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Netflix testet 1,5-faches Tempo Schlechte Filme im Turbo-Modus bewältigen

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Muss das alles so lange dauern? Der neue Netflix-Test-Turbo würde "House of Cards" auf 55 Stunden eindampfen.

(Foto: imago/Prod.DB)

Möglicherweise gibt es bald ein Mittel gegen langatmige Serien-Dialoge und ödes Action-Gemetzel. Netflix testet einen neuen Turbo-Modus. Damit kann man Blockbuster in 1,5-facher Geschwindigkeit ansehen. Für Lieblingsszenen gibt es dafür die Slow-Taste. Hollywood-Größen sind empört.

Für eingefleischte Serienfans testet Netflix gerade eine neue Funktion. In der App des Streaming Dienstes finden ausgewählte Nutzer die Möglichkeit, Filme oder Serien im Turbo-Modus anzusehen. Wie der Onlinedienst "Android Police" zuerst berichtete, sollen Eilige ihre Lieblingsserien mit bis zu 1,5-facher Geschwindigkeit ansehen können. Nutzer, die sich gerne etwas mehr Zeit nehmen, können die Abspielgeschwindigkeit allerdings auch auf die Hälfte verlangsamen.

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Die "Bild"-Zeitung schwärmte: "Ein echter Zeitspar-Modus: Der Mafia-Film 'The Irishman' lässt sich dann deutlich schneller als in den vorgesehenen dreieinhalb Stunden bewältigen." Alle Staffeln von "House of Cards" kosteten nur 55 statt 73 Stunden Lebenszeit. "Diese Funktion ist seit langem auf DVD-Playern verfügbar - und wurde von unseren Mitgliedern häufig nachgefragt", schrieb Netflix-Vizepräsidentin Keela Robison in einem Blog Post des Streaming-Dienstes.

Allerdings kam der Test bei einigen Hollywood-Größen nicht gut an. Eine Reihe von Schauspielern und Regisseuren schimpfte, dass der Turbo- oder Slow-Modus Zuschauern die Kontrolle über fremde Kunstwerke in die Hand gebe und sie damit zerstöre. So empörte sich etwa der Pixar-Regisseur Brad Bird ("Die Unglaublichen") auf Twitter: "Eine weitere spektakulär schlechte Idee und ein weiterer Schlag gegen das ohnehin schon ausblutende Kino-Erlebnis."

Netflix-Vize Robison versicherte, man reagiere "sehr sensibel auf Bedenken". Für größere Bildschirme, insbesondere Fernsehgeräte, komme der Turbo nicht in Frage. Außerdem müssten die Nutzer die Funktion jedes Mal wieder auswählen. Es gebe dafür keine Voreinstellung. An eine kurzfristige Einführung sei nicht gedacht, allerdings hänge es von den Rückmeldungen der Tester ab, "ob wir diese Funktionen irgendwann für alle einführen".

Quelle: n-tv.de, mau