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Monarchie mit Sex und Drogen "The Royals" rütteln am britischen Thron

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In der TV-Version des britischen Königshauses, "The Royals", gibt Liz Hurley die fiese Königin.

(Foto: Twitter/TheRoyalsOnE)

Wie viele Skandale kann ein Adelsgeschlecht aushalten? Das fragt sich bei "The Royals" König Simon. Während seine Frau Strippen zieht und der Nachwuchs sich mit Rauschmitteln und wechselnden Bettgefährten vergnügt, will er die Monarchie abschaffen.

Acht Jahre ohne "O.C., California", gut zwei ohne "Gossip Girl", knapp zwei ohne "90210". Zwischen Politthrillern und Spionagekrimis hat das Fernsehen den Klassiker unter den Serien vernachlässigt: eine Show, die gut aussieht und Spaß macht. Für eine knappe Stunde Geld, Optik und Intrigen, die sich vor allem um sexuelle Kontakte spinnen, will jetzt "The Royals" sorgen. In der vergangenen Nacht lief beim US-Sender "E!" die erste Folge.

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Bei "The Royals" ist die britische Monarchie unmittelbar bedroht - und zwar durch den König selbst. Nach dem Tod seines ältesten Sohnes will der altersmilde König Simon (Vincent Regan) seinem Zweitgeborenen Liam (William Moseley) die royale Last ersparen und setzt sich für ein England ohne König ein. Dem tatsächlichen Familienoberhaupt, seiner Frau Helena (Liz Hurley), gefällt das gar nicht. Überhaupt gefällt ihr so einiges nicht.

"Desperate Housewife" im Buckingham Palace

Mit ihrer attraktiv-aggressiven Darbietung überzeugt Hurley wie damals als reife Affäre in "Gossip Girl". Es ist die erste tragende Rolle des einstigen Supermodels. Allerdings hat sich Hurleys Königin Helena ganz offensichtlich im Fernsehformat verirrt. Als "Desperate Housewife" in der Wisteria Lane wäre sie in ihren Cavalli-Fummeln jedenfalls besser aufgehoben gewesen als im Buckingham Palace. Mit dem Vokabular eines Social-Media-affinen Teenagers - FML (F*** My Life) - entmannt sie verbal ihren Mann und mäkelt an den Bettgeschichten ihrer Kinder herum.

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Prinzessinnen schlafen ihren Rausch ganz einfach im Helikopter aus.

(Foto: Youtube/E! Entertainment)

Töchterchen Eleanor könnte zwischen Koks und Kaviar nicht plakativer inszeniert sein. Trotzig und mit verschmiertem Augen-Make-Up stampft sie durch die Palastflure und macht mit ihrer gelangweilten Attitüde Kristen Stewart alle Ehre. Doch Newcomer-Schauspielerin Alexandra Park spielt ihre Rolle gut. Wie auch Hurley verkörpert sie perfekt den irren Cocktail aus Oberschicht und Reality-Trash. Über die äußerliche Ähnlichkeit hinaus verleiht das ihrer verkorksten Mutter-Tochter-Beziehung überraschend Authentizität.

Sexy, soapig, seicht

"The Royals" ist da am besten, wo es besonders schlecht ist - wenn sexuelle Dienstleistungen den Job sichern sollen zum Beispiel oder wenn ein entblößter adliger Unterleib es auf die Titelseite der Boulevard-Presse schafft. Die Serie versagt jedoch völlig beim Versuch von Ernsthaftigkeit: König Simons Reden von Ehre, Pflicht und Liebe wirken lächerlich, Prinz Liams ehrliche Zuneigung zu einer Bürgerlichen aufgesetzt. Wo die Gefühle fehlen, muss der doch sehr präsente Soundtrack nachhelfen.

Realistisch ist "The Royals" nicht. Wo sich ein Sender, der bislang auf Klatsch- und Reality-Formate spezialisiert war, an einem aufwendigen Serienformat über die britische Königsfamilie versucht, reichen die royalen Röcke nicht über die Knie. "E!'s" größter Erfolg ist "Keeping Up with the Kardashians". So ist denn auch "The Royals" sexy und soapig, aber eben auch wirklich nicht besonders anspruchsvoll. Die Show unterhält, doch bis tatsächlich ein Format das Erbe von "Gossip Girl" und Co. antreten kann, muss "Revenge" wohl noch ein weniger länger halbherzig über den Verlust hinwegtrösten.

Quelle: n-tv.de

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