Leben

Auch beim Masturbieren So wirkt sich Sex auf die Gesundheit aus

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Sex macht nicht nur glücklich, sondern auch gesund.

(Foto: imago/photothek)

Feurige Leidenschaft und innige Liebe sind gute Gründe für Sex. Aber Geschlechtsverkehr fungiert auch als Anti-Aging-Mittel, steigert die körperliche Fitness und hat noch viele weitere positive Wirkungen auf die Gesundheit.

Nach einer leidenschaftlichen Nacht mit dem Partner fühlt man sich gleich energiegeladener und zufriedener. Das ist kein Wunder, denn beim Sex werden etliche Glückshormone ausgeschüttet. Doch nicht nur das: Regelmäßiger Geschlechtsverkehr tut dem Körper, aber auch der Seele enorm gut.

Geschlechtsverkehr ist laut dem Gynäkologen Professor Bernd Kleine-Gunk zunächst einmal ein ausgezeichnetes Mittel, um sich fit zu halten: "Sex geht mit körperlicher Aktivität einher und wenn man dabei ein bisschen ins Schwitzen und aus der Puste kommt, ist das schon einmal gut für die Gesundheit", sagt er im Gespräch mit ntv.de. Männer können bis zu 100 Kalorien pro 30 Minuten Sex verbrauchen, bei Frauen sind es 70 Kalorien. "Bei Männern wird das Hormon Testosteron ausgeschüttet. Das baut Fett ab und Muskeln auf", erläutert der Experte. Wer allerdings lediglich der körperlichen Fitness wegen Sex hat, ist sicherlich im Fitnessstudio besser aufgehoben.

Gut für Körper und Geist

Bettsport macht aber nicht nur einen knackigen Körper, sondern auch gesund. Das hat auch eine Untersuchung der Wilkes-Barre-Universität in Pennsylvania ergeben. Probanden, die ein- bis zweimal die Woche Sex hatten, wiesen 30 Prozent mehr Immunglobuline im Blut auf als jene, die seltener Geschlechtsverkehr praktizierten. Deswegen hilft das Liebesspiel unter anderem zur Vorbeugung von Erkrankungen wie beispielsweise Erkältungen und Grippe. Und auch Küssen ist in diesem Zusammenhang wichtig. Tausende von Bakterien werden dabei ausgetauscht: "Je vielfältiger unser Mikrobiom ist, desto gesünder ist unser Immunsystem", erklärt Kleine-Gunk in diesem Zusammenhang.

Häufige Orgasmen können sogar Krebs vorbeugen: "Wenn Männer eine Ejakulation bekommen, dann wird auch deren Prostata gut durchgespült, sodass weniger Stoffe zurückbleiben, die krebserzeugend sein könnten", erklärt Kleine-Gunk. Singles werden sich nun fragen, ob auch Masturbation diesen gesundheitlichen Effekt mit sich bringt. Hier kann der Frauenarzt beruhigen: "Ob der Orgasmus durch einen Partner oder Handgetriebe geschieht, ist eigentlich egal". Das bestätigt eine australische Studie: Männer zwischen 25 und 50 Jahren, die dreimal in der Woche onanierten, hatten ein um bis zu 30 Prozent niedrigeres Krebsrisiko.

Ebenso sinkt das Risiko für Herzerkrankungen und Bluthochdruck durch regelmäßigen Geschlechtsverkehr. Das hat unter anderem eine Untersuchung des New England Research Institutes bewiesen, die im "American Journal of Cardiology" veröffentlicht wurde: So sind Männer, die regelmäßig Sex haben, um 45 Prozent weniger von Herzerkrankungen betroffen. Laut Studien ist auch das Risiko für einen Schlaganfall bei Männern, die drei- bis viermal pro Woche Sex haben, deutlich reduziert.

Kein Heißhunger, keine Schmerzen

Weiterhin reguliert Sex den Hormonhaushalt. Zunächst werden beim Orgasmus Oxytocin und Glückshormone wie Serotonin freigesetzt. Oxytocin sorgt dafür, dass man sich stärker an den Partner bindet. Paare, die regelmäßig Sex miteinander haben, sind laut Studien - dank des Bindungshormons - zufriedener mit ihrer Beziehung, als andere. Weiterhin bewirken die beim Geschlechtsakt ausgeschütteten Phenylethylamine und Endorphine, dass Heißhungerattacken vermieden werden. Endorphine lindern auch Schmerzen, da sie wie Opioide wirken. Regelmäßiger Sex setzt die Schmerzempfindlichkeit deutlich herab, wie Studien zeigen. So kann Geschlechtsverkehr also auch gegen Migräne, Regel- und andere Schmerzen helfen.

Sex schützt außerdem die Psyche. Dank der freigesetzten Endorphine und dem Bindungshormon Oxytocin kann das Liebesspiel Stress mindern, so eine Studie der University of Paisley in Schottland. Weiterhin wird die Konzentrationsfähigkeit mehreren Studien zufolge gesteigert. Man vermutet, dass die Gehirnaktivität durch Sex angeregt wird.

Schöner und jünger dank erfülltem Liebesleben

Als ob die vielen positiven Effekte auf die körperliche und psychische Gesundheit nicht schon genug wären, wirkt sich ein aktives Sexleben auch auf das Aussehen aus. Zum einen wird durch Geschlechtsverkehr die Blutzirkulation angeregt. Die Haut wirkt dadurch glatter, rosiger und reiner. Andererseits wirkt Sex auch als ein hervorragendes Anti-Aging-Mittel. Dabei werden nämlich die Lymphgefäße angeregt und Abbauprodukte schneller abtransportiert. Weiterhin hält Kleine-Gunk das im Sperma enthaltene Spermidin für einen sehr vielversprechenden Anti-Aging-Wirkstoff. Dringt Sperma beim Sex in die Vaginalflora ein, wird der Abtransport und die Wiederverwertung von molekularem Abfall in den Zellen angeregt.

Spermidin wird in den Körperzellen gebildet und ist damit eine vollkommen natürliche Substanz. In der männlichen Samenflüssigkeit werden besonders hohe Konzentrationen an Spermidin erreicht. Es ist auch in bestimmten Lebensmitteln wie Weizenkeimen, getrockneten Sojabohnen und Pilzen enthalten. Es wirkt laut einer Langzeitstudie der Universität Innsbruck, die im "American Journal of Clinical Nutrition" (AJCN) veröffentlicht wurde, auch lebensverlängernd: Jene Probanden, die spermidinreiche Lebensmittel aßen, steigerten ihre Lebenserwartung um fünf Jahre im Vergleich zu denen, die weniger davon zu sich nahmen. Viel Sex könnte also sogar die Lebensdauer verlängern.

Natürlich soll er in allererster Linie Spaß machen. Zu viel gibt es dabei Experten zufolge kaum, es sei denn, jemand leidet unter einer regelrechten Sexsucht. Wenn man dagegen keine Lust auf Sex hat, sollte man sich nicht dazu zwingen, nur weil es angeblich gesund ist. Wer keine Freude daran hat, wird kaum von den positiven Wirkungen profitieren.

Quelle: ntv.de