolás Maduro hat eine neue wöchentliche Fernsehshow mit ihm als Moderator gestartet. Es beginne damit eine neue Etappe der Kommunikation und der "ideologischen und ethischen Revolution", sagte er bei der Premiere der etwa zweistündigen Sendung "Con Maduro +" (Mit Maduro mehr) im staatlichen Sender VTV. Der 60-Jährige stellte auch eine mit künstlicher Intelligenz geschaffene Co-Moderatorin namens "Sira" vor, laut Medienberichten eine Anspielung auf Apples Sprachassistenzsoftware Siri. Damit wolle er unterstreichen, dass das südamerikanische Land bei der technologischen Entwicklung zur Avantgarde zählen müsse.
Maduro ist schon seit Jahren mit Radio- und TV-Sendungen sowie in sozialen Netzwerken des Krisenstaates präsent. Die Opposition wirft ihm vor, Staatsmedien für Propagandazwecke zu missbrauchen. Maduro, der Militär und Polizei auf seiner Seite hat, feiert in diesem Monat das Jubiläum seines ersten Wahlsiegs im April 2013.
Polizei stoppt Einbrecher noch rechtzeitig vor Supermarkt
Gerade rechtzeitig vor einem mutmaßlichen Einbruch sind Streifenbeamte an einem Lebensmittelgeschäft in Baden-Baden (Baden-Württemberg) vorbeigefahren. Vor dem Eingangsbereich sahen die Polizisten in der Nacht zwei mit Sturmmasken maskierte Männer, wie es in einer Mitteilung heißt.
Beim Anblick der Polizisten seien diese zunächst davongelaufen, nach Aufforderung der Beamten aber doch stehen geblieben. Die Polizisten fanden den Angaben zufolge neben den Sturmhauben auch Taschenlampen und ein Brecheisen bei den 35 und 39 Jahre alten Männern. An der Eingangstür des Ladens befanden sich einer Polizeisprecherin zufolge Hebelspuren. Das Duo muss mit einer Anzeige rechnen.
Söder will Abschuss von Wölfen schnell erleichtern
Bayern will den Abschuss von Wölfen schon bis zum Monatsende deutlich erleichtern. Das sei die klare, gemeinsame Linie der Staatsregierung, sagte Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung in München. Die Details sollen das Umwelt- und das Agrarministerium zwar nun erst bis zur kommenden Woche ausarbeiten.
Die Regelung solle aber bereits vor dem Beginn der Weidesaison am 1. Mai "in trockenen Tüchern sein", sagte Söder. Söder deutete eine sehr weitgehende bayerische Regelung an, ähnlich wie zuletzt in Tirol. Der strenge Schutzstatus des Wolfes sei im Freistaat "eigentlich in der Form nicht mehr angemessen", argumentierte er. Dagegen sei die traditionelle Almwirtschaft durch die zunehmende Zahl von Wölfen in Gefahr.
Laster überrollt 95-Jährige vor Pflegeheim
Eine 95 Jahre alte Frau ist unmittelbar vor einem Hamburger Pflegeheim von einem Laster überrollt worden und gestorben. Die Frau habe zum Unfallzeitpunkt mit ihrem Rollator direkt vor dem Lastwagen gestanden, teilte die Polizei in Hamburg mit.
Der Fahrer wollte den Angaben zufolge vom Parkplatz des Pflegeheims aus auf die Straße abbiegen. Der 65-Jährige hatte zuvor Baumaterialien an das Heim geliefert. Warum er mit dem Lkw die Frau erfasste, war laut Polizei zunächst unklar. Obwohl Mitarbeiter des Pflegeheims sofort versuchten, die Frau wiederzubeleben, starb die 95-Jährige noch am Unfallort.
