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"Jeder Tag war ein Kampf" "Evita"-Regisseur Alan Parker gestorben

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Eine Ikone des britischen Films: Alan Parker.

(Foto: dpa)

Die Filme von Regisseur Alan Parker werden insgesamt mit 19 BAFTA-Awards, zehn Golden Globes und zehn Oscars ausgezeichnet. Dabei bleibt er jahrelang stets ein Kritiker der Filmindustrie. Nach langer Krankheit ist der 76-Jährige gestorben.

Der britische Regisseur Alan Parker ist tot. Er ist nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren gestorben, wie das britische Filminstitut bestätigte. Parker, der sich zu Beginn seiner Karriere in der Werbebranche einen Namen machte, wurde letztlich mit Filmen wie "Fame", "The Commitments", "Midnight Express" und "Mississippi Burning" bekannt - für die beiden letztgenannten wurde er für einen Oscar nominiert.

Parker, der bei 14 Filmen selbst Regie führte und für 6 weitere das Drehbuch schrieb, hatte ein Faible für musiklastige Inszenierungen. "Bugsy Malone" (1976), "Pink Floyd: The Wall" (1982), "The Commitments" (1991) und "Evita" (1996), mit Madonna als Eva Perón, zählen zu seinen besten Werken. "Wenn man Musik und Bilder zusammen verwenden kann, ist das sehr kraftvoll", sagte Parker im Jahr 1995.

Seine Filme wurden insgesamt mit 19 britischen Filmpreisen (Bafta), zehn Golden Globes und zehn Oscars ausgezeichnet. Von der britischen Filmindustrie erhielt er 2013 die höchste Auszeichnung - die "Academy Fellowship".

2015 gab Parker bekannt, dass er mit dem Filmgeschäft fertig sei. "Ich habe Regie geführt, seit ich 24 Jahre alt bin und jeder Tag war ein Kampf. Jeder Tag war schwierig, ob du gegen den Produzenten ankämpfst, der Meinungen hat, mit denen du nicht einverstanden bist, oder gegen die Studios", äußerte er sich sehr Branchen-kritisch. "Film ist enorm teuer und sobald es teuer wird, hat man Leute, denen man dienen muss."

Parker betonte stets, es sei nie sein großer Wunsch gewesen, Filme zu machen. Er habe immer Creative Director bei der Werbeagentur CDP werden wollen - was ihm Anfang der 1970er Jahre auch gelang. Erst als TV-Spots immer wichtiger wurden und die Agentur umstrukturiert wurde, kam Parker mit Film- und Musikproduzenten in Kontakt. "Als ich als Erster den Übergang von der Welt der Werbespots zu Spielfilmen vollzog, war ich besonders empfindlich für Kritik", erklärte er 2017. Macher von Werbespots hätten das Image "vulgärer Verkäufer" gehabt. "Also habe ich ganz aufgehört, Werbung zu machen, um als Filmemacher ernst genommen zu werden."

Quelle: ntv.de, mba