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"Let's Dance" feiert die 90er Piwko wird vom Torero zum Raubtier

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Tanzt, als fühle er die Musik mit dem Herzen: Benjamin Piwko.

Quatschkopf Pocher begeistert im "roten Schlüppi", Barbara lässt endlich "die Sau raus" und "Pommes" offenbart trotz seiner Größe riesiges Tanztalent. Lob, berührende Momente und jede Menge Faxen. Die vierte "Let's Dance"-Show war so richtig "Neunziger".

"In mir sind höchstens fünf Prozent Macho", sagt Benjamin Piwko zu seiner Tanzpartnerin Isabel, die ihm während des Trainings für den gemeinsamen Paso Doble erklärt, bei diesem Tanz könne er "so richtig Macho sein." Der gefühlvolle Benjamin mit dem "weichen Kern" erzählt aus seiner Zeit aus den Neunzigern, übrigens auch das Motto dieser vierten Show: "Früher wollten die Frauen mit mir schlafen, ich wollte nur kuscheln."

Was der gehörlose Schauspieler mit dem großen Herzen dann aber auf der Tanzfläche abliefert, ist kaum von dieser Welt. Nicht nur für Jorge und den Rest der Jury fühlt es sich an, als habe er "jeden Ton gehört". Es ist eine "unfassbare Intensität", die von dem sensiblen Kampfkunst-Meister ausgeht, der den Tanz einem verstorbenen Freund widmet, der "heute Geburtstag hätte".

Show Nummer vier feiert also die Neunziger. Die Jugend so vieler. Erste Liebe, erster Liebeskummer und dazwischen endlos scheinende Sommer, Techno, Raves und viel Orange. Unser Llambi, so erfahren wir, war in jener Zeit "eine sehr geile Discosau". Extra für den Abend glitzern Motsi und der Chef-Juror wie Discokugeln, nur Jorges Fransenteppich-Dress macht ein bisschen den Anschein, als habe sich die Katze bereits mächtig daran ausgetobt.

"Qualität kann man nicht faken"

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Ekat und Pommes tanzen den "Tanz der Qual".

"Showhase" Thomas Rath zeigt mit seiner Kathrin, optisch ein Traum in Rot und mit einem Tango "eine ganze neue Facette". Auffällig: Er bedankt sich jetzt weniger. Von den beiden "lieben Juroren" als "gute Show" gelobt, ist es Llambi aber "zu wenig maskulin".

Der eine tanzt "zu wenig aggressiv", die andere "zu schüchtern". Obschon Kerstin Ott inzwischen "strahlt", vermisst González "die Ekstase". Sie ist mit Sicherheit da, nur eben innen drin. Viel mehr aus sich raus kommt hingegen Barbara Becker, die mit einem leidenschaftlichen Tango zu "Losing My Religion" endlich "die Sau rausgelassen hat". "Wenn man sich öffnet", so die Designerin, "bietet man Angriffsfläche, ich habe immer versucht, mich zu beschützen und wollte nicht verletzt werden." Verständlich, wenn man als einstige Gattin einer Tennislegende schon einen Tag nach der ersten Knutscherei "in der Bild-Zeitung steht".

Fulminant, um nicht zu sagen, phänomenal ist auch die Rumba des Mannes mit der Schuhgröße 48,5. "Pommes" meint zwar, "die Woche sei der Horror" und der "Tanz der Liebe" vielmehr ein "Tanz der Qual" gewesen, aber die Ovationen beweisen, dass Ekats Peitschenhiebe Früchte tragen. "Qualität kann man nicht faken", lobt Motsi den Auftritt des Zwei-Meter-Mannes, der trotz seiner Größe so "echt und glaubwürdig tanzt", dass man ihm jeden einzelnen Schritt abnimmt. Einfach "herrlich unaufgeregt", dieser Herr Hens! Und hier sieht man, wie wahre Authentizität sich offenbart. Als Pascal für seine Leistung ein ähnliches Lob erhält, wie Ella Endlich in der vergangenen Woche, sein Paso Doble also als "einer der besten" überhaupt bewertet wird, bleibt er echt, greifbar und berührt mit seinen funkelnden Augen, während Ellas Körpersprache eher anmutete, als würde ihr gerade ihr erster Oscar überreicht werden; als sei ein solches Urteil nur ein einziges Mal in der Geschichte dieser Tanzshow möglich.

"Leise" und "sehr elegant" ist Ulrike Franks langsamer Walzer zu "Tears In Heaven" von Eric Clapton, während Pocher diese Woche vielleicht einen ganz kleinen Tick zu drüber ist. Er tanzt einen Contemporary, in dem es um den Mauerfall gehen soll. Irgendwie ist er gut und hat tolle Momente, auch Jorge findet: "Du machst tolle Sachen". Und lustig ist der Quatschkopf "auf seine ironische Art" alle Mal, aber "es war", so Llambi, "auch ein wenig Verarsche dabei."

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Oliver Pocher als Britney Spears

"Die geile Sau im roten Schlüppi"

Und Evelyn? Das arme Haserl, scheint es der Jury, egal was sie tanzt, nie recht zu machen. Ihre Rumba, "einer der schnellsten Tänze schlechthin", hat sie oft außer Takt getanzt, aber für "Big Brain Burdecki" ist es eben nicht so leicht, "sich die vielen Schritte alle zu merken". Trotzdem hat sie mit ihrem Evgeny "jede Menge Spaß", obschon der Takt, wie die "geile Discosau" Llambi betont, nun mal das "Ein und Alles" sei.

Vertanzt hat sich auch Mocki bei ihrem Contemporary zu "Torn" von Natalie Imbruglia, obwohl sie "emotional einen Riesenschritt gemacht" und "Gefühle der Zerrissenheit" offenbart hat. "Let's Dance" sei aber immer noch eine "Tanz- und keine Kampfshow", so Llambi. Leise Vorahnung: Er wird kommen, der Tag, an dem Mockis Tanzpartner Erich der Jury-Chef-"Flitzpiepe" eine auf die Zwölf gibt.

Gehen musste nach Show Nummer vier Thomas Rath, der knuffige Danke-Sager. Zuvor gab es ein "Boys vs. Girls"-Battle, bei dem "die Boys" ihren Gruppentanz zu "Baby One More Time" von Britney Spears absolvierten. Mit Pocher als Britney in sexy Schuluniform - Sie ahnen es - haben sie dieses Battle natürlich haushoch gewonnen. Oder um es mit Llambis Worten zu sagen: "Natürlich seht Ihr Frauen toll aus, aber am Ende gewinnt die geile Sau (...) mit dem scharfen, roten Schlüppi."

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Quelle: n-tv.de

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