Buckingham Palace verrät Rezept für königliche Quiche
Die Vorbereitungen für die Krönung Charles III. sind im vollen Gange. Teil der Festlichkeiten werden Straßenfeste sein. Eigens dafür wird eine Teigspezialität gebacken, wie der Buckingham Palace nun mitteilt. Das Rezept zur "Coronation Quiche" teilt das Königshaus jetzt mit der Öffentlichkeit.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
meine Kollegin hat sich in den Feierabend verabschiedet. Ich übernehme an dieser Stelle und begleite Sie bis in den Abend durch den Tag. Sie haben Fragen oder Anregungen? Melden Sie sich gern unter: juliane.kipper@ntv.de.
Hinweis von Letzter Generation: "Nicht die Autobahn nehmen!"
"Wir können ja jetzt schon vorab nochmal an die Öffentlichkeit, an die Bevölkerung, kommunizieren und sagen: 'Hey, die nächsten Tage werden wir auf den Straßen sein. Bitte nutzt den öffentlichen Nahverkehr, bitte nutzt nicht die Autobahn.'" Das sagt die Sprecherin der Klimagruppe Letzte Generation, Carla Hinrichs, heute zu den ab morgen geplanten Protesten in Berlin.
Haft statt Todesstrafe: Neue Urteile gegen Demonstranten im Iran
Im Iran hat die Justiz mehrere von der Todesstrafe bedrohte Demonstranten zu Haftstrafen verurteilt. Wie das Justizportal Misan mitteilt, wurde der Prozess vor dem Obersten Gerichtshof um den Tod eines Miliz-Anhängers nahe der Hauptstadt Teheran neu verhandelt. Mehrere Beschuldigte, die zuvor zum Tode verurteilt worden waren, müssen nun stattdessen in Haft. In dem Urteil wurde über die Strafen von 14 Beschuldigten neu entschieden. Elf Angeklagte erhielten mehrjährige Haftstrafen, drei Männer wurden in dem Verfahren begnadigt.
Im Falle des Arztes Hamid Ghare Hassanlu etwa wurde ein früheres Todesurteil in eine 15-jährige Haftstrafe umgewandelt. Seine ebenfalls angeklagte Ehefrau muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Auch die von der Todesstrafe bedrohten Männer Resa Aria und Hussein Mohammadi erhielten Haftstrafen. Im Rahmen des Großprozesses wurden bereits Anfang des Jahres zwei Demonstranten hingerichtet. Der Schritt löste im Iran und weltweit Entsetzen aus. Menschenrechtler kritisierten die Verhandlungen als Scheinprozesse.
Seit der Vollstreckung der Todesurteile nahmen die Straßenproteste drastisch ab. Seitdem drücken viele Frauen ihren Protest etwa dadurch aus, indem sie den Kopftuchzwang demonstrativ missachten. Die Proteste im Herbst 2022 hatten eine der schwersten politischen Krisen seit Gründung der Islamischen Republik zur Folge. Menschenrechtsorganisationen zufolge drohte bis jetzt mehr als zwei Dutzend Demonstranten im Iran die Todesstrafe. Bisher hat der Iran vier Urteile vollstreckt. Auch prominente Juristen im Iran kritisieren die Verfahren.
21 Kinder durch Chlorgas verletzt
Durch den Austritt von Chlorgas in einem Schwimmbad in Bergheim bei Köln sind am Dienstag 21 Kinder und drei Erwachsene verletzt worden. Alle Kinder würden mit leichten bis mittleren Verletzungen in umliegende Kinderkrankenhäuser gebracht, teilt die Feuerwehr mit. Auch die drei Erwachsenen, allesamt Lehrkräfte, würden im Krankenhaus behandelt. Bei den Verletzungen handele es sich um Atemwegsreizungen, starken Husten und tränende Augen, sagt ein Feuerwehrsprecher.
Bei Wartungsarbeiten sei es aus bislang unbekannter Ursache zum Austritt einer Kleinstmenge des Chlorgases gekommen. Die Lehrkräfte und die Badeaufsicht hätten einen stechenden Geruch bemerkt und daraufhin sofort die Kinder aus dem betroffenen Bereich evakuiert und die Rettungskräfte alarmiert.
