Essen und Trinken

Schaschlik und Mzwadi Der Garten hat's überlebt

Sommerzeit ist Grillzeit. Schon am Freitagabend ziehen Düfte aus den Gärten, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Nicht jeder hat einen Garten - und so ist es nur zu verständlich, dass meine Kollegen mich unentwegt löchern: "Wann gibt's endlich mal 'ne Garten-Party bei dir?"

Am vergangenen Samstag war es dann so weit: Auch aus meinem Garten in Schulzendorf, im "Speckgürtel" von Berlin gelegen, zog der Duft von Holzkohle und gegrilltem Fleisch. Ich nehme das Ende mal vorneweg: Der Garten hat überlebt, das Bier hat gereicht, meine Nerven sind wiederhergestellt, nur meine beiden Katzen Milli und Piefke sehen mich heute noch scheel von der Seite an.

Jeder hatte etwas mitgebracht. Ich hatte einen Tag vorher frei genommen - nicht, um zu faulenzen, sondern um einiges vorzubereiten - unter anderem meinen Schulzendorfer Sommerschaschlik.

Schaschlik - ein unter seinem russischen Namen Schaschlyk (und auch der ist nur geklaut, nämlich aus dem Türkischen) weltberühmtes Gericht - kommt eigentlich aus Georgien, heißt dort Mzwadi und ist in der Region Kacheti beheimatet. Die Kaukasier verwenden Hammel- oder Rindfleisch dafür, und zwar die Fleischteile, mit denen sich das Tier nicht allzu viel bewegt. Diese Stellen sind am zartesten - also nicht die Keulen, sondern Teile neben der Wirbelsäule und möglichst weit vorn.

Das Fleisch wird ziemlich lange eingelegt, etwa 14 Stunden, in einer Marinade aus trockenem, kräftigem Rotwein, Pfeffer, dünne Zwiebelscheiben, etwas Öl und Adshika. Danach wird das Fleisch über offenem Feuer gegrillt und dabei mit trockenem Wein beträufelt.

Adshika ist eine Gewürzmischung, deren Hauptbestandteile geriebene rote und grüne Peperoni und Knoblauch sind. Die Mischung hat eine angenehme und nachhaltige Schärfe. Man bekommt sie als Paste und Pulver auch in Deutschland in russischen Läden. Adshika gibt es auch noch als Soße als Beilage zum Gegrillten, sie eignet sich aber nicht so sehr zum Einlegen. Zur Not kann man Adshika auch selbst herstellen: Peperoni, Basilikum, Koriander, Majoran, Dill, Knolle und Blätter von Sellerie, Petersilie, Knoblauch, Lorbeer.

Für die Fans kräftiger Genüsse gab's in Schulzendorf Mzwadi aus Schaf-Rücken (hätte mehr sein können!!!), über Nacht eingelegt wie oben beschrieben und dann über Holzkohle gegrillt und natürlich dabei mit Wein beträufelt. O-Ton eines lieben Kollegen: "Lecker! Also, Lamm ist das nicht, ich esse so etwas nämlich gar nicht." Jetzt schon ...

Für die Vorsichtigen gab's Heidis Schulzendorfer Sommerschaschlik, natürlich auch gegrillt:

Zutaten:

Schweinefleisch (am besten Nacken), Bauchspeck, Leber oder Niere, rote Paprika, kleine Zwiebeln (evtl. Schalotten)

Für die Marinade:

Olivenöl, Chilipulver nach Geschmack, Bedarf und Laune, wenig Salz, Zitronensaft, gehackte Petersilienstängel

Zubereitung:

Das gereinigte Fleisch in gleichmäßige Stücke, den Speck in dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschote putzen und in breitere Streifen schneiden. Insgesamt aufs "Format" achten; die Größe der Stücken sollte stimmig sein. Die Zwiebeln pellen. Zwiebeln und Paprika in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren.

Abwechselnd Fleisch, Speck und das Gemüse auf Holzspieße stecken. Zu große Zwiebeln vorher halbieren. Ich verwende dünne Bambusspießchen aus dem Asia-Laden. Tipp: Vor der Verwendung in kaltem Wasser einweichen.

Die Marinade-Zutaten alle verrühren, die gehackten Petersilienstängel dazu geben. Die Spieße mit der Marinade bestreichen und mindestens drei Stunden ziehen lassen. Geht auch über Nacht. Auf dem Grillrost rundum grillen.

Viel Spaß beim Nach-Grillen wünscht Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de

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