Essen und Trinken

Der Sex der Mittelalten Die Ziele ändern sich

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Pianist Martin Stadtfeld räumt international Preise ab. Ihm liegt das (weibliche) Publikum zu Füßen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Wer hat Glück bei den Frauen? Das sollen dem Vernehmen nach doch die Männer sein, die Klavier spielen können. Nun hat aber sicher nicht jeder Klavierspieler gute Karten im Bett. Jungs auch ohne Klavier können punkten - es ist ganz einfach. Zumal der Frühling vor der Tür steht.

"Man müsste Klavier spielen können, wer Klavier spielt hat Glück bei den Fraun", behauptete Johannes Heesters 1941 in dem Film "Immer nur … Du!". Schon möglich, da war er ja auch noch eine Stange jünger, als er heute durch unser aller Erinnerung geistert. Stehen wir Frauen heute noch auf Klavierspieler? Wenn er so aussieht und so spielt wie Martin Stadtfeld schon. Doch reicht der "Stadtfeld-Faktor" aus, damit Frauen schwach werden? Bestseller-Autor Frank Schätzing jedenfalls findet, genau so wichtig wie das Klimpern sei das Kochen.

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Bald ist es wieder soweit: Frühling allerorten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In dem witzigen und überaus aufschlussreichen Buch "Sie & Er / Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken" plaudert Schätzing aus dem Nähkästchen, warum er kochen gelernt hat - natürlich der Frauen wegen! Auf die Frage der Autoren Eva Gritzmann und Denis Scheck, ob Kochen wirklich der "Sex der Mittelalten" sei, antwortet das Kölner Multitalent: "Gute Karten im Bett hat auch, wer jung ist, gut kochen kann und sich mit Wein auskennt. Die Ziele ändern sich: Wenn man jung ist, kocht man, um gut zu vögeln. Wenn man alt ist, kocht man, um gut zu essen."

Die Mittelalten (die ja noch nicht alt sind!) genießen offenbar beides - guten Sex und gutes Essen…

Bevor die Säfte steigen

Keine andere Jahreszeit wird wohl so herbeigesehnt wie der Frühling. Jedes Jahr mit der gleichen Verlässlichkeit stellt uns unsere innere Uhr um: Erst einmal setzt das große Gähnen ein - die Frühjahrsmüdigkeit hat uns voll im Griff. Die Symptome reichen von Kreislaufproblemen über Abgeschlagenheit bis hin zur Müdigkeit. Die erste gute Nachricht: Die Symptome verabschieden sich von alleine in dem Maße, wie mit steigender Sonnenstrahlung der Körper mehr Serotonin ausschüttet. Es dauert ein Weilchen, bis das Glückshormon den "Kampf" gegen das müde machende Melatonin gewonnen hat. Die Säfte steigen, Frühlingsgefühle überschwemmen uns. Dieses Ringen der Hormone ist es, was den Körper erschöpft. Ende April ist damit Schluss, und im Mai haben wir unser neues Gleichgewicht gefunden.

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Als Muntermacher geschätzt: frischer Spinat.

(Foto: wrw_pixelio.de)

Die zweite gute Nachricht: Jeder unter Frühjahrsmüdigkeit Leidende kann selbst viel dafür tun, dass es ihm möglichst bald wieder gut geht. Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und Saunagänge helfen bei der Überwindung der Anpassungsprobleme. Auch das Essen spielt dabei eine Rolle, zumal wir im Frühling oft wahren Heißhunger auf etwas Frisches, Grünes verspüren.

Als Frühlingsbote besonders geschätzt wird "spinacia oleracea". Der junge Spinat ist vitamin- und mineralienreich, leicht verdaulich und willkommen im Kampf gegen winterliche Speckröllchen in des Körpers Mitte. Keine Geringere als die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher holte sich mit einer Eiweißdiät, bei der Spinat wichtiger Bestandteil war, neun Kilo in zwei Wochen von den Hüften. Auch US-Popsängerin Katy Perry hält sich mit Unmengen Spinat fit und in Form.