Fotograf lehnt Preis wegen KI ab - Anstoß zu notwendiger Debatte
Der Berliner Fotograf Boris Eldagsen hat einen renommierten Preis abgelehnt und will damit eine Debatte über die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Fotografie anstoßen. Die Sony World Photography Awards hatten Eldagsen mit seinem Werk "Pseudomnesia: The Electrician" als Preisträger gekürt, wie die BBC berichtet. Das düstere Bild zeigt zwei hintereinander stehende Frauen verschiedener Generationen und ist Eldagsen zufolge teilweise mittels Künstlicher Intelligenz (KI) kreiert worden. Die Verantwortlichen des Preises von der World Photography Organisation teilten der BBC zufolge mit, Eldagsen habe zuvor nicht deutlich gemacht, in welchem Ausmaß Künstliche Intelligenz bei seinem Beitrag eine Rolle gespielt habe.
Der Künstler selbst erklärte auf seiner Internetseite, er habe das KI-Werk testweise eingereicht, um zu prüfen, ob Wettbewerbe wie dieser darauf vorbereitet seien. "KI-Bilder und Fotografie sollten nicht in Auszeichnungen wie dieser miteinander konkurrieren. Sie sind unterschiedliche Dinge", schrieb er in seiner Begründung, warum er den Preis nicht annehme. Stattdessen wolle er damit eine aus seiner Sicht dringend notwendige Debatte beschleunigen. "Wir brauchen in der Foto-Welt eine offene Diskussion darüber, was wir als Fotografie betrachten wollen und was nicht."
Entführte Katze ist wieder da
Rund eine Woche nach der Entführung einer Katze im hessischen Elz hat die Polizei das gestohlene Tier aus der Wohnung der mutmaßlichen Diebin befreit. Die Frau habe die Katze zuvor in ihr Auto gelockt und sei davongefahren, teilt die Polizei in Wiesbaden mit. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung gelang schließlich die Befreiung des Tiers.
Der entscheidende Hinweis kam von der 35-jährigen Halterin der Katze. Sie hatte nach der Entführung ihres Vierbeiners am Dienstag vergangener Woche das Auto der Verdächtigen im nahen Diez in Rheinland-Pfalz entdeckt.
Dort fand sie auch ihr Haustier am Fenster einer Wohnung. Nach der Befreiung wurde die Katze ihrem Frauchen am Montag wohlbehalten übergeben. Gegen die Katzenentführerin wurde ein Strafverfahren wegen Diebstahls eingeleitet.
Kommt Juan Carlos nach Spanien? Chance für Entschuldigung verpasst ...
Spanien wartet derzeit mit Spannung auf einen möglichen Heimatbesuch des umstrittenen Altkönigs Juan Carlos. Der 85-Jährige, der seit August 2020 in Abu Dhabi im Exil lebt, werde "höchstwahrscheinlich" am Mittwoch in Sanxenxo eintreffen, wo er an einer Regatta teilnehmen wolle, berichtet der staatliche spanische Fernsehsender RTVE. In dem kleinen galicischen Hafenort im Nordwesten Spaniens, wo er bei seinem ersten und bisher einzigen Heimatbesuch im Mai 2022 ebenfalls an einer Regatta teilnahm, hat Juan Carlos enge Freunde.
Das Königshaus kommentiert private Aktivitäten der Familie grundsätzlich nicht - schon gar nicht jene des Ex-Monarchen. Und auch die Regierung in Madrid gab bisher keine Stellungnahme ab. Für Medien, die unter Berufung auf Freunde des Vaters von König Felipe VI. berichten, gibt es jedoch kaum Zweifel: "Er kommt".
