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Viele Melodien umstritten Bushido als Musik-Kleptomane?

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Anis Mohamed Ferchichi alias "Bushido".

(Foto: REUTERS)

Rapper, Integrationspreisträger und Ideendieb. Seit Jahren klagen zahlreiche Bands darüber, dass Bushido Melodien von ihnen klaut. Ein alter Prozess wird jetzt neu aufgerollt. Und wie es sich für einen Gangster gehört, lernt er nicht aus seinen Fehlern.

Mehrere Bands haben sich bereits bei Bushido beschwert: Er soll dutzende Melodien geklaut haben, ohne vorher um Erlaubnis gefragt zu haben. Mit der Band "Dimmu Borgir" hat er sich schon geeinigt und Schadensersatz gezahlt.

Ein anderer Fall wird jetzt neu aufgerollt, weil der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) aufhob. Es muss nun erneut geprüft werden, ob der 36-jährige Rapper für einige seiner Lieder Musikteile der französischen Band Dark Sanctuary ohne Genehmigung verwendet hat.

Die Gruppe wirft Bushido vor, für 13 Titel unberechtigt Melodien ihrer Lieder benutzt zu haben. Mit ihrer Klage hatten sie zunächst Erfolg, woraufhin Bushido in Revision gegangen war. Beim BGH errang er jetzt einen wichtigen Etappensieg. So muss das OLG anhand eines Sachverständigen prüfen, ob der Rapper die Urheberrechte der Band verletzt hat.

Sachverständiger soll Fall neu beurteilen

Das verworfene Urteil wurde ohne Fachmann gefällt. Nur ein in Musikbelangen versierter Sachverständiger könne jedoch beurteilen, ob die Musiksequenzen schützenswert seien, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Büscher. Die Band wirft dem Rapper vor, Tonfolgen ihrer Lieder von etwa zehn Sekunden Länge genommen und ständig wiederholt - geloopt - zu haben. Anschließend habe er die so entstandene Melodie mit einem Schlagzeug-Beat unterlegt und dazu gerappt, sagte der Anwalt der Band in Karlsruhe.

Die Klage von drei Textern wies der BGH ganz ab: Sie hätten keinen Grund zu Klagen, da Bushido keinen Text übernommen habe. Die Band möchte für die mutmaßliche Rechtsverletzung auch Schadensersatz und Schmerzensgeld haben. Bushido habe die betreffenden zwei Alben bis zu 200.000 Mal verkauft, sagte der Anwalt der Gruppe.

Auf der anderen Seite reagiert Bushido selbst auf den illegalen Austausch seiner Musik in Internet-Tauschbörsen mit Abmahnungen und Geldforderungen. Auch Händler, die seinen Namen bei Ebay-Verkäufen nutzten, standen bereits in seinem Visier.

Quelle: n-tv.de, spt/dpa

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