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Makatsch-"Tatort" aus Mainz Mein Neffe, ein Mörder?

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Gegensätze ziehen sich an: Martin Rascher (Sebastian Blomberg) und Ellen Berlinger (Heike Makatsch) funktionieren als Team ziemlich gut.

(Foto: SWR/Julia Terjung)

Die alleinerziehende Kommissarin Berlinger ist von Freiburg nach Mainz gezogen, um sich dort von ihrer Cousine bei der Kinderbetreuung helfen zu lassen. Kleiner werden dort weder ihre Probleme noch die der Zuschauer.

Können Sie sich noch an Ellen Berlinger erinnern? Nein? Kein Wunder, ist ja mittlerweile auch schon über zwei Jahre her, dass die Kommissarin aus dem Südwesten der Republik zuletzt in einem "Tatort" ermittelte. Das allerdings ist ein Problem, denn "Zeit der Frösche" setzt eine ganze Menge Vorwissen voraus, wenn einem Heike Makatsch in der Rolle der Berlinger nicht völlig fremd bleiben soll.

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Grübelt viel: Kommissarin Berlinger (Heike Makatsch).

(Foto: SWR/Julia Terjung)

Die alleinerziehende Mutter ist seit ihrem letzten Fall von Freiburg nach Mainz umgezogen, um sich bei der Betreuung ihres Töchterchens von Cousine Maja (Jule Böwe) helfen zu lassen. Dass der hochbegabte - dafür sozial eher unbedarfte - Sohn der Cousine irgendwie in den Mord an einer Mitschülerin verwickelt ist, kommt natürlich ganz praktisch: So spart man sich nicht nur die mühsame Einführung weiterer Charaktere, sondern schiebt auch gleich noch eine emotionale Ebene mit ein, weil Berlinger den Jungen ganz schön gern hat und an seine Unschuld glauben möchte.

Warten auf Ostern 2020

Überhaupt sind die persönlichen Schicksale der Protagonisten sehr eng mit dem Fall selbst verwoben. Das ist arg anstrengend, weil Drehbuchautor Marco Wiersch und Regisseur Markus Imboden den Film damit hoffnungslos überfrachten und im Endeffekt das Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich wollen: Kommissarin Berlinger als spannenden Charakter mit allerlei Untiefen zu etablieren, der die Zuschauer emotional abholt. Wie es besser geht, zeigt der Dortmunder "Tatort" mit dem großartigen Faber (Jörg Hartmann).

An der schauspielerischen Leistung liegt es indes nicht, dass Berlinger so blass bleibt: Heike Makatsch spielt die Kommissarin mit viel Gefühl, auch Ermittlerkollege Martin Rascher (Sebastian Blomberg) nimmt man den sensiblen Polizisten voll und ganz ab. Im Licht betrachtet ist es wohl den beiden Hauptdarstellern und dem pubertären Hauptverdächtigen Jonas (Luis August Kurecki) zu verdanken, dass sich "Zeit der Frösche" im direkten Vergleich immer noch irgendwo im "Tatort"-Mittelfeld wiederfindet.

Soll der nächste Berlinger-Fall in der Oberklasse mitspielen, wäre ein bisschen weniger von allem am Ende wohl mehr. Mal schauen, was uns Ostern 2020 dann so erwartet.

Quelle: n-tv.de

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