Der Altkönig, der fast 40 Jahre lang Staatsoberhaupt Spaniens war, lebt aufgrund verschiedener Skandale seit August 2020 in Abu Dhabi. Nachdem im Frühjahr 2022 alle Strafermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten gegen ihn eingestellt worden waren, war man in Spanien davon ausgegangen, dass Juan Carlos seine Heimat häufiger besuchen und irgendwann auch zurückkehren würde. Doch beim ersten Heimatbesuch im Mai vergangenen Jahres ging einiges schief. Das Verhalten von Juan Carlos wurde zudem als "unbescheiden" kritisiert. Der Altkönig habe "die Chance verpasst", die Bürger um Verzeihung zu bitten und sich zu erklären, so die Regierung.
Autodieb mit Lastwagen-Sperre gestoppt
Erst eine Lastwagen-Barriere hat einen mutmaßlichen Autodieb nach einer Verfolgungsjagd von Sachsen nach Tschechien stoppen können. Die Polizei wies einen Lkw-Fahrer an, sein Fahrzeug quer über die Fahrbahn der Autobahn D8 (E55) zu stellen und so dem Flüchtenden den Weg abzuschneiden. Der mutmaßliche Dieb sei daraufhin mit dem gestohlenen Luxuswagen gegen die improvisierte Straßensperre geprallt, teilt eine Sprecherin der tschechischen Polizei mit. Er wurde festgenommen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Der Mann hatte demnach bereits auf deutscher Seite der Grenze Anhalte-Aufrufe missachtet und war einer Polizeistreife davongefahren. Der Lkw-Fahrer zog sich bei dem filmreifen Manöver keine Blessuren zu. Die Autobahn musste in Richtung Prag mehrere Stunden lang gesperrt werden. Die Kriminalpolizei in Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) hat die Ermittlungen übernommen.
Mario Czaja fordert hohe Strafen: "Klimakleber sind Extremisten"
Für CDU-Generalsekretär Mario Czaja sind die Klimaaktivistinnen und -aktivisten der Gruppe "Letzte Generation" "Extremisten". "Wir können uns nicht von ein paar wenigen angeblichen Aktivisten, aber in Wirklichkeit sind es ja Extremisten, von der Arbeit abhalten lassen", so Czaja im Deutschlandfunk über die Gruppe und ihre Straßenblockaden.
Czaja nannte die Protestierenden "eine kleine Gruppe", die glaube, den demokratischen Diskurs umgehen und "mit Gewalt auf der Straße" ihre Positionen durchsetzen zu können. Von dieser würden die Menschen, die zur Arbeit müssten, "in Geiselhaft genommen". Der CDU-Generalsekretär hält das für "ausgesprochen schädlich", um dem Klimaschutz eine breite Rückendeckung zu geben. Die Protestierenden würden dem Klima damit "einen Bärendienst" leisten, fügte er hinzu.
Czaja bezeichnete die Protestierenden nicht nur als "Extremisten", sondern auch als "Gewalttäter" und "Straftäter". Die Polizei müsse "hart" durchgreifen und die Demonstrierenden so lange wie rechtlich möglich in Gewahrsam nehmen, Urteile sollten zudem schnell fallen, forderte er. Das Camp von Aktivistinnen und Aktivisten im Berliner Invalidenpark - laut Czaja ein "Chaotencamp, wo sich die Gruppe schon zusammenrottet" - müsse geräumt werden. Der CDU-Politiker äußerte zudem die Sorge, dass "eine extremistische Organisation" entstehe. Die "Letzte Generation" ruft ab Mittwoch zu neuen Aktionen in der Hauptstadt auf. "Wir kommen nach Berlin, bringen die Stadt zum Stillstand, um die Regierung zum Aufbruch zu bewegen", erklärte die Gruppe vorab.
Kylie Jenner hat früher nachts "ein Auto geklaut"
Reality-Star Kylie Jenner hat von heimlichen nächtlichen Ausflügen in ihrer Teenager-Zeit erzählt. "Ich bin immer mit dem Auto meiner Mutter in die Stadt gefahren und ging dabei sicher, dass ich zu Hause war, bevor meine Eltern aufwachten", so die 25 Jahre alte Unternehmerin im Modemagazin "Homme Girls".
