Unterhaltung

Letzter Wunsch des Ostfriesen Karl Dall bekommt Seebestattung

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Karl Dall legte vor seinem Tod fest, dass er zu See bestattet werden möchte.

(Foto: imago images/Klaus W. Schmidt)

Am Montag stirbt Komiker Karl Dall an den Folgen eines Schlaganfalls. Nun wird bekannt, dass es keine klassische Beerdigung geben wird. Der gebürtige Ostfriese hat zu Lebzeiten eine Seebestattung in die Wege geleitet. Bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Am 23. November stirbt Karl Dall im Alter von 79 Jahren in Hamburg. Geboren wurde der bekannte TV-Komiker 1941 allerdings in der Nähe der Nordsee, genauer: in Emden in Ostfriesland. Vielleicht auch deswegen wurde seine Wahlheimat die Stadt mit einem der größten Häfen der Welt. Und maritim soll nun auch seine Bestattung werden.

"Karl Dall hat zu Lebzeiten bereits eine Seebestattung im engsten Familienkreis bestellt und bezahlt", erklärte seine Managerin jetzt. Dalls Asche soll der Nordsee übergeben werden, die Beisetzung kann aber erst stattfinden, wenn die Corona-Pandemie eingedämmt ist. "Also frühestens nächsten Sommer", heißt es weiter.

Dall kam als zweiter Sohn eines Schuldirektors und einer Lehrerin zur Welt, brach aber dennoch mit 16 Jahren vorzeitig die Schule ab. Seine Augenkrankheit habe ihn zum "Klassenclown" gemacht, so Dall über sein hängendes Lid, das später zu seinem Markenzeichen wurde, doch als Junge und Jugendlicher zu Hänseleien geführt habe.

Und trotzdem kam er in späten 1970er-Jahren nicht nur zum Radio, sondern auch zum Fernsehen. Er startete mit eigenen Radio-Shows und Blödel-Interviews bei "Radio Luxemburg" und "SW3". Dann etablierte er sich als Sketch-Darsteller in Unterhaltungs-Shows wie Rudi Carrells "Am laufenden Band" und bei "Verstehen Sie Spaß?" und spielte in Kinofilmen, darunter auch Soft-Pornos. 1985 wechselte Dall zum privaten Sender RTL: Sechs Jahre führte er durch seine eigene Talk-Show "Dall-As", bei der er mit knallharten Sprüchen seine Gäste aus der Fassung zu bringen versuchte.

Anruf aus Lüneburg

Bis zuletzt war Dall als Komiker aktiv. Er tourte mit seiner Show "Der alte Mann will noch mehr" 2016 noch einmal durch Deutschland und wanderte für die Dokusoap "Old Guys on Tour" auf Tele5 den Jakobsweg gemeinsam mit den vier ehemaligen Showmastern Jörg Draeger, Frederic Meisner, Björn-Hergen Schimpf und Harry Wijnvoord. 1999 erhielt er für sein Lebenswerk den Deutschen Comedypreis.

Karl Dall erlitt seinen Schlaganfall, an dem er wenig später starb, wie es sich für einen Künstler ziemt: bei Dreharbeiten. Kurz vor seinem Tod hatte er ein Video zu seinem aktuellen Auftritt gepostet. Dall: "Ich habe immer auf einen Anruf aus Hollywood gewartet ... Lüneburg hat angerufen!" "Rote Rosen" sollten sein letzter Dreh sein. Das wäre ganz sein Humor gewesen. Er hinterlässt seine Frau Barbara, mit der er rund 45 Jahre verheiratet war, und seine Tochter Janina, die mit Familie in Kanada lebt und als Stuntfrau arbeitet.

Quelle: ntv.de, nan/spot