Popeye hat recht

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Popeye, der Matrose mit den Muckis, steht auf Spinat. Aber nicht nur.

(Foto: Ferdinand Lacour_pixelio.de)

Spinat ist hervorragend dazu geeignet, die Muskulatur zu stärken. Schwedische Wissenschaftler haben das in einer Studie bestätigt. Allerdings sollte der Spinat nicht aus der Dose stammen - so wie ihn Popeye zu verschlingen pflegte. Das grüne Blattgemüse sollte stattdessen möglichst frisch verzehrt werden. Wird er behutsam behandelt, ist Spinat auch außerordentlich schmackhaft - und weit entfernt von einem schwarzgrünen Brei, der nur eines hervorbringt: Spinatmuffel zuhauf. Spinat enthält in größeren Mengen Betacarotin, Vitamin C und Folsäure. Bei den Mineralstoffen fällt besonders der Gehalt an Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen auf.

Das Blattgemüse kommt ursprünglich aus Persien und galt dort als Stärkungsmittel und Beförderer der Liebessehnsucht. Spinat enthält nämlich auch Vitamin E, das sogenannte Libidovitamin. Der chemische Name Tocopherol weist auf eine gewisse sexuelle Wirksamkeit hin: Die Bezeichnung setzt sich aus den griechischen Wörtern "tokos" (Nachwuchs) und "pherein" (hervorbringen) zusammen. Vitamin E wirkt stimulierend auf die Hirnanhangdrüse, die dadurch vermehrt Hormone für Eierstöcke und Hoden produziert, worauf diese mit einer vermehrten Bildung von Sexualhormonen reagieren. Die Masse Spinat, die Liebeshungrige verzehren müssten, um eine derartige Wirkung zu erzielen, übersteigt jedoch garantiert eine gesunde Dosis. Viel mehr von dem “Libidovitamin” ist übrigens in Kürbiskernen enthalten.

Vielleicht lassen sich ja wenigstens ein paar eingefleischte Spinatmuffel (die besonders reich in der Männerwelt vorkommen sollen) mit der Aussicht auf Muckis und Libido an den Tisch locken zu einem ganz leckeren, gesunden und möglicherweise wirksamen

"Spinat-Auflauf"

Zubereitung:

Zutaten (4 Personen)

1 kg frischer Spinat
4 Stk Frühlingszwiebeln
1 kleine Knoblauchzehe
100 g Butter
200 g frisch geriebenen Parmesan
1/4 l süße Sahne
1 bis 2 EL Olivenöl
1 EL gehackte glatte Petersilie
50 Pinienkerne
Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss

Den Spinat sehr gut waschen und in einem Sieb gut abtropfen lassen. Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die Pinienkerne in einem extra Pfännchen ohne Fett goldgelb rösten. Die Petersilie hacken. Die Zwiebeln putzen und fein hacken, ebenso die Knoblauchzehe. Haben Sie nur große Knoblauchzehen, verwenden Sie nur 1/4 oder 1/2, sonst wird der feine Spinatgeschmack überdeckt. Das Öl in einer entsprechend großen Pfanne erhitzen und darin die Blätter nur 2 Minuten dünsten; sie sollen nur zusammenfallen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

In der Pfanne 50 g Butter zerlassen, die Zwiebel- und Knoblauchstückchen darin andünsten. Den Spinat dazugeben, ebenso die Pinienkerne und die Petersilie. Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Alles zusammen nochmals 2 Minuten dünsten.

In eine Auflaufform geben. 100 g Parmesan mit der Sahne mischen und über den Spinat geben. 5 Minuten im Ofen backen.  Dann die restlichen 100 g Parmesan darüberstreuen und die restlichen 50 g Butter in Flöckchen daraufsetzen. Nochmals im Ofen etwa 10 Minuten überbacken, bis die Kruste schön braun ist. Dazu schmecken Salzkartoffeln, Gnocchi oder auch nur frisches Weißbrot.

Viel Spaß wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de