Die Nachtwelt von Los Angeles, die sie damals mit ihren Freunden aufsuchte, sei für sie "eine völlig neue Welt" gewesen. Das Auto ihrer Mutter habe sie dafür immer "geklaut", gestand Jenner. "Meine Mutter hat mich einmal erwischt und wir hatten eine große Unterhaltung. Sie sagte: 'Ich weiß, dass du jeden Morgen um 4 Uhr nach Hause kommst, und das darf nie wieder passieren!'"
Jenner, die heute selbst zwei Kinder hat, geht nach eigenen Worten aber davon aus, dass ihre Eltern Kris und Caitlyn ihr nächtliches Rausschleichen schon zuvor bemerkt haben müssen. Sie und ihre Freunde mussten "buchstäblich an ihrem Schlafzimmer vorbei, um das Haus zu verlassen", so der Reality-Star.
Irans Präsident droht Israel mit Zerstörung
Irans Präsident Ebrahim Raisi hat Israel mit Zerstörung gedroht. Der kleinste Schritt seitens der Feinde Irans ziehe eine harte Antwort der Streitkräfte nach sich, so Raisi im Staatsfernsehen. An Israel gerichtet drohte der Regierungschef: "Dem kleinsten Fehler ihrerseits gegen die Sicherheit unseres Landes wird begegnet, mit der Zerstörung der Städte Tel Aviv und Haifa."
In den vergangenen Wochen hatte sich der langjährige Konflikt zwischen Israel und der Islamischen Republik Experten zufolge verschärft. Israels Luftwaffe bombardierte immer wieder Ziele im Bürgerkriegsland Syrien, das Teheran politisch und militärisch unterstützt. Dabei soll auch ein iranischer Offizier getötet worden sein. Seit Jahren baut der Iran seinen Einfluss in der Region aus. Israel ist besorgt um Irans umstrittenes Atomprogramm.
Bereits in der Vergangenheit hatten iranische Präsidenten dem Erzfeind Israel mit Zerstörung gedroht. Raisi kam im Sommer 2021 an die Macht. Der Regierungsstil des konservativen Geistlichen wird seitdem viel kritisiert. Der heutige Tag, der 18. April, ist ein Feiertag in der Islamischen Republik zu Ehren der nationalen Streitkräfte, an dem große Militärparaden veranstaltet werden.
Charles Krönung nachts geübt
Bei einer nächtlichen Parade haben Hunderte Mitglieder des britischen Militärs für die Krönung von König Charles III. geübt. Auf Pferden ritten sie in London die gut zwei Kilometer lange Strecke vom Buckingham-Palast zur Westminster Abbey ab, die das Krönungspaar am 6. Mai nutzen wird. Mit mehr als 6000 Soldatinnen und Soldaten ist die Feier die größte militärische Zeremonie seit der Krönung von Charles' Mutter Queen Elizabeth II. 1953.
Dabei sind auch knapp 400 Militärangehörige aus Ländern des Staatenbundes Commonwealth, dem Charles als britischer Monarch vorsteht. Charles und seine Ehefrau, Königsgemahlin Camilla, werden zu ihrer Krönung mit der Staatskutsche gefahren, die zum diamantenen Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. 2012 gebaut worden war. Zurück nutzen sie auf derselben Strecke die goldene Staatskutsche, die traditionell für Krönungen verwendet wird.
Die Prozession am Trafalgar Square und entlang der Prachtstraße The Mall ist deutlich kürzer als bei Elizabeths Krönung vor 70 Jahren. Damals führte sie über acht Kilometer auch durch die Einkaufstraßen Oxford Street und Regent Street. Auch die Krönung soll mit rund einer Stunde deutlich kürzer werden als bei Charles' Mutter. Der neue König will die Monarchie verschlanken und modernisieren.
