Unterhaltung

Mordende Kinder, einsame Frauen Der Mainzer "Tatort" im Schnellcheck

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Hat's mit sich selbst nicht so leicht: Ellen Berlinger (Heike Makatsch)

(Foto: SWR/Julia Terjung)

Vor sich selbst kann man schlecht flüchten, das merkt Kommissarin Berlinger nach ihrem Umzug von Freiburg nach Mainz auf die harte Tour. Mitgefangen sind in diesem Fall auch die Zuschauer - aber die können ja immerhin zur Fernbedienung greifen.

Das Szenario

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Jonas (Julius August Kurecki) und sein älterer Nachhilfeschüler (im Hintergrund).

(Foto: SWR/Julia Terjung)

Ellen Berlinger (Heike Makatsch) hat es von Freiburg nach Mainz verschlagen: Die alleinerziehende Mutter braucht jemanden, der ihr bei der Betreuung des Töchterchens hilft, damit sie weiter Mörder jagen kann. Einer von ihnen könnte ausgerechnet Berlingers Neffe sein, ein hochintelligenter aber sozial inkompetenter Junge namens Jonas (Julius August Kurecki). Das Problem: Die ebenfalls latent bindungsgestörte Kommissarin mag den Jungen nicht nur richtig gerne, Jonas ist nach dem Mord an einer Mitschülerin auch spurlos verschwunden.

Die eigentliche Botschaft

Da gibt es gleich zwei: Der Mordfall wagt sich an das Thema Gewalt unter Jugendlichen heran - immer noch schwieriges Terrain, obwohl alles andere als selten. Auf persönlicher Ebene versucht der Film Geschlechterbilder aufzulösen: In "Zeit der Frösche" kümmern sich die Männer um die Kinder, während die Frauen ihren Job knallhart durchziehen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Berlingers Verständnis von Romantik: Sie landet mit dem Kindergärtner ihrer Tochter in der Kiste, da klingelt das Telefon der Kommissarin. Er will es ausschalten, um ungestört zu sein, sie nimmt ihn dafür in den Polizeigriff.

Der Plausibilitätsfaktor

Ja, hmm. Die Ansätze stimmen schon, "Zeit der Frösche" scheitert allerdings an ihrer Umsetzung: Berlinger bleibt als Figur so blass, dass man ihre Handlungen kaum nachvollziehen kann.

Die Bewertung

5,5 von 10 Punkten. Richtig erzählt hätte dieser "Tatort" ein guter werden können, so rettet den Film nur die schauspielerische Leistung vor dem Totalabsturz.

Quelle: ntv.de