Unterhaltung

Von Jolie bis Paltrow Hollywood distanziert sich von Weinstein

95797422.jpg

Im Fall Weinstein ziehen Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow an einem Strang.

(Foto: picture alliance / Stefan Rousse)

Einer der mächtigsten Filmbosse Hollywoods steht vor einem Scherbenhaufen. Der Grund: Immer mehr Frauen werfen dem inzwischen entlassenen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vor. Auch seine Ehefrau zieht Konsequenzen.

Die Ehefrau des jetzt auch unter Vergewaltigungsvorwürfen stehenden Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein hat sich von ihrem Mann getrennt. Eine entsprechende Erklärung gab Georgina Chapman gegenüber dem Magazin "People" ab.

Derweil zieht der Skandal immer größere Kreise. Viele weitere prominente Weggefährten warfen dem 65-Jährigen unter anderem sexuelle Belästigung vor. Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte Schauspielerin Gwyneth Paltrow der "New York Times". Sie habe sich aber geweigert. 

Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete der Zeitung von einer "schlechten Erfahrung" mit Weinstein in ihrer Jugend. "Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel."

Auch die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich entsetzt: "Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen", teilte Clinton über ihren Sprecher mit. Weinsteins Verhalten könne nicht hingenommen werden. "Ihr Mut und Ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden." 

95752745.jpg

Harvey Weinstein.

(Foto: picture alliance / Guillaume Hor)

Weinstein hatte US-Demokraten in verschiedenen Wahlkämpfen nach CNN-Angaben insgesamt Zehntausende Dollar gespendet. Darunter waren neben Hillary Clinton und Ex-Präsident Barack Obama auch Senatoren wie Elizabeth Warren und Chuck Schumer. Einige Senatoren kündigten nach den Enthüllungen an, Spenden Weinsteins für wohltätige Zwecke zu spenden.

Immer mehr distanzieren sich

Zuvor waren bereits Weggefährten wie Meryl Streep, George Clooney, Lena Dunham, Judi Dench, Kate Winslet, Mark Ruffalo und Christian Slater auf Distanz zu Weinstein gegangen. Die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred forderte Weinstein auf, an einem Mediationsverfahren teilzunehmen. "Wenn er ein Verfahren zulässt, das Gerechtigkeit möglich macht, würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren", sagte Allred.

Nach Berichten der "New York Times" soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Weinstein hatte daraufhin erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen. Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Bob 1979 gegründet hat, die Entlassung.

1993 veräußerten sie das Unternehmen an Walt Disney Co., führten es aber aktiv weiter. Im Jahr 2005 gründeten die beiden eine neue Firma, The Weinstein Company (TWC). An dieser hielten sie zuletzt einen Anteil von 42 Prozent.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/AFP

Mehr zum Thema