Junge nach 15.000-Volt-Stromschlag weiter in Lebensgefahr
Nach einem 15.000 Volt starken Stromschlag schwebt ein 13-Jähriger weiter in Lebensgefahr. Sein Zustand sei unverändert, teilt die Bundespolizei mit. Der Junge war an einem S-Bahnhof in Langenhagen in der Region Hannover auf einen Baustellenzug geklettert, dort traf ihn der Stromschlag. Er war in der Nacht zum Montag mit schweren Verbrennungen am Körper ins Krankenhaus gekommen.
Ein Lichtbogen von der Oberleitung traf den Jungen. Die Spannung sei 65 Mal stärker als in einer handelsüblichen Steckdose, betont die Bundespolizei. Anwohner meldeten den Angaben nach einen Knall sowie einen hellen Lichtschein. Die anderen Jugendlichen brachten den Teenager, der vom Zug gefallen war, zum Bahnsteig und leisteten Erste Hilfe.
Ungarn beneidet Deutschland um Atomausstieg
Zum deutschen Atomausstieg schreibt die linke Budapester Tageszeitung "Nepszava": "Deutschland beharrte auf seinen Prinzipien, auf der grünen Energiewende, zu einer Zeit, in der sich ganz Europa im Hinblick auf die Energieversorgung in einer außergewöhnlich schwierigen Lage befindet. Die Konsequenz, mit der es das tut, ist in der Tat beneidenswert. (...)
In der Ampel-Koalition besteht keine Einigkeit, was die Nutzung der Atomenergie betrifft. Die FDP ist da viel offener als die Umweltschützer. Doch mit ungarischem Verstand ist es oft schwierig zu begreifen, um was für ein umweltbewusstes Land es sich hier handelt. Noch vor Kurzem stritten sich FDP und Grüne darüber, ob im Lichte der Umweltrisiken überhaupt noch Autobahnen gebaut werden sollen. In Ungarn würde sich ein derartiges Dilemma kaum stellen."
Angreifer in Jerusalem auf der Flucht
Im von Israel annektierten Ost-Jerusalem sind zwei Menschen durch Schüsse auf ihr Auto verletzt worden. Das Leben der beiden Männer sei nicht in Gefahr, teilt ein Rettungsdienst mit. Die israelische Polizei erklärt, es bestehe der Verdacht auf einen "Terroranschlag". Nach dem flüchtigen Angreifer werde gefahndet.
Dem Rettungsdienst zufolge setzten die beiden Autoinsassen ihre Fahrt zunächst fort, nachdem sie um 7.10 Uhr angegriffen worden seien. Der Vorfall ereignete sich im Viertel Scheich Dscharrah im von Israel annektierten Ostteil von Jerusalem. Demnach informierten sie die Polizei, bevor sie vom Rettungsdienst versorgt wurden.
Everything But The Girl: Erstes gemeinsames Album nach 24 Jahren
Das britische Indie-Pop-Duo Everything But The Girl hat das Geheimnis einer erfolgreichen kreativen Zusammenarbeit als Paar verraten. "Ich glaube, eines der Geheimnisse ist, dass wir eine sehr lange Schaffenspause hatten", so Sängerin Tracey Thorn.
Thorn und ihr langjähriger Partner Ben Watt bringen am 21. April als Duo ein neues Album namens "Fuse" heraus - es ist die erste gemeinsame Platte seit 24 Jahren. Als das Paar um die Jahrtausendwende auf dem damaligen Höhepunkt ihrer Karriere in der britischen Indie-Szene beschloss, das Projekt Everything But The Girl aufzugeben, waren persönliche Gründe ausschlaggebend.
Die beiden gründeten eine Familie, zogen ihre Kinder groß. Sie blieben ein Paar, gingen beruflich aber andere Wege. "Wir haben versucht, unsere Leben ein bisschen zu trennen. Wir hatten das Leben zu Hause und waren ein Paar, waren Eltern, aber hatten separate Arbeitsprojekte. Wir haben entschieden, dass es wohl nicht besonders gesund wäre, alles zusammen zu machen", so Thorn. Heute sind die Kinder aus dem Haus und es gibt weniger gemeinsame Verantwortlichkeiten - und damit wieder mehr Raum für berufliche Zusammenarbeit. "Wir sind jetzt andere Leute - viel älter, mit viel mehr Lebenserfahrung."
