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Darüber wird noch zu reden sein Bald ist wohl Schluss mit "Wetten, dass..?"

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Er wird was anderes finden!

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Variante "Aufhören, wenn's am Schönsten ist" wurde ja definitiv verpasst. Das hätte Thomas Gottschalk noch einleiten müssen. Der hörte auf, als es am schlimmsten war. Dann kam Lanz. Und dann ging es bergab.

13,62 - 10,74 - 8,89, dann nur noch im Sechser-Bereich, und dann der Super-Gau: 5,85. Das sind die Zahlen, die die Millionen symbolisieren, die seit rund eineinhalb Jahren "Wetten, dass..?" gucken, wenn es von Markus Lanz moderiert wird. Eigentlich gar nicht so schlecht, solche Millionen, wäre man nicht anderes, besseres gewohnt. Aber der historische Tiefststand von unter sechs Millionen am 22. Februar ist doch erschütternd - acht Millionen Schwund, das geht gar nicht! Deswegen wird nun nachgedacht auf dem Lerchenberg, laut. Und ZDF-Intendant Thomas Bellut lässt tatsächlich die Zukunft des Showklassikers "Wetten, dass..?" offen.

"Ich weiß es wirklich nicht", antwortete Bellut dem "Handelsblatt" auf die Frage, wie lange es die Sendung noch geben werde. "In diesem Jahr werden wir sehen, wie stark die Marke noch ist." Die von Markus Lanz moderierte Show war zuletzt heftig in Kritik geraten, die Einschaltquote war bei der Februar-Ausgabe auf unter sechs Millionen Zuschauer gesunken.

Stichwort: Geld. Wenn dieses Thema aufkommt, dann weiß man eigentlich, dass das Schiff bereits gesunken ist. Es geht um die Kosten und die bezifferte Bellut pro Ausgabe auf rund zwei Millionen Euro. "In besonderen Fällen" könne die Show "auch mal 2,5 Millionen Euro" kosten, sagte er. Damit ist die Sendung deutlich teurer als andere Programme am Samstag um 20.15 Uhr.

Kärtchen weg!

Au weia, so kleinlich wurde ja noch nie rumgerechnet bei "Wetten, dass..?", es sieht also wirklich schlecht aus. Was kann der Lanz da am 5. April noch machen? Hoffen wir mal, dass die Offenburger sich eine Knaller-Saal-Wette einfallen lassen. Oder wie wär's, wenn der Moderator seine Stichwort-Kärtchen wegließe? Dass er sich gut vorbereitet, ist ja durchaus löblich, aber seine Gäste erzählen auch, ohne dass er permanent nachhakt, weshalb sie auf dem Sofa sitzen (neues Album, neuer Film, neue Liebe). Vielleicht sollte er mal weniger den Journalisten geben und mehr den Entertainer. Aber nicht gleich wieder auf den Boden, um Bierkisten zu stemmen und auch keine Kindergeburtstagsspiele mehr mit den Hollywoodstars, sofern sie überhaupt noch anreisen.

Es geht hier auch bloß um das Ende eines Fernsehformats, nicht um die Schließung einer Schule, eines Asylbewerberheims oder um Kürzungen im Gesundheitswesen, also einfach die Kirche im Dorf lassen! Es gibt Wichtigeres. Und - wie sagt man so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Markus Lanz kann ja noch was anderes, alles hat seine Zeit - und "Wetten, dass..?" nun eben vielleicht nicht mehr. Wir werden es überleben. Er auch.

Quelle: ntv.de, mit dpa