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"Let's Dance" – Viertelfinale Latino Lück räumt alles ab

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Ganz großes Kino - Ingolf Lück.

Flower-Power, nackte Oberkörper und Nonnen. Das Viertelfinale hat es in sich. Während der Zuschauer gerade nachforscht, wo er Jorges Strampler herbekommt, passiert er: der nächste schwere Sturz. Sergio kann seine Partnerin nicht mehr halten.

"Ingolf, wir sind ja beide fast im selben Alter. Aber du hast gezeigt, dass wir es können", sagt Motzbert Llambi anerkennend zum "letzten Promi-Mann bei Let's Dance" nach dessen Fusion-Tanz.

Mehr als drei harte Monate liegen hinter den Kandidaten, inzwischen ist es die zehnte Show - Viertelfinale. Neben den Einzeltänzen steht an diesem Freitagabend auch eine "Hippie-Fusion" auf dem Programm. Ingolf und Ekat tanzen eine Mischung aus Rumba und Tango und es ist schier unglaublich, wie der Mann, dem nicht nur äußere, sondern auch innere Haltung wichtig ist, das Publikum mitreißt. Dieser Blick, diese "Körpermitte"! "Wohoo!", quiekt Motsi ganz verzückt und Jorge ergänzt: "Ingolf, du Latino aus Bielefeld!" Allein für seine geniale Mimik hat der Entertainer, der erst spät seine Hüfte entdeckt hat, die dreißig Punkte verdient. "Ganz großes Kino".

"Der Pastor hätte sich im Grabe umgedreht"

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Iris Mareike Steen und Christian Polanc.

Eigens für das Motto "Flower-Power" hat sich Swarovski Omas Häkeldeckchen übergeworfen, das normalerweise seinen festen Platz auf der Fernsehsessellehne hat. Damals, in den wilden Siebzigern, als das Gras nicht nur gemäht, sondern auch geraucht wurde, war es normal, nackig durch die Gegend zu tanzen und sich ein paar bewusstseinserweiternde Substanzen zu verabreichen. Deswegen ist es auch vollkommen legitim, dass Massimo sich wieder halb das Oberteil vom Körper reißt. Der Oben-Ohne-Tänzer zeigt eben gern, was er hat. Der Slowfox bringt ihm und seiner "lässigen Partnerin" Julia die volle Punktzahl.

Ja, die Julia ist schon "sehr sexy" und obwohl den Favoriten bei der Rumba-Quickstep-Fusion die "technische Qualität fehlt" und Llambi vor allem Massimos Performance "too much" findet, fallen die Punkte gewohnt hoch aus. Beim Publikum kommt die Nummer, in der Dietze als sexy Nonne und Sinató als Pfarrer übers Parkett tänzeln, weniger gut an. Messdiener Llambi bringt es auf dem Punkt: "Der Pastor hätte sich im Grabe umgedreht".

Natürlich ist "Let's Dance" eine Show und zu einer Show gehört, die Zähne zusammenzubeißen, blaue Flecken zu überschminken und zu lächeln, obwohl man sich vor Schmerz lieber einen Schnaps genehmigen würde.

Manches aber nimmt man den Kandidaten einfach nicht ab, beispielsweise, wenn Judith Williams vorgibt, außer Puste zu sein, obwohl man ihr genau ansieht, wie gut "in shape" sie ist. Im goldenen Fransenkleid tanzt sie einen "lebhaften und dynamischen" Jive und siehe da: Ihr Tanzpartner Erich hechelt wie ein Hund nach fünfzig Kilometer Radtour bei dreißig Grad - Judith nicht. "Hoche", an diesem Abend im schnieken roten Latexstrampler der Marke Berghain de Luxe unterwegs, sagt nur: "Chapeau."

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Ein Glück ist nichts passiert - Sergio und Barbara.

Eine Sache aber steht der Geschäftsfrau ausgezeichnet: Am Anfang dieser Staffel noch sehr verhalten, wirkt sie von Woche zu Woche unverkrampfter und lebendiger. Dazu die in der Fusion "schön ausgedrehten Füße" - einfach "gorgeous!"

Die Verletzungswelle reißt nicht ab

Und dann passiert etwas, das kurz für Verunsicherung sogt: Während des dramatischen Barfußtanzes stürzen Sergiu und Barbara schwer. Das Publikum erschrickt: Gehört das zur Choreografie? Tatsächlich aber hat Sergiu Rückenschmerzen, so schlimm, dass ihm die schöne Rothaarige im Flatterkleidchen entgleitet und volle Kanone aufs Parkett plumpst.

Beim Mischmasch-Tanz haben sich die beiden aber wieder gefangen, und obschon die Samba-Schritte "nicht so präzise" sind, lobt Llambi die "komplizierte Schrittfolge" und die "tollen Übergänge". Als Zuschauer wird man fast ein bisschen neidisch, als das Model berichtet: "Ich habe die ganze Woche gegessen und gegessen und geschwitzt wie nie und - trotzdem abgenommen." Toll, hier das genaue Gegenteil.

Am Ende hat es sich für Iris ausgetanzt - dieses Mal endgültig. In einem märchenhaften Kleid schlawinert das "GZSZ"-Schnuckelchen über das Parkett und kann mit ihrem Quickstep zu "Get Happy" von Judy Garland fast überzeugen. Jorge, der zwar eine "gewisse Eleganz" vermisst, freut sich über "die pure Lebensfreude", die Iris ausstrahlt. Zu gern hätte die Blondine, die immer ein bisschen wie ein scheues Reh wirkt, "mehr geleistet" - wäre da nicht diese "krasse Doppelbelastung."

Steen drehte während "Let's Dance" jeden Tag, klar, dass es nach einem anstrengenden 12-Stunden-Tag am Set schwer ist, sich im harten Tanztraining zu verlieren. Hey, Ihr "GZSZ"-Macher, hättet Ihr die Iris in ihrer Rolle nicht ein paar Wochen in Urlaub fahren lassen können?

Jetzt gilt nur noch eins: Ingolf Lück muss das Baby rocken und den Pokal holen. Die goldene Riesenschüssel würde sich prima als Wagenheber für den verschleppten Winterreifenwechsel eignen.

Quelle: n-tv.de

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