Das wird heute wichtig
Die Ex-Kanzlerin hat nun einen Orden mehr - ob das den Leutchen bei der FDP und anderswo gefällt oder nicht, Tiere spielen eine große Rolle (Haie und Bären) und wir erinnern uns daran, dass wir nie vergessen dürfen. Guten Morgen allerseits, der Tag ist jung, wir starten hoffentlich gut ausgeschlafen und wenn Sie noch hadern: In Berlin zumindest scheint schon die Sonne beim Blick aus dem Fenster hinüber zur Komischen Oper. Ansonsten erwartet uns leider nichts viel Komisches, aber wir machen das Beste draus! Oder? Ich begleite Sie bis 14 Uhr durch den Tag, wenn Sie mir schreiben wollen, hierhin bitte (aber vorher kurz überlegen, ob es wirklich raus muss!): dertag@ntv.de.
Mit Beratungen über die Lage in Afrika und die atomare Abrüstung geht das Treffen der G7-Runde wirtschaftsstarker Demokratien in Japan zu Ende. Beim Thema Afrika dürfte es auch um die Gewalt im Sudan und die Lage in der Sahelzone gehen.
Die Diskussion über die Zukunft der Atom-Abrüstung und der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen findet vor dem Hintergrund der Entwicklungen in China und Russland statt.
Die ukrainische Führung erhofft sich vom kommenden Treffen im sogenannten Ramstein-Format weitere Unterstützung im Kampf gegen die russischen Angreifer. Die ukrainische Führung klärt zurzeit ihren Bedarf an Waffen und Munition, vor allem für schwere Geschütze.
Im Sudan haben sich die schweren Gefechte zwischen den rivalisierenden Lagern der Armee und des Paramilitärs in der Nacht zum Dienstag fortgesetzt. Im seit drei Tagen wütenden Machtkampf zwischen der sudanesischen Armee unter Kommando von Sudans Machthaber Abdel Fattah al-Burhan und den rivalisierenden Rapid Support Forces (RSF) seines Vizes Mohammed Hamdan Daglo haben sich die Fronten weiter verhärtet. Die Zivilbevölkerung ist verstärkt betroffen.
Das Bundesverfassungsgericht prüft ab 10.00 Uhr, ob der aktuelle Bundestag nach einem in jeder Hinsicht verfassungsgemäßen Wahlrecht zustande gekommen ist. Die Vorgänger-Regierung aus CDU/CSU und SPD hatte 2020 im Alleingang das Verfahren der Sitzzuteilung geändert. Dagegen hatten die damaligen Oppositionsfraktionen von FDP, Grünen und Linken in Karlsruhe geklagt.
Nach jahrelanger Vorbereitung stellt eine unabhängige Arbeitsgruppe um 10.30 Uhr in Freiburg ihren Bericht über sexuellen Missbrauch durch Geistliche vor. Der Report soll aufzeigen, wie Vertuschung und Missbrauch im Erzbistum Freiburg möglich waren. Erzbischof Stephan Burger will bei der Pressekonferenz auf die Enthüllungen reagieren.
Halsey baut afrofuturistischen Tempel auf New Yorker Met Museum
Eine Art afrofuturistischen Tempel mit Säulen und Sphinx-ähnlichen Figuren hat die Künstlerin Lauren Halsey auf das Dach des New Yorker Metropolitan Museums gebaut. Das Werk mit dem Titel "the eastside of south central los angeles hieroglyph prototype architecture (I)" hat Halsey speziell für die Dachterrasse des renommierten Museums am Central Park in Manhattan entworfen. Die rund sieben Meter hohe Installation besteht aus einer Art Kubus mit mehr als 750 Betonfliesen, vier Säulen und vier Sphinx-ähnlichen Figuren und soll noch bis zum 22. Oktober zu sehen sein. Der österreichische Met-Direktor Max Hollein lobte die Installation als "hervorragend".
Eigentlich hätte das Werk bereits im vergangenen Jahr gezeigt werden sollen, aufgrund von Problemen in den Lieferketten hatte die Installation aber verschoben werden müssen. Anstelle dessen war die Dachterrasse den Sommer über jeden Freitag und Samstag mit Musikern, DJs und Bars in einen "elektronischen Musikclub" verwandelt worden. Seit 2013 lädt das Museum jedes Jahr einen Künstler dazu ein, für die Dachterrasse, von der aus Besucher einen Panorama-Blick über den Central Park und die Skyline Manhattans haben, ein Werk zu entwerfen. Unter anderem waren schon Künstler wie Dan Graham, Pierre Huyghe, Alicja Kwade und Alex Da Corte dabei.
Enkelgeneration übernimmt Erinnerungen zum Holocaust-Gedenktag
Zum Holocaust-Gedenktag an diesem Dienstag hat die Claims Conference eine neue digitale Erinnerungskampagne mit Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen gestartet. Angesichts der ständig kleiner werdenden Zahl von Zeitzeugen nimmt dabei die Enkelgeneration die Erzählungen von den Erfahrungen und dem Überleben ihrer Großeltern auf. Mehr als 100 Überlebende und ihre Angehörigen haben kurze Videos aufgenommen, die ein Jahr lang auf sozialen Medien verbreitet werden sollen.
Darunter sind auch der heute in Frankfurt lebende Peter Kennedi, der 1938 in Budapest geboren wurde, und seine Enkelsöhne Eduard und Edgar. Kennedi schildert in dem kurzen Beitrag, wie er mit sechseinhalb Jahren ins internationale Ghetto in Budapest kam: "Wir waren 40 Personen in einer Vier-Zimmer-Wohnung nahe der Donau. Nachts hörten wir Schüsse vom Fluss." Dann hätten sie gewusst, dass ungarische Nazis wieder Juden ermordeten, sagt Kennedi, der seinen Enkeln ein Buch über seine Erlebnisse schrieb.
An diesem Dienstag wird in Israel der "YomHaSchoah", der Tag der Erinnerung an die sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten europäischen Juden, begangen. Wenn im ganzen Land Sirenen ertönen, steht für einige Gedenkminuten das öffentliche Leben still. In Polen findet an diesem Tag der "Marsch der Lebenden" junger Israelis und Juden aus aller Welt statt, die schweigend vom deutschen Konzentrationslager Auschwitz in das eigentliche Vernichtungslager Birkenau ziehen, um dort der Toten zu gedenken. In diesem Jahr wird zudem an den Aufstand im Warschauer Ghetto vor 80 Jahren erinnert.
G7: Demonstrativ gegen Attacken auf internationale Ordnung
Das Außenministertreffen der G7 wirtschaftsstarker Demokratien hat aus Sicht der japanischen Regierung ein starkes Zeichen gegen Attacken auf die internationale Ordnung gesetzt. Die Zusammenkunft im japanischen Karuizawa sei "ein großer Erfolg" gewesen, da sie "unseren entschiedenen Widerstand gegen Versuche, den Status quo zu ändern, bestätigt hat", so Außenminister Yoshimasa Hayashi zum Abschluss des Treffens.
Die G7-Runde hatte während der dreitägigen Beratungen angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und des zunehmend aggressiven Machtstrebens Chinas vor jedem Versuch einer gewaltsamen Änderung der internationalen Ordnung gewarnt. Zur Gruppe der G7 gehören neben Japan auch Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, die USA und Großbritannien. Japan hat in diesem Jahr den Vorsitz. Das Treffen in Karuizawa diente auch der Vorbereitung auf den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Mai in Hiroshima. Dazu wird Kanzler Olaf Scholz anreisen.

